Baseball Baseball: Die Falcons schlagen sich frei

Antonio Horvatic, der kroatische Nationalspieler in Diensten der Falcons, brachte die Mainzer mit seinem starken Auftritt in der ersten Partie mehrfach in Verlegenheit.
Antonio Horvatic, der kroatische Nationalspieler in Diensten der Falcons, brachte die Mainzer mit seinem starken Auftritt in der ersten Partie mehrfach in Verlegenheit. © Foto: Rudi Apprich
Ulm / Detlef Groninger 10.04.2018

Aufsteiger VfB Ulm Falcons hat eindrucksvoll untermauert, dass er in der Baseball-­Bundesliga mithalten kann. Im Duell mit dem deutschen Meister von 2016, den Mainz Athletics, standen die Gäste aus der Donaustadt sogar vor einem Husarenstreich. „Wir waren so knapp an der Sensation dran“, sagt Ulms Sportdirektor und Co-Trainer Georg Oberst nach den beiden Niederlagen (8:11, 1:11). „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass wir so gut mithalten können.“

Im ersten der zwei Duelle vor 500 Zuschauern brachte Werfer Antonio Horvatic die mit Nationalspielern gespickten Rheinhessen zur Verzweiflung. „Er hat hervorragend gepitcht und dem Gegner kaum etwas zugelassen“, lobt Oberst. Zudem entpuppte sich der kurzfristig noch vom Bundesliga-Kontrahenten München-Haar Disciples verpflichtete Schlagmann Klaus Nikolici als besonders effektiv. Dabei war der Deutsch-Rumäne in der vergangenen Saison in Haar nicht einmal Stammspieler. „Wir waren in der Offensive richtig überzeugend und haben viel Druck gemacht“, ergänzt Oberst.

Nach dem fünften Durchgang konnte das Publikum kaum seinen Augen trauen. Die Falcons führten 8:4. Horvatic hatte da bereits 109 Würfe absolviert. „Du musst am Anfang der Saison aufpassen, dass du ihn nicht verheizt. Nach 100 Versuchen solltest du wechseln. Sonst machst du den Arm kaputt“, erklärt Oberst.

Für den kroatischen Nationalspieler wurde auf dieser Position der Karibik-Import Wally Vrolijk eingewechselt. Der Niederländer hatte aber Probleme mit der Kontrolle bei seinen Würfen. Mainz holte Punkt um Punkt auf und sorgte im achten der neun Durchgänge für die Wende.

Das zweite Spiel einen Tag später konnten die Ulmer, die erneut mit 1:0 in Führung gingen, bis zum vierten Abschnitt noch ausgeglichen gestalten. Mit dem Mainzer US-Werfer Connor Little hatten die Falcons allerdings ihre Probleme. „Er hat uns ziemlich in Schach gehalten“, sagt Oberst. „Wir sind aber nicht untergegangen. Mainz hat sich dann einfach Punkt für Punkt davongeschlichen“, so bilanziert Oberst. Positiver Randaspekt: In der Partie bei den Rheinhessen gab VfB-­Eigengewächs Thomas Geiger sein Bundesliga-­Debüt als Werfer.

Nach den Kräftemessen gegen den letztjährigen Halbfinalisten der deutschen Meissterschaft wartet am Samstag (12 Uhr und 15 Uhr) beim Doppelspieltag in Ulm mit den Mannheim Tornados die nächste Herausforderung auf die Falcons. „Die Leistung in Mainz baut uns natürlich auf“, sagt Oberst: „Wir wissen jetzt, dass wir an einem guten Tag jede Mannschaft gefährden können“.

Neuer Spieler im Anflug

Rechtzeitig vor dem zweiten Bundesliga-­Doppelspieltag am Samstag zuhause im Pfaffenhau gegen die Mannheim Tornados komplettiert mit Joshua Petersen der letzte der neun Neuzugänge den Kader der Ulmer Falcons. Der Amerikaner trifft morgen an der Donau ein. „Einen Top-­Schlagmann wie ihn können wir immer brauchen“, so schwärmt Sportdirektor Georg Oberst. Der 35 Jahre alte Petersen spielte in der vergangenen Saison noch bei Bundesliga-­Rivale München-Haar. 2016 war er sogar der Schlagmann mit der besten Bilanz in der Bundesliga. Damals erreichte er bei 40 Prozent seiner Versuche mindestens den ersten Zwischenstopp (Base). In der abgelaufenen Spielzeit betrug die Erfolgsquote von Petersen, der auch für das dritte Base vorgesehen ist, immer noch 30 Prozent. dg