Ulm / Von Ute Gallbronner  Uhr
Bei den Sommerwettkämpfen fühlen sich die Schützlinge des DAV Ulm richtig wohl. Mit Laufschuhen und Gewehr sichern die Biathleten sich in Altenberg reihenweise Gold.

Der DAV Ulm ist auch ein Schützenverein. Das klingt zwar zunächst etwas exotisch, doch bei den deutschen Meisterschaften der Sommerbiathleten in Altenberg haben die Sportler unterstrichen, dass dies aus gutem Grund so ist. Noch mehr, seit in diesem Frühjahr einige Sportler sich ganz auf die Sommerwettkämpfe konzentrieren, die eben nicht unter der Regie des Skiverbandes ausgetragen, sondern bei den Schützen angesiedelt sind. Gefragt ist aber auch hier die Balance zwischen Ausdauer und Konzentration, nur eben nicht mit Langlauf-Ski, sondern mit Laufschuhen an den Füßen.

Eine, die das mittlerweile fast in Perfektion hinbekommt, ist Madlen Guggenmos. Wie  Jan Teubner hat sie die Seiten gewechselt und sich für Altenberg ein hartes Programm auferlegt. Täglich zwei Wettkämpfe, denn beide traten in beiden Jugend-Klassen an – sowohl mit dem Luft- als auch mit dem Kleinkaliber-Gewehr. Das Ergebnis konnte sich mehr als sehen lassen. Der 16-jährigen Madlen Guggenmos ging erst nach drei souverän herausgelaufenen Gold-Medaillen etwas die Luft aus. Trotzdem reichte es auch im Kleinkaliber-Massenstart zu Bronze und zum Abschluss mit der Staffel noch zu Silber.

Auch für Jan Teubner lohnte es sich, wenn mit drei zweiten und zwei vierten Rängen auch etwas Pech dabei war. Meist lag’s am Schießen bei windigen Bedingungen, dass es nicht klappte auf sehr gute Leistungen noch das Sahnehäubchen zu setzen.

Während die beiden sich jetzt noch auf die deutschen Meisterschaften im Target-Sprint vorbereiten und dann die dringend nötige Pause einlegen, geht es für die Stützpunkt-Athleten in die nächste Phase der Wintervorbereitung. Altenberg war da ein wichtiges Zwischenhoch. Marie Kast nutzte die Chance, um nach einer von Krankheiten und anderen Rückschlägen geprägten Saison die Form zu testen. Mit Erfolg: Silber und zweimal Bronze gab’s für sie bei den Juniorinnen. „Das Schießen hätte besser sein können“, sagte die 18-Jährige.

Bleiben noch die Schüler U16. Jeweils 60 Starter bei Mädchen und Jungs hatten die Qualifikation über die Landesverbände geschafft. Neun Jungs waren aus Ulmer Sicht dabei, die meisten landeten im Mittelfeld. Nur Till Teubner schaffte den Sprung in die Top Ten – als Achter im Sprint sowie Sechster im Massenstart. In der abschließenden Staffel kam es dann noch zu einem wahren Krimi. Nachdem der Gosheimer Simon Klaiber als Startläufer vier Fahrkarten geschossen hatte, setzte Till Teubner alles auf eine Karte. Er konnte zwar aufholen, musste beim schnellen zweiten Schießen aber auch in die Strafrunde. Schlussläufer Nick Nadler (Gosheim) lief dann zwar die schnellste Zeit aller Starter, am Ende fehlten zwei Zehntel zu Bronze.

Bei den Wettkämpfen der fünf Mädchen verlebten die Trainer Annika Pfeil und Jonas Retter entspannte Stunden. Charlotte Gallbronner holte sich beide Einzeltitel, wobei vor allem der Auftritt im Massenstart, als sie fehlerfrei blieb und damit sogar schneller als die Jungs war, sehr souverän war. Und dahinter zeigten die jüngeren Mädchen, dass auch die Zukunft gesichert ist. Julia Tannheimer wurde Zweite im Massenstart, Johanna Rauch zweimal Fünfte. Gemeinsam holten die drei den Staffel-Titel.