Leichtathletik Alina Reh kürt sich zur Europavizemeisterin über 5000 m

Die Langstreckenläuferin Alina Reh aus Laichingen holte sich bei der EM der unter 23-Jährigen in Polen nunmehr ihre fünfte internationale Einzel-Medaille – und das in fantastischer, neuer Bestzeit über 5000 Meter.
Die Langstreckenläuferin Alina Reh aus Laichingen holte sich bei der EM der unter 23-Jährigen in Polen nunmehr ihre fünfte internationale Einzel-Medaille – und das in fantastischer, neuer Bestzeit über 5000 Meter. © Foto: Iris Hensel
Ulm / Silke Bernhart 17.07.2017
Alina Reh vom SSV Ulm 1846 toppt per Bestzeit wieder alle Erwartungen. Bei der U-23-EM in Polen holt die 20-jährige Langstrecklerin über 5000 m die Silbermedaille.

Alina Reh ist Vize-Europameisterin der U23 über 5000 Meter! Die Läuferin vom SSV Ulm 1846 sicherte sich am Sonntag bei den U-23-Europameisterschaften im polnischen Bydgoszcz mit Bestzeit von 15:10,57 Minuten die Silbermedaille. Im Ziel strahlte die 20-Jährige mit der deutschen Flagge in den Händen überglücklich in die Kameras.  Ihre Vereinskollegen Manuel Eitel und Tim Nowak hingegen mussten herbe Enttäuschungen verdauen.

 Das 5000-Meter-Finale entwickelte sich ab dem ersten Meter zu einer Drei-Klassen-Gesellschaft. Schnell uneinholbar in Front: Yasemin Can. Die Türkin mit kenianischen Wurzeln hatte zwei Tage zuvor bereits die 10 000 Meter für sich entschieden, auf der halben Distanz holte sie in Meisterschaftsrekord von 15:01,67 Minuten das zweite Gold der Titelkämpfe.

 Dahinter machte Alina Reh das, was sie am besten kann: Tempo. An ihre Fersen hefteten sich die Schwedin Sarah Lahti und die Türkin Emine Hatun Tuna. Alle weiteren Läuferinnen hatten zum Ende des Rennens 300 Meter und mehr Rückstand auf das Top-Quartett. Erst musste Tuna abreißen lassen, auf der letzten Runde schließlich auch die später drittplatzierte Lahti.

 Alina Reh belohnte sich selbst für zwölf Runden Führungsarbeit mit ihrer fünften internationalen Einzel-Medaille und einer neuen Bestzeit von 15:10,57 Minuten, die ebenfalls noch unter dem bisherigen Meisterschaftsrekord lag. Nur sieben Deutsche waren je besser als die 20 Jahre junge Ulmerin, die noch einmal sechs Sekunden unter ihrem bisherigen Hausrekord blieb.

Von Verletzungen ausgebremst

Die sonst so erfolgsverwöhnten Zehnkämpfer des SSV Ulm 1846 erlebten dagegen Meisterschaften zum Vergessen. Nachdem Manuel Eitel – nach verpasster Mehrkampf-Quali erneut im Sprint im Einsatz – am Donnerstag über 100 Meter das Finale verpasste, musste er am Sonntag eine weitere Enttäuschung wegstecken: Der 20-Jährige wurde nicht für die deutsche 4 x 100-Meter-Staffel aufgestellt, die in 39,11 Sekunden die Goldmedaille holte. Nach seiner Beugerzerrung war er zu weit entfernt von seinem eigentlichen Leistungsvermögen.

Und auch bei Tim Nowak spielte der Körper nicht mit: Der 21-Jährige musste schon nach der ersten Disziplin, den 100 Metern, aufgeben. „Tim hat Schmerzen im Beuger verspürt“, erklärte Trainer Christopher Hallmann. „Er hat zwar versucht, den Wettkampf im Weitsprung fortzusetzen. Aber es ging nicht. Und hätte so auch keinen Sinn gemacht.“ Dabei war Tim Nowak eigentlich in guter Form und mit Trainingsbestleistungen im Sprint angereist. Der Dritte der U-20-Weltmeisterschaften von 2014 wird die U-23-Europameisterschaften nicht in guter Erinnerung behalten: 2015 war sein Auftritt in Tallinn (Estland) nach drei Ungültigen im Diskuswurf ebenfalls früher zu Ende als erhofft.

Medizincheck bei den Mehrkämpfern

Ob die beiden Zehnkämpfer Tim Nowak und Manuel Eitel in diesem Jahr in einem weiteren Mehrkampf noch einmal beweisen dürfen, was sie wirklich drauf haben, werden medizinische Untersuchungen und Gespräche in den kommenden Wochen zeigen. Gelegenheiten böten sich beim Länderkampf gegen die USA, dem Thorpe Cup am 29. und 30. Juli in Düsseldorf, sowie bei den deutschen Mehrkampf-Meisterschaften am 13. und 14. August in Kienbaum. Für Langstrecklerin
Alina Reh stehen vom
4. bis 13. August die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in
London auf dem Programm. sib

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