Ringen Waldemar Schneider wird Erstliga-Schiri

Seit zehn Jahren steht Waldemar Schneider für den ASV Schwäbisch Hall als Kampfrichter auf der Matte.
Seit zehn Jahren steht Waldemar Schneider für den ASV Schwäbisch Hall als Kampfrichter auf der Matte. © Foto: Achim Köpf
Schwäbisch Hall / Alpay Yalcin 29.08.2018
Schiedsrichter Waldemar Schneider darf in der kommenden Saison Kämpfe in der ersten Bundesliga leiten. Er ist der erste Referee des ASV Hall, der diese Zulassung bekommen hat.

Anfang September beginnt die Ringer-Saison wieder. Diesmal mit einer Premiere. Seit 2008 steht Waldemar Schneider für den ASV Schwäbisch Hall als Kampfrichter auf der Matte. Nun hat der junge Haller als erster ASVler die Zulassung für Bundesliga-Kämpfe erhalten. Er wird in der Saison 2018 für den Haller Verein als Kampfrichter in der ersten Liga fungieren.

Der 1992 im kasachischen Pawlodar geborene Waldemar Schneider kommt Anfang der 2000er-Jahre zum ASV Schwäbisch Hall. Eine große Rolle dabei spielt sicherlich auch die persönliche Beziehung zu Trainer Woldemar Wolf.

Es ist ziemlich selten, dass ein aktiver Ringer sich auf das „Pfeifen“ festlegt. Schließlich ist der direkte Kontakt zum Gegner das Attraktive am Ringen. Entscheidend, sich als Kampfrichter zu engagieren, sei die Werbung des Bezirkskampfrichter-Referenten Stephan Schreiber (Obereisesheim) gewesen, sagt Schneider. Nachdem er auf ersten Jugendturnieren Erfahrungen sammelt, erkennen die Verantwortlichen das Potenzial, fördern und fordern den Haller.

Oft fehlt die Zeit

Dass er heute einen „Job“ übernimmt, für den es zu wenige Interessenten gibt, liegt am Engagement von Funktionären, sagt Waldemar Schneider und meint: „Ohne den Hinweis von Verantwortlichen hätte ich mich nicht für den Kampfrichter-Tisch entschieden.“ Dass es schwierig ist, Ringer-Schiedsrichter zu finden, sei auch eine Zeitfrage. Vor allem in den englischen Wochen oder an Feiertagen fehlt einfach Manpower.

„Eine weitere Schwierigkeit sind Doppelkämpfe an einem Tag. Da fehlt dann gerade bei den späteren Kämpfen in den höheren Ligen manchmal die Konzentration. Wenn man da unsicher wird, bekommt man es mit den Mannschaften und Zuschauern zu tun. Trotzdem meine ich, dass es im Ringsport relativ zivilisiert abläuft“, sagt Waldemar Schneider. Wirklich krasse Erfahrungen habe er bisher noch nicht gemacht. „Ich denke, es kommt zu hitzigen Situationen, weil manche Zuschauer und Beteiligte die permanente Regeländerung nicht mitbekommen. Aktive Ringer wie Kampfrichter müssen da auf dem aktuellen Stand sein.“

Es seien manchmal Winzigkeiten, die wichtige Kämpfe entscheiden können, sagt Schneider. „Und so gerne ich Schiri bin, in manchen Situationen merke ich schon, dass der Kampf selbst weiterhin für mich im Zentrum bleibt. Und natürlich mein Verein. Auch wenn ich mich zum Beispiel bemühe, die Lizenz für internationale Kämpfe zu bekommen, letztendlich vertrete ich den ASV Hall, durch den ich in diese Position gekommen bin.“

Regeln verändern sich

Gefordert sind die Kampfrichter in jeder Hinsicht. Nicht nur die mittlerweile saisonale Veränderung von Kampfregeln muss beachtet werden, auch regelmäßige Prüfungen und Schulungen stehen an. Zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung hat der Haller in Triberg bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Frauen die Kämpfe geleitet. Darauf angesprochen, antwortet Schneider: „Es gibt keinen Unterschied zwischen Frauen- und Männer-Ringen. Aber allgemein finde ich, dass das Ringen moderner geworden ist.“

Der Haller, der zudem beim SSV Schwäbisch Hall in der Kreisliga A im Mittelfeld Fußball spielt, merkt zum Schluss noch mit einem Lächeln an: „Ich denke, für die aktuelle Mannschaftsrunde wäre es wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass Passivität bestraft wird, die Bodenlage nun auf dem Bauch liegend stattfindet und der Kampfrichter zwischen passivem Ringen und negativem Ringen unterscheidet.“ Dabei bedeutet „negativ“, dass der zu verwarnende Ringer versucht, sich dem Kampf zu entziehen oder einen flüssigen Kampffluss verhindert.

ASV zuerst auswärts in der Landesliga

Für die beiden Haller Mannschaften beginnt bald die Liga-Saison. Die erste Mannschaft des ASV Schwäbisch Hall startet in die Landesliga am 8. September mit einem Auswärtskampf gegen den KSV Winzeln. Die zweite Mannschaft bestreitet in der Bezirksklasse ihren ersten Kampf am 22. September gegen die zweite Mannschaft des TSV Meimsheim. Kampfbeginn ist 18 Uhr in der ASV-Halle. Anschließend treten die beiden ersten Mannschaften von Meimsheim und Schwäbisch Hall an. Das ist auch die Heimpremiere der Landesliga-Ringer. Anpfiff ist hier um 19.30 Uhr. aly

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