Es war eine schnöde E-Mail, die die Nachricht vom nachträglichen Aufstieg des SSV Geißelhardt in die Oberliga bekannt gab. „Wir waren auf einmal im Verteiler des Staffeltags der Oberliga“, berichtet Trainer Alexander van Oijen. Ein kurzes Zögern, ein kurzes Stutzen, dann aber war klar: Der SSV Geißelhardt darf hoch.

„Wir waren eine längere Zeit im Ungewissen, deshalb ist die Freude nun umso größer, auch wenn wir wegen der Corona-­Pandemie keine Aufstiegsparty feiern konnten.“ Zunächst sah es so aus, als ob der SSV nach dem Abbruch der Saison in der Landesliga bleiben müsste. Zwar waren die Geißelhardter punktgleich mit Spitzenreiter Schmiden, doch dieser hatte mehr Spiele gewonnen, wurde deshalb vom Verband auf Rang 1 gesetzt. Die Mannschaft aus dem Mainhardter Teilort schüttelte sich und formulierte noch am gleichen Tag dieser Bekanntgabe eine Kampfansage an die Landesliga-Konkurrenz.

Nun war es aber so, dass die Oberliga in der kommenden Saison noch nicht ihre Sollstärke erreicht hatte. Deshalb durfte der SSV Geißelhardt nachrücken. Vermutlich auch deshalb, weil er der beste Zweitplatzierte der Landesligastaffeln gewesen ist. Möglicherweise auch, weil der Verband wusste, dass Geißelhardt in die Oberliga will.

Denn der Schritt dorthin ist vor allem organisatorisch ein großer. Das hat nichts mit der Corona-Pandemie zu tun, die einigen Volleyballvereinen zu schaffen macht. In der Bundesliga zogen sich gleich drei Vereine nach dem Saisonabbruch zurück. Vielmehr bedeutet der Aufstieg in die Oberliga, dass es keine Doppelspieltage mehr gibt. Und das wiederum bedeutet, dass die Mannschaften an deutlich mehr Wochenenden im Einsatz sein werden als zuvor.

„Die Volleyballszene in Württemberg ist überschaubar. Ich habe es häufiger gehört, dass einige Spieler, besonders Familienväter, dann auf die Oberliga verzichtet haben. Es werden mehr Termine, es muss Minimum zweimal in der Woche trainiert werden“, berichtet Alexander van Oijen über die Rahmenbedingungen eines Volleyball-Oberligisten.

Für den SSV Geißelhardt ist der Aufstieg ein Stück Vereinsgeschichte. Noch nie spielte eine Männermannschaft so hochklassig. Die Oberliga ist im Volleyball die fünfthöchste Ligastufe in Deutschland.

Vorbereitung ab August für neue Volleyball-Saison

Alexander van Oijen ist davon überzeugt, dass sein Team, das zu großen Teilen schon seit frühester Jugend an zusammen spielt, dort gut mithalten kann. „Es gibt den Spruch, dass man als Aufsteiger schon in der Aufstiegssaison so spielen muss wie in der Saison danach. Und das haben wir getan. Zudem ist der Sprung in die Oberliga nicht so groß wie beispielsweise aus der Ober- in die Regionalliga. Das zeigen die Ergebnisse der letztjährigen Aufsteiger aus der Landesliga.“

Mitte August soll die Vorbereitung beginnen, „hoffentlich“, schiebt Alexander van Oijen hinterher. In diesen Zeiten ist es nicht sicher, ob dann wieder ein gemeinsames Training möglich ist.