TSG Schwäbisch Hall Handball Herren fehlt nicht viel gegen Lauffen

Kraftvoll ist Halls Leander Franz abgesprungen und setzt zum Wurf an. Er erzielt drei Tore.
Kraftvoll ist Halls Leander Franz abgesprungen und setzt zum Wurf an. Er erzielt drei Tore. © Foto: Rolf Müller
Schwäbisch Hall / Viktor Taschner 05.12.2018
Die Männer des Bezirksklassisten TSG Schwäbisch Hall unterliegen dem Tabellenführer HSG Lauffen-Neipperg mit 17:21. Trotz Personalmangels zeigen sie eine gute Leistung.

Oft hängt der Erfolg im Sport an Kleinigkeiten. Die TSG-Handballer liegen am Samstagabend in der Schenkenseehalle nur ein Tor in der Schlussphase zurück. Das Spiel gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Lauffen-Neipperg steht Spitz auf Knopf. Zweimal agieren die Gastgeber in Überzahl, da ein Lauffener eine Zwei-Minuten-Strafe absitzen muss. Die sonst im Angriffsspiel geduldigen Haller verlieren ausgerechnet dann etwas die Konzentration. Sie leisten sich zwei Fehlpässe, die der Gegner jeweils mit einem Tempogegenstoß in Tore ummünzt. Der Ballverlust drei Minuten vor Schluss, beim Stand von 17:18, bricht der TSG das Genick. Am Ende setzt sich doch der favorisierte Gast mit 17:21 durch.

„Es ist schade, aber wir haben eine gute Leistung gezeigt. Man muss bedenken, dass bei uns acht Spieler gefehlt haben“, erklärt TSG-Trainer Marco Kohler. Aus privaten Gründen, wie zum Beispiel Urlaub, habe er nur neun Spieler zur Verfügung gehabt. Der Personalengpass auf Haller Seiten zeigt sich auch daran, dass Ersatztorwart Uli Burkhardt kein gelbes sondern auch ein rotes Spielertrikot anzieht, da er im Feld aushelfen muss. Auch Routinier Sascha Schimoneck wird zu dieser Partie noch reaktiviert.

Den besseren Start erwischen die Haller im ersten Durchgang. In der Deckung stehen die TSGler sicher und aufmerksam. Dem Tabellenführer fällt nicht viel Kreatives ein. Meist sind es nur Einzelaktionen mit denen die Gäste treffen. Im Haller Angriff läuft fast alles über Sebastian Hillnhütter, der sich oft durchsetzen kann. Nach 13 Minuten führt die TSG mit 5:2. Dann aber schwinden die Kräfte. Trainer Kohler gewährt jedem so gut es geht eine Verschnaufpause. Die Lauffener, die mit 13 Mann antreten, können die Belastung auf mehr Schultern verteilen. Nach 20 Minuten gehen sie zum ersten Mal in Führung (6:7). Zur Pause liegt der Spitzenreiter mit zwei Toren vorne (7:9).

Rot für Vujevic

Anfangs der zweiten Hälfte ziehen die Gäste zwar auf 7:11 davon, aber Hall lässt sich nicht verunsichern. Sie verkürzen auf 10:11. Bis in die Schlussphase hinein bleibt es bei dem Ein-Tor-Rückstand der TSG, bevor es ruppiger wird. Erst erhält ein Gästespieler die erste Zeitstrafe des Spiels. Kurz danach laufen sie einen Gegenstoß. Halls Bruno Vujevic eilt hinterher und stellt seine Beine in den Weg des Angreifers, der am Torraum abspringen will. Der Schiedsrichter zögert nicht und zeigt Vujevic direkt die Rote Karte. Im Handball erhält das Team dann eine Zwei-Minuten-Strafe, in der es in Unterzahl spielt. Für Vujevic ist die Partie aber nach 48 Minuten beendet. „Das kann man so entscheiden. Das kroatische Temperament ist mit ihm durchgegangen. Er muss in dieser Szene einfach wegbleiben“, räumt Marco Kohler ein. Auch durch den Verlust von Vujevic fehlt den Hallern am Ende die Kraft. „Wenn wir den Ausgleich gemacht hätten, dann wäre das Spiel vielleicht noch gekippt. So ist die Niederlage vielleicht zwei Tore zu hoch ausgefallen“, bilanziert Kohler.

Insgesamt zeigt sich der Haller Trainer, der das Amt zu dieser Saison übernommen hat, mit dem Verlauf der Spielzeit zufrieden. Momentan steht Hall in der Bezirksklasse auf Platz 6. „Vielleicht haben wir einen Punkt liegen lassen, aber das ist schon der Tabellenbereich, den wir am Ende der Saison erreichen können.“ Mit Maximilian Melms, Jan Stephan und dem nach Spanien zurückgekehrten Ibai Marizkurrena hätten drei Leistungsträger der letzten Saison den Verein verlassen.

Kohler ist sich auch bewusst, dass er nicht immer den vollen Kader zur Verfügung haben wird. „Zum Glück gibt es ja gute Apps auf dem Handy, mit denen man rechtzeitig zu- oder absagen kann“, lächelt Kohler. Die Trainingsbeteiligung sei aber mit rund 10 bis 16 Spielern immer sehr ordentlich.

Hall: Leon Hönig (TW), Uli Burkhardt, Bruno Vujevic, Leander Franz, Felix Nietzschmann, Sebastian Hillnhütter, Matthias Teinert, Mattias Mönch und Sascha Schimoneck.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel