Nur ein Korb, nur drei Spieler in einem Team und das Ganze als Freiluftveranstaltung. Das sind die Unterschiede des Drei-gegen-drei-Basketballs (3x3) zum „normalen“ Hallenbasketball Fünf-gegen-fünf. Mittlerweile hat sich die 3x3-Variante als eigene Sportart etabliert. Eine Hallerin, Michaela Kucera, ist kürzlich sogar deutsche U-18-Meisterin geworden.

„Das 3x3 ist sehr viel schneller als 5x5. Es ist wichtig, schnell Entscheidungen zu treffen“, erklärt die 18-Jährige. Jedes Team hat vier Spieler. Mit den fliegenden Wechseln kann sich immer einer kurz auf einem Stuhl neben dem Feld ausruhen. „Fouls werden kaum gepfiffen, was bedeutet, dass durchaus mal der Ellenbogen ausgefahren oder stark am Trikot gezogen wird.“ Kucera findet das gut, weil es hilft, sich beim Basketball durchzusetzen. Da 3x3 hauptsächlich über den Sommer gespielt wird, während die
Basketballsaison pausiert, schließt das eine das andere nicht aus. Kuceras größter Erfolg war bislang die Teilnahme mit der 3x3-Nationalmannschaft an der Jugend-Olympiade 2018 im argentinischen Buenos Aires.

Sportliche Familie aus Schwäbisch Hall

Michaela Kucera spielt aber hauptsächlich Basketball. Angefangen hat sie in der U 10 der TSG Schwäbisch Hall. Sie stammt aus einer sportlichen Familie, die ihre Wurzeln in Tschechien hat. Michaelas Mutter Helena spielt weiterhin sowohl Basketball bei der TSG, als auch Tennis beim STC. Michaelas ältere Schwester Teresa trug ebenfalls das Trikot der Haller Basketballerinnen und spielt jetzt in der 2. Bundesliga bei der BSG Ludwigsburg. Und Vater Milos unterstützt die Frauen, wo er nur kann. Im Alter von 15 Jahren wechselt Michaela Kucera nach Grünberg (Landkreis Gießen), um dort auf ein Internat zu gehen und den nächsten Schritt in ihrer sportlichen Entwicklung zu machen. Bis zur 9. Klasse lernte sie am Erasmus-Widmann-Gymnasium in Schwäbisch Hall, das Abitur hat sie dieses Jahr an der Theo-Koch-Schule in Grünberg gemacht.

Neues Leben in den USA

Mitte August stand ein weiterer Umzug für Kucera an – diesmal sogar über den großen Teich. Die 18-Jährige studiert nun am Midland College in West-Texas. „Ein Trainer aus Grünberg hat mir den Kontakt zu meinem neuen Trainer hergestellt. Ich habe ihm dann einige Videos zukommen lassen und mehrmals mit ihm telefoniert“, erzählt Kucera. Der Trainer habe ihr dann im April am Telefon ein Sport-Stipendium angeboten, das die Hallerin mit einem großen Lächeln annahm. „Am Gymnasium hatte ich Sport und Englisch als Leistungskurse. Hier an der Uni studiere ich jetzt Business Administration.“ Ihre Schwester Teresa hat auch in den USA, in New Jersey und Florida, studiert.

Lernen und Basketball

Michaela Kucera wohnt direkt auf dem Campus zusammen mit ihrem neuen Basektball-Team. „Man teilt sich zu zweit ein Zimmer und es sind jeweils zwei Zimmer mit einem kleinen Wohnraum verbunden. Es gefällt mir sehr, weil man so als Team auch auf einer ganz anderen Ebene zusammenwächst und einfach wie eine Familie ist“, fasst Kucera ihre ersten Eindrücke zusammen. Die meisten aus ihrem Team sind aus den USA, allerdings nicht aus Texas, sondern aus Kalifornien, Boston oder Washington. „Trotzdem bin ich nicht die Einzige aus dem Ausland, meine Mitbewohnerin zum Beispiel ist aus Australien.“

Die Leute in Midland seien sehr nett, offen und hilfsbereit. „Das Einzige was mir wirklich sehr fehlt, auch wenn ich erst kurz hier bin, ist deutsches Essen. Ich schätze, ich muss mich noch für eine Weile an das Essen hier gewöhnen“, lächelt Kucera.

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