American Football Schwäbisch Hall Unicorns siegen im Schlussspurt

Halls Runningback Jannis Fiedler trägt gegen die Marburger Defense den Ball nach vorne.
Halls Runningback Jannis Fiedler trägt gegen die Marburger Defense den Ball nach vorne. © Foto: Manfred Löffler
Marburg / Julia Brenner 03.09.2018
Verletzungsgebeutelte Unicorns entscheiden den Krimi in Marburg mit 34:31 für sich. Der Meister der GFL-Süd bleibt damit weiterhin ungeschlagen.

Den saisonübergreifend 30. Sieg in Serie haben die Schwäbisch Hall Unicorns am Sonntagnachmittag bei den Marburg Mercenaries eingefahren. Bis der Erfolg in Hessen perfekt war, musste der von Verletzungen gebeutelte Südmeister aber ein hartes Stück Arbeit verrichten. Denn die Gastgeber gingen hochmotiviert ans Werk und schnupperten gegen den Favoriten aus Schwäbisch Hall am ersten Sieg nach fünf Niederlagen in Folge. Angetrieben von US-Allroundtalent Silas Nacita, dem drei Touchdowns gelangen, lagen die Söldner zur Halbzeit (17:13) und auch zu Beginn des Schlussviertels (24:20) noch in Führung. Marburg konnte diese aber nicht bis zum Schluss verteidigen.

Demgegenüber kam die Offense der Unicorns erst im vierten Quarter so richtig in Fahrt. Großen Anteil daran hatte neben dem Runningback-Duo Maurice Schüle und Jannis Fiedler auch Joshua Haas: Der Receiver setzte mit seinen Catches für rund 80 Yards immer wieder wichtige Impulse, wofür Jordan Neuman dem 23-Jährigen ein Sonderlob aus­sprach. „Es freut mich sehr, dass Joshua heute so ein starkes Spiel gemacht hat, nachdem er in dieser Saison lange auf der Bank ausharren musste“, so der Haller Head Coach.

Bis der Angriff der TSG-Footballer allerdings zum ersten Mal auf das Feld durfte, sollte fast ein ganzes Spielviertel vergehen. Denn einen langen Eröffnungsdrive der Gastgeber vereitelte Raheem Wilson mit seiner bereits siebten Interception, die er anschließend über 85 Yards zur Haller 7:0-Führung zurücktrug.

Hielt die Defense der Unicorns, die verletzungsbedingt auf ihre beiden Leader Cody Pastorino und Nick Alfieri verzichten musste, ihre Endzone daraufhin weiterhin sauber, ereilte Marco Ehrenfried zu Beginn des zweiten Quarters das gleiche Schicksal wie zuvor Marburgs Quarterback Alex Thury: Ein für Tyler Rutenbeck gedachter Touchdown-Pass landete in den Händen von Phil Lanieri, der 99 Yards später den 7:7-Ausgleich für die Hausherren besorgte.

Das zweite Viertel gehörte auch weiterhin den Mercenaries, die durch den ersten Nacita-Touchdown erstmals die Führung (14:7) übernahmen und mit einem 48-Yards-Fieldgoal zum 17:13 in die Halbzeit gingen.

Nach einem punktlosen dritten Viertel, in dem die TSG-Offense eine Interception von Daniel McCray direkt vor der Marburger Endzone nicht in Zählbares verwandeln konnte, sollte sich das Schlussviertel zu einem Nervenkrimi entwickeln. Durch den Zwei-Yards-Lauf von Maurice Schüle lagen die Unicorns zwar erstmals seit dem ersten Viertel wieder in Front (17:20), die Kombination Thury auf Nacita hatte aber die passende Antwort parat.

Nach dem Führungswechsel zum 24:20 war Ehrenfried mit seinem Angriff also erneut gefordert. Doch diesmal fand er zweimal nacheinander die richtigen Anspielstationen in der Endzone. Erst bediente er Ari Adegbesan zum 24:27 und wenig später fand Ehrenfried Tyler Rutenbeck mustergültig hinter der Goalline. Zwar konnte Silas Nacita nochmals verkürzen (31:34), doch in den Schlusssekunden machte Niclas Merk die Marburger Hoffnungen auf zumindest ein Unentschieden zunichte.

„Ich wusste, dass die Marburger hochmotiviert ins Spiel gehen und wir mit unseren Verletzungsproblemen zu kämpfen haben würden“, so Jordan Neuman, der in Marburg auf elf Spieler verzichten und während der Partie auch noch das Saisonaus von Receiver Yannick Baumgärtner (Knie) hinnehmen musste.

Umso größer fiel das Kompliment des Cheftrainers für die Comeback-Qualitäten seiner Mannschaft aus: „Wir lagen zum ersten Mal überhaupt im Schlussquarter zurück und haben es dennoch geschafft, zurückzukommen. Solche Drucksituationen brauchen wir, um auf die Playoffs vorbereitet zu sein.“

Viertelfinale steigt gegen Köln

Der Viertelfinal-Gegner der Schwäbisch Hall Unicorns steht bereits fest: Die Cologne Crocodiles setzten sich am Sonntag mit 31:18 gegen die Potsdam Royals durch. Damit gastiert Köln am Samstag, 22. September (Kickoff: 17 Uhr) in Schwäbisch Hall. Tickets unter https://unicorns.reservix.de.

So spielten sie

Marburg Mercaneries –
Schwäbisch Hall Unicorns

31:34

Punkte für Hall: Raheem Wilson (6), Tyler Rutenbeck (12), Maurice Schüle (6), Ari Adegbesan (6), Tim Stadelmayr (4)
Viertelergebnisse:
0:7 / 17:6 / 0:0 / 14:21 / Final: 31:34
Alle Punkte:
0:7 – Raheem Wilson – 85 Yards-Interception (PAT Tim Stadelmayr), 7:7 – Phil Lanieri – 99 Yards-Interception (PAT Kristof Szakacs), 14:7 – Silas Nacita – 21 Yards-Pass von Alex Thury (PAT Szakacs), 14:13 – Tyler Rutenbeck – 39 Yards-Pass von Marco Ehrenfried (PAT failed), 17:13 – Szakacs – 48 Yards-Field Goal, 17:20 – Maurice Schüle – 2 Yards-Lauf (PAT Stadelmayr), 24:20 – Nacita – 34 Yards-Pass von Thury (PAT Szakacs), 24:27 – Ari Adegbesan – 15 Yards-Pass von Ehrenfried (PAT Stadelmayr), 24:34 – Rutenbeck – 30 Yards-Pass von Ehrenfried (PAT Stadelmayr), 31:34 – Nacita – 37 Yards-Pass von Thury (PAT Szakacs)

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