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Schwäbisch Hall Unicorns
Schwäbisch Hall / Hartmut Ruffer Die Schwäbisch Hall Unicorns schlagen die Munich Cowboys mit 35:3. Dabei muss der Meister auf einige Stammkräfte verzichten.

Es war ein ungewohnter Anblick: Normalerweise sind bei Spielen der Unicorns die grünen Sitzschalen auf der Haupttribüne nicht zu sehen, weil diese voll besetzt ist. Doch am Samstag leuchtete das Grün der Plastiksätze deutlich. Das Wetter hielt anscheinend manchen Footballfan davon ab, sich in den Optima-Sportpark zu bewegen und dort den zweiten Heimauftritt der Schwäbisch Hall Unicorns zu verfolgen.

Kurz vor 19 Uhr wurde es sogar so dunkel, dass das Flutlicht anging. Eine Regenwolke sorgte dafür, dass die Spieler ein weiteres Mal nass wurden – es hatte schon in der ersten Halbzeit geregnet. Für Simon Brenner war dieser kurzer Schauer aber angenehmer als der Wolkenbruch beim Heimspiel gegen Marburg. „Das Spielfeld war noch in Ordnung und das bisschen Nässe hat man schnell rausgeschwitzt“, erklärte der Routinier mit einem verschmitzten Lächeln.

Die Schwäbisch Hall Unicorns feiern bei den Ingolstadt Dukes einen 24:0-Erfolg. Das Wetter macht das Passspiel schwierig.

Simon Brenner hatte die ersten Punkte für Schwäbisch Hall erzielt – und das, obwohl er in der Verteidigung spielt. Doch zu Beginn lief in der Haller Offense längst nicht alles glatt. Erst kam sie dicht an der Münchner Grundlinie in drei Versuchen nicht in die Endzone, dann verschoss Tim Stadlmayr einen Fieldgoalversuch. Weil die Münchner dabei einen Regelverstoß begingen, blieb Hall in Ballbesitz und hatte vier weitere Versuche. Allerdings warf Quarterback Jadrian Clark auch noch eine Interception. So wechselte der Ballbesitz, doch Münchens Quarterback Brady Bolles warf den Ball nicht zu einem seiner Mitspieler, denn Simon Brenner fing den Pass ab und trug den Ball in die Endzone zurück.

Die Haller Offense präsentierte sich von der kleinen Schwächephase zu Beginn abgesehen gut. Das war nicht selbstverständlich, denn selten standen so viele Unicorns-Spieler an der Seitenlinie, die kein Trikot trugen. „Wir haben derzeit so viele Verletzte wie wahrscheinlich noch nie in den vergangenen Jahren“, erklärte Halls Headcoach Jordan Neuman. Besonders heftig hat es die Riege der Wide Receiver, also der Passempfänger, erwischt. „Von denen wird es auch bis zum kommenden Spiel in Kirchdorf keiner zurück in den Kader schaffen“, glaubt Neuman.

Unicorns konzentrieren sich auf Laufspiel

So konzentrierten sich die Unicorns darauf, auf andere Art Raum zu gewinnen, nämlich über das Laufspiel. „In der ersten Halbzeit haben wir mehr als 100 Yards Raumgewinn durch das Laufen erzielt. Solche Werte hatten wir wahrscheinlich noch nie.“ Maurice Schüle und Samuel Shannon waren die Protagonisten, die Meter beziehungsweise Yards machten und damit die gute Vorarbeit der Offensive Line, die für den Raum für die Runningbacks sorgten, veredelten. Samuel Shannon lief gleich zweimal mit dem Ball in die Endzone. 28:0 stand es zur Halbzeit, der Sieg zeichnete sich früh ab.

Dennoch musste die Haller Defense schwer arbeiten. Denn die Münchner kamen häufiger zu einem First Down. Doch fast immer, wenn es gefährlich wurde, agierte Halls Verteidigung stark. Mehrfach rissen die Unicorns Brady Bolles hinter dessen Offensive Line zu Boden. Als Beispiel für die Entschlossenheit dienen die Spielzüge in den Schlussminuten der Partie. Die Münchner standen kurz vor der Haller Endzone, doch auch im ausgespielten vierten Versuch prallte München an der energischen Defense ab. Der Jubel der Haller Spieler an der Seitenlinie machte deutlich, dass es für sie sehr wohl einen Unterschied macht, ob man bei einem Sieg nur ein Fieldgoal zulässt oder einen Touchdown.

So fiel das Fazit der Haller Coaches positiv aus: Sie zeigten sich zufrieden ohne die Mannschaft übermäßig zu loben. Sie machten auf einige kleinere Unzulänglichkeiten aufmerksam, an denen gearbeitet werden müsse.

Am kommenden Samstag bestreiten die Unicorns ihr viertes Spiel binnen vier Wochen. Sie sind zu Gast bei den Kirchdorf Wildcats.

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So spielten sie

Schwäbisch Hall Unicorns –
Munich Cowboys

35:3

Punkte für Hall: Simon Brenner (6), Tim Stadelmayr (5), Tyler Rutenbeck (12) und Samuel Shannon (12)

Viertelergebnisse:14:0/14:0/7:3/0:0

Alle Punkte:
7:0 – Simon Brenner – 26-Yard-Interception-Return (PAT Tim Stadelmayr)
14:0 – Tyler Rutenbeck – 51-Yard-Pass von Jadrian Clark (PAT Tim Stadelmayr)
21:0 – Samuel Shannon – 2-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)
28:0 – Samuel Shannon – 7-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)
28:3 – Robert Werner – 42-Yard-Fieldgoal
35:3 – Tyler Rutenbeck – 3-Yard-Pass von Jadrian Clark (PAT Tim Stadelmayr)