Sportpolitik Thomas Preisendanz an der Spitze des Sport-Stadtverbands

Der Vorstand des Stadtverbands für Sport: Beisitzer Fritz Bernhardt, erster Vorsitzender Thomas Preisendanz, stellvertretende Vorsitzende und Kassiererin Sybille Munz und stellvertretender Vorsitzender Helmut Mohr.
Der Vorstand des Stadtverbands für Sport: Beisitzer Fritz Bernhardt, erster Vorsitzender Thomas Preisendanz, stellvertretende Vorsitzende und Kassiererin Sybille Munz und stellvertretender Vorsitzender Helmut Mohr. © Foto: tav
Schwäbisch Hall / Viktor Taschner 04.12.2018
Die Vertreter der Haller Vereine wählen Thomas Preisendanz zum neuen ersten Vorsitzenden des Stadtverbands für Sport.

Es reiche ja schon ein oberflächlicher Blick, um zu erkennen, dass er nicht so viel Sport mache, sagt Thomas Preisendanz mit selbstironischem Witz bei seiner Vorstellung im Vereinsheim des SC Bibersfeld. Auf einem kleinen, weißen Notizzettel hat er die Stichworte für seine Rede notiert. Als Jugendlicher habe er aber durchaus viel Sport gemacht, insbesondere Leichtathletik und Schwimmen, und auch Rekorde aufgestellt. Bei der Abstimmung gehen alle 41 Stimmkarten der Vertreter von 16 Vereinen in die Höhe: Einstimmig wählen sie Preisendanz zum neuen ersten Vorsitzenden des Haller Stadtverbands für Sport.

Der ehemalige Direktor des Gymnasiums bei St. Michael, FDP-Fraktionsvorsitzende im Haller Gemeinderat und Kreistagsmitglied, tritt damit die Nachfolge von Stefan Messner an, der im August dieses Jahres verstorben ist. „Ich habe ihn sehr geschätzt. Er hinterlässt große Fußstapfen, die ich aber gar nicht ausfüllen will. Er ist seinen Weg gegangen und ich möchte meinen Weg gehen“, erläutert Preisen­danz bei seiner Rede.

Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim ist auf das Vermächtnis von Messner eingegangen. „Als er 2007 das Amt übernahm, befand sich der Verband in einer schwierigen Lage.“ Die Vereine zogen damals nicht an einem Strang. „Es stand auch eine Auflösung im Raum. Aber er hat es geschafft, die Wogen zu glätten“, erinnert sich Pelgrim. Aus zunächst einem Jahr wurde noch ein weiteres und danach wiederum ein weiteres. Schlussendlich führte Messner elf Jahre lang den Verband. In seine Amtszeit fallen unter anderem die Errichtung der Kunstrasenplätze an den Schulzentren Ost und West oder die Sanierung des Schenkensee- und Hagenbachstadions. „Auch zur Änderung der Sportförderrichtlinie der Stadt hat Stefan Messner viel beigetragen“, sagt Pelgrim.

Nicht nur Halls Oberbürgermeister hat an diesem Freitagabend die Bedeutung des Sports für die Gesellschaft (sozialer Kitt, der die unterschiedlichen Gruppen zusammenhält) verdeutlicht. Auch der neue Vorsitzende Preisendanz stellt dies heraus: „Der Sport ist zum einen wichtig für die Menschenbildung“, erklärt der ehemalige Schuldirektor. Er sei „extrem großzügig gewesen“, wenn zum Beispiel ein Schüler für ein Fußball-Probetraining in Hoffenheim freigestellt werden sollte, solange es seine Noten zuließen. „Man lernt, auf den anderen zuzugehen.“ Bei Lehrereinstellungen habe er auch gefragt, ob der Kandidat Sport treibe, „Vor allem beim Mannschaftssport muss man sich mit den anderen arrangieren. Das ist in einem Lehrerkollegium auch nicht immer leicht.“ Zum anderen stärke der Sport auch das Selbstbewusstsein, weil die Leute etwas erreichen.

Der 68-Jährige ist kein Freund davon, zwei unterschiedliche Bereiche, wie den Sport und die Kultur, gegeneinander auszuspielen. Beides sei notwendig. „Ich möchte meine Vernetztheit zugunsten der Vereine einbringen“, stellt Preisendanz heraus.

Mohr und Bernhardt wiedergewählt

Bei der Versammlung sind der stellvertretende Vorsitzende Helmut Mohr und Beisitzer Fritz Bernhardt für zwei Jahre wiedergewählt worden. Sybille Munz ist noch ein weiteres Jahr im Amt. Mohr wiederholte in seiner Ansprache die Forderung des Stadtverbands, eine Kalthalle für rund 500 000 Euro, ähnlich wie in Bühlerzell und Gründelhardt, zu errichten. Das Geld solle im Haller Doppelhaushalt 2020/21 bereitgestellt werden. Aus dem Vorstand verabschiedet hat sich nach 18 Jahren Beisitzerin und Schriftführerin Ute Körner. Ein Nachfolger hat sich bislang nicht gefunden. Damit sind zurzeit zwei Beiratsposten unbesetzt. tav

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel