Enslingen/Untermünkheim Spaß und doch auch etwas Druck

Wheelie und hochgereckter Daumen: Der aus Braunsbach stammende Niklas Schehl ist in Enslingen nach 62 Minuten als Erster im Ziel.
Wheelie und hochgereckter Daumen: Der aus Braunsbach stammende Niklas Schehl ist in Enslingen nach 62 Minuten als Erster im Ziel. © Foto: Hartmut Ruffer
Enslingen / Hartmut Ruffer 05.06.2018
Beim MPDV-Cup in Enslingen präsentieren sich auch die international agierenden Fahrer aus der Region. Der Braunsbacher Niklas Schehl gewinnt die Lizenz-Klasse, Noah Neff aus Untermünkheim setzt sich bei den Junioren durch.

Immer, wenn in Enslingen akute Parkplatznot herrscht, macht die Mountainbike-Entourage in dem Untermünkheimer Teilort Station. In den vergangenen Jahren hieß die Veranstaltung LBS-Cup, seit diesem Jahr nun aufgrund des Namensgeber-Wechsels MPDV-Cup. Die Abläufe sind gleich geblieben: Mountainbike-Rennen von der Altersklasse U 9 bis zu den Lizenzfahrern.

Was sich verändert hat, ist der Termin. Enslingen war zuletzt immer zum Auftakt der Serie an der Reihe, meist Ende April. Vielleicht lag es an dem Termin zum Ende der Pfingstferien oder an den hohen Temperaturen, dass diesmal weniger Starter und weniger Zuschauer da waren.

Geboten wurde allerdings wie in den Vorjahren guter bis hervorragender Mountainbikesport. Bei den Jugendrennen versuchte sich der Nachwuchs des Tura Untermünkheim beim Heimrennen besonders in Szene zu setzen, was zu großen Teilen gelang. Der Höhepunkt war das Rennen der Lizenzklasse. Mit Louis Wolf, Luis Neff, Tim Feinauer und Niklas Schehl standen auch dort einheimische Fahrer am Start. Der Unterschied: Sie alle haben internationale Erfahrung, gehören europäisch zur Spitzenklasse und haben bereits Weltcup-Erfahrung.

Heimrennen sind besonders

In Enslingen starteten die Lizenzfahrer gemeinsam mit den Junioren-Lizenzfahrern. Die mussten eine Runde weniger auf der anspruchsvollen Strecke drehen. Souveräner Sieger wurde Noah Neff, der jüngere Bruder von Luis. Das Heimrennen sei immer noch etwas Besonderes, meinte der amtierende deutsche U-17-Meister, weil man sich auch vor Freunden und Verwandten präsentiere. Der Sieg beim MPDV-Cup ist für Noah Neff (German Technology Racing) sicher nicht mehr ein herausragendes Ereignis, aber dennoch tut ihm der Erfolg gut. „Ich fahre nun in der U-19-Klasse, bin dort in meinem ersten Jahr.“ Die ersten zwölf Monate in der neuen Altersklasse gelten im Mountainbike als besonders hart, weil man sich als Jüngerer gegen die ältere Konkurrenz beweisen muss. Zudem sind die Rennen länger. „Man hat also mehr Zeit zum Nachdenken“, meint Noah Neff. Kombiniert mit einer anderen Erwartungshaltung kann das durchaus hart sein.

Hinter den Erwartungen

Einen gewissen Druck spürt auch Niklas Schehl. Der Braunsbacher, der für das Team Bulls fährt, hatte zuletzt gesundheitliche Probleme. In Südafrika fing er sich Legionellen ein. Die Bakterien setzen seinem Körper zu, die Ergebnisse bei den Weltcups blieben hinter seinen Erwartungen. Ihn ärgert das, schließlich wollte der U-23-Fahrer im zweiten Jahr in dieser Altersklasse angreifen. Eine erneute Bakterien-Erkrankung warf ihn zuletzt nochmals zurück. In Enslingen aber fühlte er sich „gut“ und wollte einfach etwas Spaß haben und Wheelies zeigen. Er siegte mit 28 Sekunden Vorsprung auf Luis Neff. Der Fahrer des Untermünkheimer German-Technology-Racing-Teams zeigte ebenso eine starke Leistung.

Dritter wurde erneut ein Untermünkheimer mit internationalen Meriten: Louis Wolf. Auch der 25-Jährige ist mit der bisherigen Saison nur bedingt zufrieden. In Enslingen gelang ihm ein hervorragender Start, beim ersten Anstieg war er vor Schehl und Luis Neff, musste aber beide noch in der ersten Runde vorbeilassen. Am Ende reichte es für Rang drei. Im Anschluss drehte er noch mit Kindern einige Runden im Bike-Park. Für ihn geht es jetzt nach Island. Am Samstag will er seinen Titel bei der Blue Lagoon Challenge, einem 60 Kilometer langen Mountainbikerennen mit mehr als 750 Teilnehmern, verteidigen.

Noah Neff und Niklas Schehl sind in knapp zwei Wochen wieder gefordert. Sie nehmen an der Sprint-DM in ihrer jeweiligen Altersklasse teil.

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