Schach SK Hall bleibt ohne Punktverlust

Die 27-jährige Georgierin Sopiko Guramishvili spielt in Hamburg zum ersten Mal in dieser Saison für den SK Hall.
Die 27-jährige Georgierin Sopiko Guramishvili spielt in Hamburg zum ersten Mal in dieser Saison für den SK Hall. © Foto: Thomas Marschner
Hamburg / Thomas Marschner 30.01.2018

Im Spitzenspiel haben die Hallerinnen die Nerven behalten: Der Spitzenreiter gewann beim Tabellenzweiten Hamburger SK mit 3,5:2,5. Tags darauf folgte ein lockerer 5,5:0,5-Erfolg über Doppelbauer Kiel. Hall bleibt damit weiterhin verlustpunktfrei Tabellenführer der Frauen-Bundesliga.

Gegen Hamburg wurde es im HSK-Schachzentrum bei hervorragenden Spielbedingungen, inklusive Liveübertragung und  -kommentierung der Partien sowie der Übertragung der Fußball-Bundesliga-Partie des HSV in Leipzig, das erwartet knappe Match. Beide Mannschaften mussten aufgrund des zeitgleich stattfindenden Opens in Gibraltar auf die eine oder andere Spielerin verzichten – dort spielte in den ersten Runden insbesondere die Haller Topspielerin Nino Batsiashvili hervorragend. Für Hamburg sicher etwas überraschend, spielte das erste Mal seit fast zwei Jahren wieder Sopiko Guramishvili mit, pünktlich zum fünfjährigen Jahrestag in den Reihen des SK Schwäbisch Hall. Aufgrund der Geburt ihres Sohns hatte sie eine Turnierpause eingelegt. Aus der Ferne fieberte sie mit ihrem Ehemann Anish Giri mit, der beim Topturnier im niederländischen Wijk aan Zee punktgleich mit Weltmeister Magnus Carlsen Co-Sieger wurde und dem Weltmeister erst im Blitzschach-Stichkampf unterlag.

Erhöhter Puls

Gegen Hamburg fiel die Entscheidung an den hinteren Brettern: Iva Videnova gewann souverän, Karina Ambartsumova trotz ihrer üblichen Zeitnot ebenfalls. Ihre Partie sorgte bei den Verantwortlichen des SK für erhöhten Puls. Die letzten 15 Züge vor der Zeitkontrolle zogen Ambartsumova und die Hamburgerin Lyubka Genova jeweils im Increment (Zuwachs). Pro Zug erhalten die Spielerinnen 30 Sekunden Zeitgutschrift, die normale Zeit war bereits abgelaufen. Die Hallerin behielt die Nerven und siegte nach der Zeitkontrolle im Endspiel.

Die Partien an den Brettern 1, 3 und 4 endeten nach hartem Kampf remis, in jeder der Partien wurde das Remis erst vereinbart, als wirklich keine Gewinnmöglichkeit mehr vorhanden war. Nur Irina Bulmaga spielte eine Art unvollendete Glanzpartie: Sie opferte eine Figur für einen starken Angriff, fand dann aber die Gewinnfortsetzung nicht. Danach jagte sie den gegnerischen König unter weiteren Materialopfern übers halbe Brett, doch ihre Gegnerin, die deutsche Nationalspielerin Judith Fuchs, behielt die Nerven, nahm das geopferte Material mit und konnte am Ende die Partie mit 2,5:3,5-Endstand aus Hamburger Sicht gewinnen.

Am Sonntag wurde es gegen den Tabellenletzten Doppelbauer Kiel einfacher, bis auf Brett 1 war der Spielstärkeunterschied enorm, und dieser setzte sich im Laufe der Partien überall durch. Den Auftakt machte Jana Zpevakova, die für Iva Videnova ins Team rutschte. Nur Nationalspielerin Marta Michna konnte ihre Partie gegen Lela Javakhishvili am Spitzenbrett remis halten.

Die letzten beiden Doppelrunden, in denen die Entscheidung um die deutsche Meisterschaft fällt, finden beide in Schwäbisch Hall statt. Zunächst geht es am 17. und 18. Februar gegen Rodewisch und Leipzig, danach am 24. und 25. März gegen Karlsruhe und zum vermutlich alles entscheidenden Showdown in der letzten Runde gegen Topfavorit Baden-Baden. Die OSG gab sich, obwohl stark ersatzgeschwächt, keine Blöße und gewann ebenfalls zweimal (gegen den SK Lehrte 5:1 und gegen SV Medizin Erfurt 5,5:0,5) und ist jetzt mit einem Punkt Rückstand Tabellenzweiter.

Tabelle der Bundesliga der Frauen

Brettpunkte MP

1. SK Schwäbisch Hall 35,5 14
2. OSG Baden-Baden 31 13
3. Hamburger SK 30 12
4. SC Bad Königshofen 27,5 10
5. SF Deizisau 25,5 8
6. Rodewischer SM 24,5 8
7. SK Lehrte 18 6
8. Karlsruher SF 16,5 5
9. SV Hofheim 11,5 3
10. SV Allianz Leipzig 12,5 2
11. SV Medizin Erfurt 10 2
12. Doppelbauer Kiel 9,5 1

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