Rund 30 Unparteiische fehlen der Schiedsrichtergruppe Schwäbisch Hall, um alle Fußballspiele besetzen zu können. So müssen in der Jugend meist Betreuer als Schiedsrichter einspringen, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Beim Handball, Basketball und American Football gibt es in manchen Teilen die gleichen Vorzeichen.

  • Handball

„Prinzipiell sieht es bei uns ähnlich wie im Fußball aus“, meint Fritz Bernhardt, Abteilungsleiter der Handballer der TSG Schwäbisch Hall. Allerdings konnten seiner Information nach bislang alle Spiele besetzt werden, auch die der Jugend. „Wenn mal ein Schiedsrichter nicht vor Ort ist, dann hat er verschlafen“, meint Bernhardt mit einem Lächeln. Sollte das der Fall sein, darf ein Vereinsvertreter pfeifen, wenn beide Seiten einverstanden sind.

Um Interessierten den Einstieg zu erleichtern, gibt es seit kurzem eine spezielle Schiedsrichter-Ausbildung, mit der man Spiele der Minis und die E-Jugend pfeifen darf. Dabei handele es sich um eine „abgespeckte“ Ausbildung. „Das läuft jetzt erst an“, so Bernhardt. Wer Handball-Schiedsrichter ist, soll 15 Spiele im Jahr leiten und eine Schulung besuchen. Die TSG Hall sollte vier Schiedsrichter stellen, da sie zwei Aktiven- und zwei A-Juniorenteams stellt. Nach deren Zahl wird die Anzahl der Unparteiischen berechnet. „Momentan haben wir aber nur einen Unparteiischen, für die drei fehlenden zahlen wir Strafe. Wir wollen unser Soll in Zukunft wieder erfüllen“, blickt Bernhardt in die Zukunft, auch wenn er bekennt, dass die Suche nach Unparteiischen nicht „Priorität 1“ sei.

  • Basketball

Markus Renner ist bei den Flyers der TSG Hall für das Schiedsrichterwesen zuständig. „Auch im Basketball wird es nicht einfacher Schiedsrichter zu gewinnen, vor allem in kleineren Städten. Zu Schiedsrichtern ausgebildet werden in den allermeisten Fällen Jugendspieler, die häufig nach dem Abitur zum Studium wegziehen. Damit stehen sie oft nur noch sehr bedingt zur Verfügung“.

In dieser Saison habe man es „mit einiger Mühe“ geschafft, alle Spiele abzusichern. Die Nachwuchsproblematik sei auch im Verein zu spüren. „Wir bräuchten dringend weitere Schiedsrichter, auch, um die bereits vorhandenen zu entlasten, die ja fast alle auch Spieler und/oder Trainer sind“, bringt Markus Renner das Problem der „Doppelbelastung“ ins Spiel. Die Flyers haben aktuell 13 Unparteiische, neun sind regelmäßig im Einsatz. Zudem schafften es die Flyers, zwei U16-Spieler zu Schiedsrichtern auszubilden und auch einzusetzen.

Auch im Basketball müssen je Mannschaft im Aktivenbereich Schiedsrichter an den Verband gemeldet werden. „Passiert das nicht, werden Strafen ausgesprochen. Soweit die Theorie. Praktisch sieht unser Bezirk von der Verhängung von Strafen ab.“

  • American Football

Während im Handball und Basketball die Anzahl der Unparteiischen noch überschaubar ist (je nach Ligastufe sind es ein bis drei Schiedsrichter), sind beim American Football mindestens fünf Unparteiische im Einsatz. Die Unicorns stellen „chronisch zu wenig“ Schiedsrichter, berichtet Sportdirektor Siegfried Gehrke. Dennoch funktioniere es insgesamt gut.

Gehrke sieht dafür einen Hauptgrund: „Football-Schiedsrichter werden recht gut entlohnt, was umgekehrt eine ziemlich hohe finanzielle Belastung für die Vereine darstellt.“ Schon bei einem Jugendspiel kämen da mehr als 500 Euro an Kosten zusammen.

Dass Vereinsvertreter bei fehlenden Referees einspringen, sei unmöglich. „Der Verband ist in dieser Hinsicht sehr kleinlich. Es stehen tatsächlich nur Schiedsrichter mit Lizenz auf dem Platz.“

Ähnlich wie bei anderen Sportarten müssen Football-Schiedsrichter eine Mindestanzahl von Spielen leiten, um ihre Lizenzstufe zu erhalten. Das klappe aber selbst bei denen, die gleichzeitig Spieler sind, Gehrkes Meinung nach recht gut. „Was beim Football wegen der relativ hohen Schiedsrichterrate im Verhältnis zur Zahl von Mannschaften und Spielern immer wieder vorkommt, ist, dass Spieler in ihrer eigenen Liga pfeifen. Nicht optimal, aber bei den gegebenen Verhältnissen fast unvermeidlich“, so Siegfried Gehrke.

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