Baseball Jedermann-Turnier im Baseball - gar nicht so schwer

Anvisieren und zuschlagen: Ein Spieler der „Biberbrüder“ drischt den Ball weit ins Feld.
Anvisieren und zuschlagen: Ein Spieler der „Biberbrüder“ drischt den Ball weit ins Feld. © Foto: Foto: Hartmut Ruffer
Schwäbisch Hall / Hartmut Ruffer 12.07.2018
Die „Biberbrüder“ gewinnen das Slow-Pitch-Turnier der Schwäbisch Hall Renegades. Anfänger erhalten von den Haller Baseballern viel Lob.

„Eigentlich ist es gar nicht so schlecht, dass es diesmal nur acht Mannschaften sind.“ Für den Rene­gades-Vorsitzenden Sascha Goldinger überwiegen die Vorteile des kleineren Teilnehmerfelds. Zumal das Interesse durchaus größer war, aber einige Teams letztlich wegen Terminschwierigkeiten absagen mussten. „Früher haben wir auf den Nebenplatz des Fußballstadions ausweichen müssen. Jetzt reichen uns hier die zwei Spielfelder. Da ist alles kompakter und wir haben auch alles sofort im Blick.“

Alles im Blick zu haben ist lohnenswert. Denn es spielen sowohl einige aktuelle oder ehemalige Baseballer mit als auch einige Novizen bei diesem Spaßturnier, bei dem nach stark vereinfachten Regeln gespielt wird. Da fliegt der Ball auch mal in unerwartete Richtungen. Das komme aber selten vor. „Es ist ein Team der Firma Würth dabei, das erst am Donnerstag zum ersten Mal trainiert hat – und das, was die heute spielen, sieht sehr passabel aus“, stellt Goldinger anerkennend fest.

Spielen in rosa Tutus

Die Stimmung ist locker-fröhlich. „Die Prinzessinnen“ laufen in rosa Tutus auf, andere haben eigens kreierte T-Shirts. „So etwas macht einfach nur Spaß“, meint Heiko Hilsenbeck. Er hat früher selbst Baseball bei den Rene­gades gespielt. Das sieht man auch. Als er einen Ball fängt, streckt er sofort sein linkes Bein aus, um die Base zu berühren. Damit ist gewährleistet, dass ein Gegner, der auf dem Weg zu dieser Base ist, ausscheidet. Wird der Ball, der beim Softball etwas größer ist als beim „echten“ Baseball, mit dem Schläger getroffen, gibt dies einen satten Klang – zumindest, wenn dieser voll getroffen wird. Wenn das passiert, schauen auch die Teams, die gerade nicht im ­Einsatz sind, interessiert auf. Kurz vor der Mittagszeit drischt ein Mitglied der „Biberbrüder“ den Ball weit über das Feld ­hinaus – ein sogenannter Homerun. Die Spieler der „Lusthörnchen“, die gerade auf dem Weg zu ihrem nächsten Spiel sind, quittieren das mit anerkennendem Jubel.

Die „Biberbrüder“ haben später noch Grund zum Feiern. Sie gewinnen das Finale gegen das Team der „Legends“ und stemmen den Wanderpokal in die Höhe. Das „goldene Kischtle“, ein farblich schön verzierter, gefüllter Bierkasten gibt es obendrauf.

Jugendteam etabliert sich

Dass sich ein Spieler des Turniers den Renegades, die derzeit in der Bezirksliga spielen, anschließt, ist zwar nicht auszuschließen, aber eher unwahrscheinlich. Dafür überwiegt zu sehr der Spaßcharakter des Spiels. Dennoch fühlen sich die Haller Baseballer ordentlich aufgestellt. Denn im Jugendbereich hat Trainer Claudio Rodriguez Romero mittlerweile rund 15 Teenager regelmäßig im Training. Als er begann, gab es faktisch kein Jugendteam. Wenn die Jugendlichen dabei blieben, meint Sascha Goldinger, sehe es ganz gut aus für die kleine Abteilung der TSG Hall. Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Aber klar ist: Etwas mehr wäre immer besser!“

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