Zum achten Mal seit 2011 stehen die Schwäbisch Hall Unicorns im Endspiel um die deutsche Footballmeisterschaft. Zum fünften Mal mussten sich in einem Halbfinale die Dresden Monarchs geschlagen geben. „Wir haben gewusst, was kommt, konnten aber die Spielzüge nicht stoppen“, meinte Dresdens Headcoach Ulz Däuber auf der Pressekonferenz.

Er hatte vier Szenen ausgemacht, die das Spiel entschieden. „Wir machen erst den Touchdown zur möglichen 20:16-Führung nicht, verschießen dann auch noch das Fieldgoal zum möglichen 16:16 und können dann einen 32-jährigen Backup bei einem langen Pass nicht aufhalten und wir erlauben uns einen Fumble, also einen Ballverlust. Mit so vielen Fehlern kann man nicht ins Endspiel kommen.“

Däuber wollte den Hinweis auf das Alter von Andre Feuerherdt nicht despektierlich gemeint haben, sondern seinen Unmut über die Defense-Leistung in dieser Szene unterstreichen. Dieser Spielzug war genau so geplant gewesen, meinte Jordan Neuman. Der Headcoach der Unicorns hatte in diesem Moment keinen US-amerikanischen Ballfänger auf dem Feld: Tyler Ruthenbeck hatte einen „Ganzkörperkrampf, er konnte sich kaum noch bewegen“ und Nate Robitaille hatte mit einem Oberschenkelkrampf das Spielfeld verlassen müssen. So waren die Hauptprotagonisten der Unicorns-Passempfänger draußen. „Diese langen tiefen Pässe zu erlaufen, ist Andres Spezialität“, freute sich Jordan Neuman über diesen geglückten Coup. Feuerherdt hatte seinem Bewacher fast zwei Meter abgenommen, als er den Ball fing und damit in die Endzone rannte.

Dieser Spielzug zum 23:13 sollte der emotionale Wendepunkt werden. Denn zuvor ging vieles von dem auf, was sich die Monarchs vorgenommen hatten. Sie hielten mit ihrer Offense lange den Ball, so dass umgekehrt der Haller Angriff schlecht in den Rhythmus kam. Die Haller konnten die Dresdner Führung nicht sofort kontern, mussten sich mit einem Fieldgoal zum 3:6 zufrieden geben.

Touchdown in 41 Sekunden

Doch obwohl die Unicorns sich gegen die bewegliche Defense der Monarchs schwer taten und es zunächst keine Big Plays mit viel Raumgewinn gab, konnten sie Punkte erzielen: Aurieus Adegbesan und Jadrian Clark sorgten für das 16:6. Bei letzterem Touchdown lief vieles besser. Die Unicorns benötigten gerade mal 41 Sekunden, um über das Feld zu marschieren. Mit etwas Glück kamen die Monarchs vor der Pause noch zum 16:13, weil ein Pass in der Endzone zwar abgefälscht wurde, aber dennoch in den Händen eines Dresdners landete.

Wie schon im Viertelfinale gegen Berlin hatte kurz nach der Pause der Gast die Chance auszugleichen beziehungsweise in Führung zu gehen. Doch die Unicorns-Defense ließ zunächst keinen Touchdown zu, dann verschossen die Monarchs ein Fieldgoal. Schon da meldeten sich die mehr als 3150 Zuschauer im Optima-Sportpark lautstark, feierten kurz darauf Andre Feuerherdt. Danach wirkte die Offense sehr souverän. Samuel Shannon lief gegen Ende des Spiels dreimal mehr als zehn Yards. Gegen Berlin wurde er von seinen ehemaligen Teamkollegen häufig früh geblockt, diesmal „passte alles. Die Kollegen haben mir den Weg frei gemacht, ich musste nur durch die Lücken laufen“, bedankt er sich bei seinen Mannschaftskameraden. Samuel Shannon freut sich besonders auf das Finale in Frankfurt, da er in Hessen, in der Nähe von Bad Dürkheim, aufgewachsen ist.

Die Haller Defense beeindruckte nach der Pause, ließ Dresdens Offense keine Chance. Die Haller zwangen die Dresdner zu einem Ballverlust, kurz vor Schluss fing Cody Pastorino auch noch einen Dresdner Pass ab. „Das sind die entscheidenden Momente“, meinte Halls Defense Coordinator Johannes Brenner.

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So spielten sie


Schwäbisch Hall Unicorns –
Dresden Monarchs

30:13

Punkte für Hall: Tim Stadelmayr (6), Aurieus Adegbesan (6), Jadrian Clark (6), Andre Feuerherdt (6) und Nathaniel Robitaille (6)

Viertelergebnisse: 0:6/16:7/7:0/7:0

Alle Punkte: 0:6 – Kevonn Mabon – 44-Yard-Pass von Glen Cuiellette (PAT missed)
3:6 – Tim Stadelmayr – 34-Yard-Fieldgoal
10:6 – Aurieus Adegbesan – 3-Yard-Pass von Jadrian Clark (PAT Tim Stadelmayr)
16:6 – Jadrian Clark – 2-Yard-Lauf (PAT blocked)
16:13 – Cheikhou Sow – 7-Yard-Pass von Glen Cuiellette (PAT Florian Finke)
23:13 – Andre Feuerherdt – 53-Yard-Pass von Jadrian Clark (PAT Tim Stadelmayr)
30:13 – Nathaniel Robitaille – 43-Yard-Pass von Jadrian Clark (PAT Tim Stadelmayr)