„Natürlich sind Spiele gegen die Unicorns immer etwas Besonderes für mich“, bekennt Ulrich „Ulz“ Däuber, der in der Stadt am Kocher aufgewachsen ist, um die Jahrtausendwende in die USA emigrierte und vor zwei Jahren nach Deutschland zurückkehrte. Zum zweiten Mal kommt er nun als Headcoach der Dresden Monarchs nach Hall. „Ein Halbfinale zu erreichen bedeutet immer, dass die Mannschaft in der Saison eine tolle Leistung gezeigt hat.“

Das Viertelfinale gegen Marburg (39:22) verlief für ihn „wie erwartet, aber nicht wie erhofft. Marburg ist ein gutes, aber kein sehr gutes Team. Wir hatten anfangs unsere Probleme mit dem viel selbst laufenden Quarterback. Das sind wir in der Nord-Gruppe der GFL nicht gewohnt. Würde er das dort machen, würde er das nicht viele Spiele überstehen.“

Die Dresden Monarchs reisen mit viel Optimismus nach Schwäbisch Hall. Im fünften Halbfinale dort soll es endlich mit einem Sieg klappen. „Wir sind in der Offensive ausgewogener als im Vorjahr“, ist sich Däuber sicher. „Und in der Defensive spielen wir jetzt das zweite Jahr das gleiche System. Da fühlen sich die Spieler mittlerweile sehr viel wohler.“ Vor allem aber die mentale Stärke soll helfen, den amtierenden Meister zu schlagen. „Im Prinzip hatten wir in der Rückrunde nur noch Playoff-Spiele, weil die Tabellenkonstellation so eng war. Wir lagen auch zurück, haben aber die Spiele gedreht.“ Das soll helfen, auch in Hall die Ruhe zu bewahren.

Bei den Unicorns habe sich aus seiner Sicht nur wenig verändert. „Ob nun Jadrian Clark oder Marco Ehrenfried als Quarterback spielt – das gibt sich nicht viel.“ Wohl aber habe der Kader der Unicorns noch mehr Tiefe. „Dafür haben die Unicorns auch noch mehr Geld in die Hand genommen. Auch wenn sie sagen, dass sie die Spieler nicht bezahlen – zumindest Benzingeld wird es geben“, stichelt Däuber ein wenig, um entspannt und mit einem Lächeln hinzuzufügen. „Das habe ich auch genauso Jordan und Jürgen Gehrke gesagt.“

Däuber ist aufgefallen, dass sowohl Frankfurt als auch Marburg gegen Hall in der Lage waren, den Ball über das Feld zu bewegen. „Das bedeutet: Da kann man was machen.“ Darauf angesprochen kontert Jordan Neuman: „Die Eindrücke von Ulz stimmen. Wir haben insgesamt mehr Yards zugelassen. Aber unsere Defense ist in den entscheidenden Momenten immer bereit gewesen. Sie ist weiterhin wahnsinnig stark und hat das Potenzial, jede Offense in Deutschland auszuschalten.“

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