Schach Optimaler Start für Haller Schachfrauen

Völlig unerwartet für die Hamburgerinnen sitzt Lela Javakhishvili am Sonntagmorgen am Spitzenbrett des SK Schwäbisch Hall.
Völlig unerwartet für die Hamburgerinnen sitzt Lela Javakhishvili am Sonntagmorgen am Spitzenbrett des SK Schwäbisch Hall. © Foto: Thomas Marschner
Norderstedt / Thomas Marschner 25.10.2016
Nach dem klaren Erfolg gegen Aufsteiger Harksheide sorgt eine Umstellung für Verwirrung beim nächsten Gegner.

Gegen Harksheide war Schwäbisch Hall klar favorisiert. Die jungen Gegnerinnen wehrten sich von Anfang an verbissen, und bis in die dritte Stunde war kaum ein Vorteil für die Mannschaft des deutschen Vizemeisters zu erkennen. Dann ging es aber Schlag auf Schlag: innerhalb von fünf Minuten entschied sich in der Zeitnotphase um den 35. Zug eine Partie nach der anderen, so dass schon um 18 Uhr der Endstand von 6:0 für Hall feststand.

Bemerkenswert der Bundesligaeinstand von Jungtalent Annmarie Mütsch, die gegen ihre ein Jahr ältere Gegnerin Inken Köhler in unklarer Stellung Remis ausschlug und ein hohes Risiko einging, das am Ende mit dem vollen Punkt belohnt wurde.

Am vergangenen Sonntag gab es das erwartet knappe Spiel gegen den Hamburger SK. Wie in der Vorsaison gelang es Schwäbisch Hall, die Hamburgerinnen mit einer Änderung in der Mannschaft zu überraschen. Am Spitzenbrett spielte Lela Javakhishvili, georgische Teamweltmeisterin, und gab ihr Bundesligadebüt. Annmarie Mütsch pausierte. Damit rückten alle Spielerinnen ein Brett nach hinten und hebelten die Hamburger Vorbereitung völlig aus. Lela Javakhishvili traf im Spitzenspiel auf die deutsche Nummer 1 Elisabeth Pähtz, die schon letztes Wochenende mit den Dresdner Männern in Schwäbisch Hall gespielt hatte. Lela Javakhishvili konnte die Partie problemlos ausgleichen und erreichte ein sicheres Remis mit den schwarzen Figuren. In der Partie hatte, wenn überhaupt, nur sie Gewinnchancen gehabt.

Rapport siegt weiter

Überhaupt waren es die „Schwarzbretter“, die den Sieg garantierten: Deimante Daulyte und Jovana Rapport mussten zweimal mit Schwarz antreten und gewannen beide Partien. Jovana Rapport stellte damit ihre Bilanz für Schwäbisch Hall auf 5 Siege in 5 Partien. Deimante schlug mit Sarah Hoolt eine weitere im Dienste der Hamburger stehende deutsche Nationalspielerin. Remis spielten Karina Ambartsumova und Sophie Milliet, damit war die Niederlage von Ekaterina Atalik gegen die aktuell bärenstarke Polin Monika Socko nur noch Ergebniskosmetik.

Am 21. Januar kommt es in Schwäbisch Hall in den Stadtwerken zum Spitzenspiel gegen den Meister der vergangenen zwei Spielzeiten. Der Partie gegen die OSG Baden-Baden wird vorentscheidende Bedeutung hinsichtlich der Meisterschaft zugewiesen. Baden-Baden gewann seine Auftaktspiele glatt gegen zwei Aufsteiger (Bayern München und SG Augsburg). Zu dem Aufeinandertreffen im Januar werden alle Stars des Meisters erwartet, darunter drei ehemalige Weltmeisterinnen. Die Hallerinnen werden erneut versuchen gegenzuhalten, um wie im Vorjahr dem Favoriten ein Bein zu stellen.

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