Schon mit 17 Jahren das Elternhaus zu verlassen, bedeutet einen großen Einschnitt im Leben. Jekabs Beck hat dies nicht gescheut. Der mittlerweile 19-jährige Haller lebt seit drei Jahren in der Basketball-­Hochburg Bamberg. 2017 wechselte er in die Nachwuchsabteilung des neunfachen deutschen Meisters Brose Bamberg.

Beck, der damals noch in ­Hessental wohnte und ins Gymnasium an St. Michael ging, spielte für die Schwäbisch Hall Flyers und mit einer Doppellizenz in der Jugend-Basketball-Bundesliga bei den Crailsheim Merlins. Für die nächsthöhere Altersklasse in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) wollte Beck dann zu einer Mannschaft mit mehr Potenzial gehen. „Ich hatte Angebote und habe mich dann für Bamberg entschieden.“ Beck zog dafür von Hall in ein Bamberger ­Internat, an dem er 2019 sein Abi­tur gemacht hat. „Das Schulniveau in Bayern war ähnlich hoch wie in Hall, vielleicht sogar etwas höher. Für mich war es schwierig, weil ich die Doppelbelastung mit dem Sport hatte. Da blieb nicht mehr viel Freizeit.“

Nach den zwei Jahren in der NBBL spielt Jekabs Beck nun in der zweiten Mannschaft von Brose Bamberg, bei den Baunach Young Pikes, in der drittklassigen Pro B. „Wir haben eine sehr junge Mannschaft, das Durchschnittsalter liegt bei 19 oder 20 Jahren.“ Im vergangenen Jahr stieg Baunach aus der zweitklassigen Pro A ab, das Ziel für diese Saison lautet daher Wiederaufstieg. Nach 20 Spieltagen liegen die Young Pikes auf Rang 5, die ersten acht Teams von zwölf kommen in die Play-offs.

„Wir haben einen Tag in der Woche frei, ansonsten trainieren wir zweimal täglich“, schildert Beck die Profibedingungen. Morgens steht normalerweise eine Individual-, Kraft- oder Athletikeinheit auf dem Plan, am Nachmittag folgt das Training mit der Mannschaft auf dem Feld. „Momentan konzentriere ich mich voll auf Basketball“, erklärt der 2,04 Meter große Haller.

Vertrag bei Baunach läuft aus

Das Leben in der oberfränkischen Großstadt gefällt Beck. „Bamberg ist wirklich eine sehr schöne Stadt.“ Nach Schwäbisch Hall zu Besuch schafft er es eher selten, eigentlich nur zu Weihnachten, Ostern und für eine kurze Zeit im Sommer. Seine Eltern und seine drei jüngeren Geschwister leben in Hessental. Sein Bruder Benedikts Beck spielt ebenfalls Basketball bei den Schwäbisch Hall Flyers, jedoch ist er zurzeit wegen einer Verletzung außer Gefecht. Sein großer Bruder Jekabs schaut regelmäßig, wie die Flyers in der Regionalliga Baden-Württemberg abschneiden.

Im Sommer läuft sein Vertrag in Bamberg aus. Wo er in der kommenden Saison spielen wird, weiß Beck momentan noch nicht. „Das ist schwer zu sagen. Ich werde mich dann umschauen. Ich würde natürlich gerne in Bamberg bleiben.“

Die Mutter von Beck stammt aus Lettland, sein Vater ist Deutscher. In der U-16-Nationalmannschaft lief er vor drei Jahren für das Team aus dem Baltikum auf. Bis zu seinem 18. Geburtstag musste er sich für eines der beiden Länder entscheiden. „Ich bin bei Lettland geblieben. Ich habe mich dort eben wohlgefühlt“, sagt Beck. Bei der U-18-EM im vergangenen Sommer in Griechenland trug er wieder das lettische Trikot.