Schwäbisch Hall Tennis-Damen schaffen wohl Oberliga-Klassenerhalt

Mit einem langen Ausfallschritt erreicht Petra Rohanova den Ball. Die tschechische Nummer 1 des STC Hall gewinnt ihr Einzel gegen die Ukrainerin Viktoria Gogol.
Mit einem langen Ausfallschritt erreicht Petra Rohanova den Ball. Die tschechische Nummer 1 des STC Hall gewinnt ihr Einzel gegen die Ukrainerin Viktoria Gogol. © Foto: Hartmut Ruffer
Schwäbisch Hall / Hartmut Ruffer 10.07.2018
Die Frauen des STC Schwäbisch Hall haben den Klassenerhalt nach dem 7:2 gegen die TSG Backnang nahezu geschafft. Die Männer dagegen werden wohl aus der Verbandsliga absteigen müssen.

Auf den ersten Blick erscheint es mehr als ungewöhnlich, dass eine Mannschaft mit nur einem Saisonsieg bereits einen Spieltag vor Saisonschluss gerettet ist. Doch das ist bei den Frauen des STC Hall der Fall. Mehrere Faktoren kommen dabei zusammen: Zum einen spielen die Hallerinnen in einer Staffel, die nur sechs statt der sonst üblichen sieben Teams umfasst. Statt zwei Absteiger gibt es nur einen. Zum anderen sorgte der Spielplan dafür, dass am vorletzten Spieltag mit Hall und Backnang zwei Teams mit einer 0:3-Bilanz aufeinandertrafen.

Nach eineinhalb Stunden Spielzeit machte sich bei den STC-Verantwortlichen zwar keine Panik breit, aber ein paar Sorgenfalten waren zu erkennen. Nach den ersten drei Einzeln führte Backnang mit 2:1, „aber jetzt kommen unsere Punktegaranten“, meinte STC-Cheftrainer Frank Habermann. Er sollte recht behalten. Dass es allerdings so gut laufen würde – die STC-Frauen gaben in den drei weiteren Einzeln sowie in den drei Doppeln keinen Satz ab –, hatte wohl selbst Habermann nicht geglaubt. Vielmehr spekulierten die Zuschauer über einen knappen 5:4-Erfolg.

Aggressiver Unterschnitt

Das lag auch daran, dass Dorothee Berreth und Helena Kucera Startschwierigkeiten hatten. Berreth kassierte gegen Marie Hoppe ein Break zum 1:2 und marschierte mit einem Schrei der Enttäuschung in Richtung Bank, während sich Hoppe mit einem „Dawai! (russisch für los, vorwärts) anfeuerte. Doch die Backnangerin hatte in der Folge große Probleme mit dem ungewöhnlichen Spiel von Dorothee Berreth. Aggressiver Unterschnitt, Netzangriffe und auch ein paar „Mondbälle“ sorgten dafür, dass die Hallerin die Begegnung beherrschte und letztlich souverän mit 6:2 und 6:2 gewann.

Helena Kucera holte einen 1:4-Rückstand im ersten Durchgang gegen Pamela Menk auf. Die routinierte Tschechin wurde von Frank Habermann nominiert, weil Julia Junker aus beruflichen Gründen verhindert war. Letztlich gewann auch Kucera problemlos.

Umkämpft war das Spitzeneinzel im ersten Satz: Petra Rohanova siegte im Tiebreak gegen die Ukrainerin Viktoria Gogol, die daraufhin fluchend zu ihrem Platz lief. Zuvor hatte sie im Tiebreak beim Stand von 5:5 die Chance zum Satzball, doch Rohanova spielte energischer, holte den Punkt und auch den darauffolgenden zum Satzgewinn.

Somit führten die Hallerinnen vor den drei Doppeln mit 4:2. Schon ein gewonnenes Doppel hätte zum Gesamtsieg gereicht, doch die bisherige Doppelstärke setzte sich auch am vergangenen Sonntag fort. Mit 7:2 gewannen sie gegen die TSG Backnang, die damit vor dem Abstieg steht.

Am abschließenden Spieltag am 22. Juli muss sehr viel zusammenkommen, dass sich an der jetzigen Platzierung Backnangs noch etwas ändert. Die TSG müsste den Tabellendritten TV Reutlingen II sehr hoch schlagen. Zudem spielen mit dem TC Ludwigsburg und dem STC Hall die beiden Teams gegeneinander, die jeweils 1:3 Punkte aufweisen. Mit einem Sieg in Ludwigsburg könnte Hall sogar noch auf Rang 3 springen.

Männer brauchen zwei Siege

Düster sieht es für die Männer des STC Schwäbisch Hall aus. Der Verbandsligist unterlag beim TC Waiblingen II mit 1:8. Das Ergebnis täuscht: Fünf Partien wurden im Match-Tiebreak entschieden – alle fünf gingen an die Waiblinger. So blieb es mit dem Sieg von Spitzenmann Filip Brtnicky beim einzigen Haller Punktgewinn.

In der sieben Teams umfassenden Verbandsliga steigen die letzten beiden ab. Schwäbisch Hall muss seine letzten zwei Begegnungen gegen Hirschlanden und Bernhausen gewinnen und gleichzeitig auf die richtigen Ergebnisse der Konkurrenz hoffen, um noch die Klasse zu halten. Angesichts des bisherigen Saisonverlaufs erscheint dieses Szenario wenig realistisch.

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