Viel zu bejubeln hatten die Mountainbiker aus dem Kochertal bei den deutschen Meisterschaften in Wombach am Main. In der Sprintdisziplin war Lia Schrievers vom Untermünkheimer German Technology Racing Team als Titelverteidigerin angereist. Sie stand sichtlich nervös an der Startlinie, konnte sich im spannenden Endlauf aber gegen Nadine Reder vom RSC Kempten erneut die Goldmedaille sichern. Katleen Bock hatte Pech: Nach einem Kettenriss im Halbfinale musste sie sich mit Platz 8 zufriedengeben. Ebenfalls erfreulich war die Silbermedaille von Silas Graf aus Wüstenrot (Conway Factory), der wie Bock für den Tura Untermünkheim fährt.

Tags darauf fanden die Cross-Country-Rennen statt. Im Feld der 50 besten Biker der Altersklasse U 19 war auch Noah Neff, der 2017 den Titel gewann und im vergangenen Jahr Silber nach Untermünkheim holte. In dieser Saison kam Noah Neff im internationalen Vergleich noch nicht so richtig in Schwung. Ein erster Platz wäre die direkte Fahrkarte zu den Weltmeisterschaften nach Kanada, das erhöhte den Druck noch einmal. Nach einem sehr guten Start konnte sich Neff auf zweiter Position einreihen, mit Vollgas ging es 1 Stunde und 20 Minuten durch die Singletrails im Unterholz von Wombach. Neff blieb am Hinterrad von Lennart Krayer (RSG Mannheim), kam aber nicht vorbei. Dennoch war er überglücklich über die Silbermedaille. „Lennart war eine Klasse für sich. Ich bin aber mehr als froh, dass heute wieder einmal alles gepasst hat.“

Schehl ist „super happy“

Ganz anders lief das Rennen in der Herren-Elite. „Mit Sven Strähle haben wir ein heißes Eisen im Feuer“, war sich Teammanager Sam Weber vor dem Rennen noch ziemlich sicher. Doch bereits nach der ersten Runde musste sich Strähle von einer achtköpfigen Spitzengruppe trennen. „Heute ging es einfach nicht, die Beine haben nicht mitgemacht“, so Strähle später im Ziel. Der neue deutsche Meister in der Elite heißt Max Brandl, der erst 21-Jährige hatte sich als U-23-Fahrer in der Elite-Klasse gemeldet und das Rennen ab Runde 3 dominiert.

In der U-23-Kategorie gab es eine weitere Medaille für einen Kochertaler: Der aus Braunsbach stammende Niklas Schehl holte sich Silber. „Ich freue mich extrem, bin super happy!“ In den vergangenen Jahren hatte Niklas Schehl viel Pech bei deutschen Meisterschaften, so brach ihm etwa vor einigen Jahren, als er in Führung lag, der Sattel. Der Braunsbacher hatte sich selbst immer viel unter Druck gesetzt. Im Vorfeld hatte Niklas Schehl nun mit einer Sportpsychologin zusammengearbeitet. „Ich konnte vieles davon umsetzen.“

Niklas Schehl fährt für das Team Bulls, das gleich einen Dreifacherfolg feiern konnte. Simon Schneller gewann mit 21 Sekunden Vorsprung auf Niklas Schehl, Leon Kaiser folgte mit 24 Sekunden Rückstand auf Schehl auf dem dritten Platz. „Simon kommt aus dem Marathonbereich. Er hat ein höheres Grundtempo. Das ist zwar nur minimal höher, aber über eineinhalb Stunden macht sich das bemerkbar. Zudem kam ihm die Strecke entgegen.“ Während es Niklas Schehl eher unrhythmisch mag, hat die Strecke in Wombach viele gleichmäßige Passagen. Im Ziel feierten die drei gemeinsam. „Wir sind allen anderen davongefahren. Das ist nur als Team möglich.“ Mit Platz 2 erfüllte Niklas Schehl auch einen Teil der Qualifikationsnorm für die Europameisterschaften Ende Juli im tschechischen Brünn. Er hat gute Chancen, dafür nominiert zu werden. Das Problem: Kurz vor der EM stehen für den in Freiburg studierenden Niklas Schehl einige Prüfungen an. „Eventuell muss ich eine verschieben“, blickt er auf die kommenden Wochen voraus.

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Ergebnisse der Untermünkheimer Fahrer


U 17: Lars Gräter 7.
U 19: Noah Neff 2., Joris Enk 18.
U 23 weibl.: Lia Schrievers 5., Katleen Bock 8.
U 23 männl.: Luis Neff 10., Tim Feinauer 11., Lennert Brolich 41.
Elite: Sven Strähle 14., Jakob Hartmann 16., Max Holz 18., Lysander Kiesel 24.