Schach Mit Fieber am Brett

Halls Spieler Peter Michalik hat keinen Blick für den schneebedeckten Rasen im Optima-Sportpark übrig. Er konzentriert sich in der für ihn typischen Pose auf den nächsten Zug.
Halls Spieler Peter Michalik hat keinen Blick für den schneebedeckten Rasen im Optima-Sportpark übrig. Er konzentriert sich in der für ihn typischen Pose auf den nächsten Zug. © Foto: Hartmut Ruffer
Hartmut Ruffer 12.12.2017

Manchmal tun Terminüberschneidungen weh: Weil am vergangenen Wochenende sowohl in der russischen Meisterschaft gespielt wurde, als auch ein internationales Turnier in London anstand, konnte der SK Schwäbisch Hall nicht seine stärkste Formation aufbieten.

Das hätte SK-Mannschaftsführer Harald Barg gerne gemacht, schließlich spielte Hall zum ersten Mal in der Business Lounge des Optima-Sportparks. Von dort konnten Spieler und Zuschauer den schneebedeckten Rasen bestens in Augenschein nehmen. Die technische Organisation – darunter die Verkabelung der Bretter für die Live-Übertragung – klappte hervorragend, doch dann reiste Peter Michalik am Freitagabend mit 38,5 Grad Fieber aus der Slowakei an. Am Samstag sah der Großmeister immer noch blass aus. „Es geht mir besser, aber nicht wirklich gut“, meinte er. Gegen den französischen Großmeister Romain Edouard quälte sich Michalik genauso wie tags darauf gegen den Mülheimer Michael Feygin zu einem Remis.

Gegen Werder Bremen konnte Hall die Ausfälle nicht kompensieren. Am Spitzenbrett tauschten Viktor Laznicka und sein Bremer Kontrahent Alexander Aresh­chenko fleißig Figuren ab, sodass sich recht früh ein Remis abzeichnete. An den ersten vier Brettern gab es jeweils ein Unentschieden, doch an den Positionen fünf bis acht nutzte Werder seine Überlegenheit aus. Lediglich Frank Zeller konnte einen Punkt für Hall holen – und auch dieser war nicht selbstverständlich, da sein Gegner Alexander Markgraf fast 150 Elo-Punkte aufwies. Doch dem Internationalen Meister in Diensten des SK Hall gelang es, ein ausgeglichen wirkendes Endspiel für sich zu entscheiden. Da Mathias Womacka, Alexander Raykhman und Pavel Zpevak ihren Gegnern zum Sieg gratulieren mussten, gewann Werder mit 5:3. Den Sieg hatten die Hanseaten nach Bekanntgabe der Haller Aufstellung erwartet. Wesentlich überraschter zeigten sie sich von der Nachricht, dass ihre fußballspielenden Vereinskollegen gleichzeitig in Dortmund gewannen.

Tags darauf stand der SK gegen den SV Mülheim Nord unter Druck. Der SV war nicht mit seiner bestmöglichen Mannschaft gekommen. „Das ist gut für uns“, stellte Harald Barg erleichtert fest. Der tschechische Großmeister Viktor Laznicka siegte souverän, ebenso gewann Laznickas Landsmann Pavel Zpevak. Frank Zeller schaffte den zweiten Sieg an diesem Wochenende, was ihm einige Elo-Punkte einbringen dürfte. Letztlich war es ein souveräner Erfolg für den SK Schwäbisch Hall, der mit 6:6 Punkten auf Rang 7 steht.

Die Bundesliga macht nun Pause bis Anfang Februar. Dann fährt der SK Hall nach München, trifft dort auf den FC Bayern und den zweiten Münchner Bundesligaverein MSA Zugzwang.