American Football Maurice Schüle zu quirlig für Marburg

Fest zugepackt: Mit vereinten Kräften stoppt Schwäbisch Halls Verteidigung hier einen Marburger Angriff.
Fest zugepackt: Mit vereinten Kräften stoppt Schwäbisch Halls Verteidigung hier einen Marburger Angriff. © Foto:
Schwäbisch Hall / Axel Streich 02.07.2018
Aus einem erwartet schweren Heimspiel gegen Marburg gingen die Unicorns am Samstag mit 38:19 als verdienter Sieger hervor. Sie müssen dabei aber einige weitere Verletzungen verkraften.

Schon vor dem Spiel blickte die Haller Trainercrew mit tiefen Sorgenfalten auf die derzeit lange Verletztenliste ihres Teams. Nach den vier Vierteln gegen Marburg wurden die Falten noch tiefer, denn Defense Back Cody Pastorino, Runningback Jerome Manyema, Offense Liner Daniel Graf und Runningback Jannis Fiedler mussten das Spiel nach unglücklichen Aktionen vorzeitig beenden. Sie fehlten den Unicorns in einem Spiel gegen einen erwartet unbequemen Gegner.

Ein ganz besonderer Athlet

Marburg musste erneut mit Silas Nacita auf der Quarterbackposition antreten, was ihrem Spielfluss aber keinen Abbruch tat. Im Gegenteil: Nacita war der Dreh- und Angelpunkt in den Angriffsaktionen der Hessen. Das Allroundtalent trieb seine Mannschaft fast im Alleingang nach vorne. Gleich dreimal hielt er die Mercenaries im Spiel, indem er vierte Versuche in neue Firstdowns verwandelte. Mit Läufen sammelte er 100 der 207 Marburger Yards Raumgewinn an diesem Tag und darüber hinaus brachte er zehn Pässe erfolgreich bei seinen Mitspielern an. So war auch Nacitas Headcoach Dale Heffron nach dem Spiel voll des Lobes über ihn: „Silas ist ein ganz besonderer Athlet. Ohne ihn hätten wir heute wohl 60:0 verloren.“

Ein Silas Nacita alleine reichte den Mercenaries aber nicht zum Sieg vor fast 2000 Zuschauern in Schwäbisch Hall. Dafür war auch Halls Offense am Samstag zu gut aufgelegt und ihre Defense verstand es, den Marburger Angriff trotz Nacita meist ausreichend weit von der eigenen Endzone fernzuhalten. Nachdem Jerome Manyema schon Mitte des zweiten Viertels vom Platz geholfen werden musste, war Maurice Schüle auf der Runningback-Position besonders gefordert. Er sammelte 135 Yards Raumgewinn und düpierte dabei mehrfach die Marburger Defense, die Probleme damit hatte, den quirligen und nur 1,65 Meter großen Runningback schnell zu Boden zu bringen.

Die ersten Punkte für Hall erzielte Ende des ersten Viertels aber noch Jerome Manyema mit einem 12-Yard-Lauf zum 7:0 (alle PAT Christian Hafels). Marburg antwortete nur vier Minuten später mit einem Nacita-Pass über 13 Yards auf Philip Lanieri zum 6:7. Mit einem 5-Yard-Pass von Ehrenfried auf Aurieus Adegbesan und einem 2-Yard-Lauf von Schüle sorgten die Haller in der Folge aber schnell für das 21:6.

Folgenschwerer Fehler

Mit diesem 15-Punkte-Vorsprung hätte man beruhigt in die Pause gehen können, wäre den Hallern 20 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff nicht ein folgenschwerer Fehler unterlaufen. Ein Missverständnis zwischen Ehrenfried und Schüle nur 20 Yards vor der eigenen Endzone sorgte für einen bereits im Ansatz misslungenen Spielzug. Dieser endete in einem von Marburgs Markus Krüger eroberten freien Ball und dessen Lauf in die Haller Endzone zum 21:12-Halbzeitstand.

Nach der Pause sollte es für die Gastgeber noch enger werden. Zwar verwandelte Ersatzkicker Christian Hafels ein 33-Yard-Fieldgoal zum 24:12, Marburg kam den Hallern aber per Nacita-Pass auf Hendrik Schwarz (PAT Kristof Szakacs) zum 24:19 gefährlich nahe. Es folgte ein sehr flüssiger Angriffszug der Haller von der eigenen 26- bis zur gegnerischen 1-Yard-Linie. Von hier aus vollendete Marco Ehrenfried zum 31:19.

Nun vier Wochen Pause

Die endgültige Entscheidung leitete Niclas Merk ein, der einem Marburger Spieler den Ball nach dessen Passfang entreißen konnte und Hall an der Marburger 29-Yard-Linie in Ballbesitz brachte. Marco Ehrenfried passte den Ball quer zu Nathaniel Robitaille, der den Ball auf den in der Endzone lauernden Yannick Baumgärtner zum 38:19 passte.

„Wir hatten anfangs große Probleme mit Silas Nacita“, sagte Halls Headcoach Jordan Neuman nach dem Spiel. „Wir haben aber nach und nach immer besser ins Spiel gefunden. Ich bin stolz auf mein Team, das bis zum Schluss hart gearbeitet hat und auch die vielen Verletzungen wegstecken konnte.“

Vor den Unicorns liegt nun eine vierwöchige Spielpause, bevor es am 5. August zum Spitzenspiel nach Frankfurt geht.

So spielten sie

Punkte für die Schwäbisch Hall
Unicorns:
Jerome Manyema (6), Christian Hafels (8), Aurieus Adegbesan (12), Maurice Schüle (6) und Marco Ehrenfried (6).

Zuschauer: 1935

Viertelergebnisse: 7:0, 14:12, 3:7, 14:0, Endstand: 38:19

Alle Punkte: 7:0 Jerome Manyema, 12-Yard-Lauf (Point after Touchdown, PAT Christian Hafels); 7:6 Philip Lanieri, 13-Yard-Pass von Silas Nacita (PAT blocked); 14:6 Aurieus Adegbesan, 5-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Christian Hafels), 21:6 Maurice Schüle 2-Yard-Lauf (PAT Christian Hafels); 21:12 Markus Krüger, 18-Yard-Fumble-Return (PAT missed); 24:12 Christian Hafels, 32-Yard-Fieldgoal; 24:19 Hendrik Schwarz, 6-Yard-Pass von Silas Nacita (PAT Kristof Szakacs); 31:19 Marco Ehrenfried, 1-Yard-Lauf (PAT Christian Hafels); 38:19 Yannick Baumgärtner, 29-Yard-Pass von Nathaniel Robitaille (PAT Christian Hafels)

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