„Es ist immer wieder schön, sich mit ihm zu unterhalten.“ Unicorns-Headcoach Jordan Neuman hat anfangs der Woche mit seinem Dresdner Gegenüber Ulz Däuber telefoniert. Einerseits ist das durchaus ungewöhnlich, schließlich steht das Halbfinale um den Einzug in den German Bowl an. Andererseits ist es verständlich, da sich die beiden nicht nur wegen Däubers Haller Vergangenheit gut kennen und gegenseitig schätzen.

Für Jordan Neuman war es keine Überraschung, dass sich die Monarchs im Viertelfinale gegen Marburg durchgesetzt haben. „Sie waren die bessere Mannschaft.“ Die Dresdner haben aus Neumans Sicht mehr Talent, sowohl in der Offense als auch in der Defense, im Vergleich zum Vorjahr. „Der Kader umfasst viele Ausländer, beispielsweise aus Tschechien, und einige neue Spieler.“ Insgesamt schätzt Neuman die Offense der Monarchs ähnlich stark wie im Vorjahr ein, „die Defense ist stabiler als 2018.“ Vor allem die Schnelligkeit der Defense-Spieler ist Neuman aufgefallen. Viel Zeit werden seine Spieler nicht bekommen, den Ball in Ruhe zu fangen oder eine Lücke zum Durchlaufen zu finden. „Aber es ist ja das Halbfinale. Da ist es nur verständlich, wenn es immer schwieriger wird.“

Dreh- und Angelpunkt der Dresdner Verteidigung ist Linebacker AJ Wentland, der die GFL-Statistik mit durchschnittlich 13 Tackles pro Spiel anführt. Herausragender Akteur der Monarchs-Offense ist KeVonn Mabon. Der Receiver hat in den 15 Spielen der Saison 2019 bereits 1792 Yards Raumgewinn und 19 Touchdowns erzielt. Bedient wird er von Quarterback Glen Cuiellette, der in den letzten Wochen den Vorzug vor dem ähnlich starken Spielmacher Zack Greenlee bekommen hat.

Unicorns trainieren unter Stress als Vorbereitung

Bei den Unicorns werden für morgen alle Spieler fit sein. Das gilt auch für Nate Robitaille. Die Unicorns hatten den starken US-Amerikaner während des Spiels gegen Berlin zeitweise vom Feld genommen. „Wir wollten kein Risiko eingehen.“

Nach dem Spiel gegen Berlin sprach Neuman davon, die Spieler im Training unter Stress setzen zu wollen, damit diese für das Halbfinale bestens vorbereitet sind. So etwas im Training zu simulieren, ist nicht einfach. „Wir verändern die Intensität. Was machen wir wie schnell? Wir haben neue Situationen geschaffen, indem wir die Spieler mit ihren Positionscoaches zunächst trainieren lassen. Dann rufen wir sie schnell zusammen, üben Spielzüge und schicken sie wieder zum Individualtraining.“ Der normale Rhythmus soll dadurch aufgebrochen werden. Zudem haben die Spieler sich intensiv mit dem Gameplan auseinanderzusetzen.

Für das Training hat Jordan Neuman auch Spieler der zweiten Mannschaft und der U­ 19 akquiriert. Diese übernehmen die Rolle der Monarchs auf dem Feld.

Das letzte Heimspiel der Schwäbisch Hall Unicorns in der Saison wird anders als gewohnt erst um 17.15 Uhr angepfiffen werden. Grund dafür ist die Liveübertragung der Partie ab 19 Uhr im Free-TV-Sender Sport1 und zuvor (ab 17 Uhr) im Livestream des Senders.

Info Schwäbisch Hall Universe – Dresden Monarchs, Samstag, 17.15 Uhr

Das könnte dich auch interessieren:

Aalen-Wasseralfingen