Benefizspiel Heidenheim dreht gegen SG Sonnenhof-Großaspach in Braunsbach auf

Beide Gastmannschaften drehen beim Benefizspiel in Braunsbach auf: Die Zweitligisten aus Heidenheim in Weiß haben in der ersten Halbzeit gegen die Abwehr der Drittligisten vom SG Sonnenhof-Großaspach zu kämpfen.
Beide Gastmannschaften drehen beim Benefizspiel in Braunsbach auf: Die Zweitligisten aus Heidenheim in Weiß haben in der ersten Halbzeit gegen die Abwehr der Drittligisten vom SG Sonnenhof-Großaspach zu kämpfen. © Foto: Oliver Färber
Braunsbach / Oliver Färber 09.10.2017
Mit 4:1 besiegt Zweitligist 1. FC Heidenheim die Drittligisten vom SG Sonnenhof-Großaspach in Braunsbach. Die 344 zahlenden Besucher erleben ein spannendes Benefizspiel.

Es ist der Blick gen Himmel, der wohl etliche Fußballfans trotz eines Profifußballspiels im Kochertal am Freitagabend das kuschelige Sofa attraktiver scheinen lässt. Wenn es auch anderswo im Haller Land regnet, in Braunsbach fällt während des Benefizspiels keinen Tropfen. Dafür eine sehr interessante Begegnung zwischen Heidenheim und Sonnenhof Großaspach, die den Besuch – nicht nur für die Kasse des örtlichen TSV und dessen Unwetterschäden – lohnenswert gemacht hätte.

Das Thermometer zeigt elf Grad, immer wieder gibt es stärke Windböen. Auf der Zuschauertribüne wäre den ganzen Abend über noch sehr viel Platz. Gerade einmal 344 zahlende Gäste sind gekommen, die vereinzelt oder in Gruppen stehen. Vielleicht kommt deshalb eher wenig Stimmung auf. Dabei gibt es zum Auftakt durchaus Jubel als die kleinen Jungs vom TSV Braunsbach die Profi-Spieler auf das Grün führen und Schiedsrichter Michael Liebherr wenig später das Match anpfeift.

„Ich bin eigentlich weniger ein Fußballfan“, gibt Gemeinderätin Brigitte Ehrmann zu, die das Spiel verfolgt. Bei dieser besonderen Aktion, da will sie aber dabei sein. Wer gewinnen soll? „Da bin ich ganz offen“, sagt sie mit einem Lächeln auf den Lippen. Zwei Jungs ein paar Meter weiter recken ihren Schal vom 1. FC Heidenheim in die Höhe – am Hals spendet er einem von ihnen wenig später Wärme.

Die Spieler heizt das interessante Match auf. Zwar findet ein Großteil der Kämpfe um den Ball in der Hälfte des SG Sonnenhof Großaspach statt, aber die Drittligisten wissen sich zu behaupten. Die Torchancen für die Heidenheimer sind an einer Hand abzuzählen, nur zwei werden überhaupt durch Enttäuschungsrufe vom Publikum quittiert.

Enttäuschung, die steht auch Rainer Bölhoff im Gesicht geschrieben. Tapfer harrt der Vorsitzende des TSV Braunsbach noch die erste Halbzeit an seiner Kasse am Eingang aus. „Es ist schade, dass nicht mehr gekommen sind“, sagt er leise. Mehr Eintrittsgeld hätte der Verein dringend brauchen können, um mit dem Kleinspielfeld, Wege und Treppen seinen Sportpark fertig stellen können. „Wir machen alles selbst, aber das Material müssen wir eben doch kaufen“, erklärt er. Die finanziellen Reserven des TSV seien wegen der Behebung der Unwetterschäden vom 29. Mai letzten Jahres aufgebraucht.

Torlos in der ersten Halbzeit

Deshalb ist man im Kochertal den Funktionären des SG Sonnenhof Großaspach auch dankbar, weil sie das Benefizspiel initiiert haben. „Ich finde das super, dass die das hier machen“, erklärt Michael Ciupke. Er wacht für die DRK-Bereitschaft Mittleres Kochertal über die Zuschauer. Auch er gibt sich neutral, was den Sieger angeht. Neutral ist auch das Halbzeitergebnis: Torlos ziehen die Mannschaften in die Kabinen.

In der Pause werden Preise anhand der Eintrittskartennummern verlost. Ein Heidenheimer Schlachtenbummler gewinnt den Hauptpreis. „Da kann man sicher ein Aspach-Trikot brauchen“, ulkt Stadionsprecher Stephan Wirtz – und meint: „Wir hoffen jetzt auf Tore.“

Der Heidenheimer Maximilian Thiel bricht in der 58. Minute durch, schießt das erste Tor. Nach einem Durcheinander vor dem Tor fällt überraschend das 1:1 in der 61. Minute dank Mario Rodriguez. Beide Mannschaften kämpfen nun hart. Auch Braunsbachs Bürgermeister Frank Harsch klatscht – obwohl er zugibt, Bayern-Fan zu sein. „Heute geht´s mir darum, die Technik und die Athletik zu sehen. Da ist das Ergebnis nicht so entscheidend“, sagt er. Es geht Schlag auf Schlag. Heidenheim schießt ein Tor nach dem anderen. Das 4:1 fällt noch in der 89. Minute. Jubel begleitet die drei Schlusspfiffe.