Schwäbisch Hall Die schnellste Frau im Landkreis Hall

Schwäbisch Hall / Christoph Müller/Heinz Comi 13.06.2018
Jeweils eine Athletin der TSG und der WGL Hall gewinnen bei den Landesmeisterschaften in Ulm Gold. Besonders Keesha Polk trumpft auf.

Bei den baden-württembergischen Leichtathletik-Landesmeisterschaften landete Keesha Polk (16) von der TSG Schwäbisch Hall einen Doppelerfolg. Zunächst stand der Flachsprint über 100 Meter für die U 18-Athletin auf dem Programm.  31 Mitbewerberinnen gingen in Vorläufen an den Start. Souverän gewann Polk ihren Vorlauf in persönlicher Bestzeit von 12,31 Sekunden und verbesserte ihren erst kürzlich aufgestellten Kreisrekord von 12,39 Sekunden. Im Zwischenlauf steigerte sich Polk sogar auf 12,19 Sekunden.

Auch im Endlauf um den Titel dominierte Keesha Polk von Anfang an das Renngeschehen und steigerte sich nochmals. Polk krönte sich auf der umkämpften 100-Meter-Disziplin zur baden-württembergischen Meisterin. Ihre 12,17 Sekunden bedeuten einen neuen Kreisrekord für alle weiblichen Klassen, inklusive der Frauenhauptklasse. Polk löst damit den Uraltrekord  von 12,33 Sekunden von Karin Ostermeier aus dem Jahr 1979 ab.

Polk bestritt tags darauf auch den Hürdensprint über 100 Meter. Dort waren 37 Konkurrentinnen am Start. Nach einem fehlerlosen Vorlauf erreichte sie in 14,10 Sekunden als Erste das Ziel, was den Einzug ins Finale und eine neue Bestleistung bedeutete. Polk verbesserte auch den Kreisrekord von Lea Wayss aus dem Jahr 2012. Im Endlauf war jedoch Schluss mit Rekorden: In 14,36 Sekunden holte die TSG-Sprinterin die Silbermedaille.

Über 800 Meter konnte Christian Döring in der Männerklasse die Erwartungen nicht ganz bestätigen. Nach Beendigung der Meisterschule in München hatte er den Übergang in den harten Berufsalltag des Industriemeisters noch nicht ganz verkraftet. Döring kam nie ganz ins Rennen und erreichte in Ulm in 2:01,05 Minuten den 17. Platz.

Selina Maurer in der U 18 lief ein kluges 800-Meter-Rennen. Sie zeigte in der zweiten Rennhälfte bei schwülheißen Temperaturen Tempohärte. Nachdem sie eine vor ihr gestürzte Läuferin umkurven musste, verlor sie etwas an Schwung. Die Obersontheimerin kam in 2:31,87 Minuten auf Platz 13 ins Ziel.

Drei WGL-Athleten dabei

Bei den baden-württembergischen Meisterschaften waren auch Athleten der WGL Hall vor Ort. Die drei Sportler konnten in Ulm ihre besten Saisonleistungen abrufen. Die 16-jährige Hochspringerin Alina Etzel war die erste WGL-Athletin, die bei der zweitägigen Veranstaltung für positive Nachrichten sorgte. Etzel, die mit einer Bestleistung von 1,61 Meter gemeldet war, ging konzentriert in den Wettkampf und schaffte alle Höhen bis einschließlich 1,60 Meter im ersten Versuch. Allein ihre neue Bestmarke von 1,64 Meter übersprang sie erst im zweiten Versuch, was aber für die Platzierung keine Auswirkung hatte, da sie ihren fünften Platz damit sicher hatte. Mit der nächsten Höhe von 1,67 Metern, die ihr Trainer Andreas Morbitzer  zutraut, konnte man in Ulm bereits die Silbermedaille gewinnen. Am Sonntag präsentierte sich Alina Etzel auch als gute Hürdenläuferin. Im ersten von fünf Zeitvorläufen schaffte sie mit persönlicher Bestzeit von 15,27 Sekunden über 100 Meter Hürden den Einzug ins B-Finale. Dort erreichte die WGL-Athletin als Fünfte 15,47 Sekunden.

Mit einem ganz souveränen Auftritt, trotz einer gewitterbedingten Unterbrechung, unterstrich die U 18-Stabhochspringerin Stella Rubrech (WGL/Post-SG) ihre Ambitionen für die kommenden süddeutschen und deutschen Meisterschaften. Als sie ihre Anfangshöhe von 3,30 Meter übersprang, hatte sie den Meistertitel schon sicher in der Tasche. Ihre fünf Konkurrentinnen waren bereits ausgeschieden.

Ohne Druck konnte Rubrech dann alle Höhen bis zur Einstellung ihrer Bestmarke von 3,60 Meter im ersten Versuch überspringen. Erst bei 3,70 Meter wollte die Latte nicht mehr liegen bleiben.

Nicole Butz holt Silber

In der Frauenklasse war für „Teilzeitathletin“  Nicole Butz (WGL/Post-SG) mit ihrer Jahresbestleistung von 3,50 Meter nicht unbedingt mit einer Medaille zu rechnen. Unter der kräfteraubenden, schwülen Hitze litten aber auch die Konkurrentinnen, sodass nicht alle ihre Anfangshöhen schafften.

Die 20-jährige Butz übersprang alle Höhen bis 3,50 Meter im ersten Versuch und musste sich in der Endabrechnung nur ihrer Dauerkonkurrentin Luzia Herzig vom TV Engen (4,00 Meter) geschlagen geben.