Die Zeit der Play-offs ist eine besondere. Die Spieler sind noch angespannter, noch fokussierter. Es gilt die einfache Regel: Wer gewinnt, ist weiter. Für den Verlierer ist die Saison beendet. „Do or die“ nennen es die US-­Amerikaner etwas martialisch. Die Schwäbisch Hall Unicorns jedenfalls haben keine Lust darauf, bereits im Viertelfinale „zu sterben“. Sie wollen mit einem Sieg gegen die Berlin Rebels ins Halbfinale einziehen.

2016 und 2017 gab es diese Paarung bereits im Viertelfinale. 24:14 und 31:24 nach Verlängerung gewannen die Unicorns. Im Vergleich zu diesen beiden Partien hätten sich die Rebels kaum verändert. „Sie sind sehr physisch und agieren nicht mit so vielen unterschiedlichen Spielzügen“, charakterisiert Unicorns-Headcoach Jordan Neuman den kommenden Gegner. „Hard hitting“ zeichne die Rebels aus. Es wird also öfter ganz schön krachen auf dem Spielfeld.

Schwäbisch Hall

Darauf müsse sich sein Team einstellen, meint Neuman und fügt im Brustton der Überzeugung hinzu: „Wir werden vorbereitet sein.“ Der 49. Sieg in Folge und damit der Einzug ins Halbfinale soll am Ende stehen. Doch auch wenn der Erste der GFL Süd gegen den Vierten der GFL Nord spielt und die Unicorns als Favorit gelten: Keiner erwartet ein einfaches Spiel. Die Unterschiede zwischen Rang 2 und 4 im Norden seien marginal, meint Jordan Neuman.

„Wir können eklig sein“

Die Berlin Rebels, die bereits am Freitag anreisen, sehen das ganz ähnlich. In dem Vorbericht auf ihrer Homepage schreiben die Charlottenburger: „Wir können schon eklig sein, das wissen wir.“

Eklig war bei den beiden bisherigen Aufeinandertreffen auch das Wetter. Es regnete jeweils, was den Spielern zu schaffen machte. Diesmal allerdings lauten die Prognosen, dass die meiste Zeit über die Sonne scheinen soll. Das könnte den Unicorns und deren Quarterback Jadrian Clark helfen, das Passspiel etwas häufiger einzusetzen.

Während der regulären Saison war die Verletztenliste der Unicorns oftmals lang. So hatten junge Spieler die Chance, sich häufiger zu präsentieren. Die Back-ups hätten oftmals den Abstand zum Stammpersonal verringern können, freut sich Jordan Neuman. Er nennt exemplarisch Darnell Adegbesan, den Zwei-Meter-Mann auf der Defensive-End-Position.

Für die Ausscheidungsspiele stehen Jordan Neuman und seiner Coaching-Crew wieder deutlich mehr Spieler zur Verfügung. Nick Alfieri, Christian Köppe und Jorin Herrmann beispielsweise können dabei sein, hätten auch im letzten regulären Saisonspiel gegen Kempten schon spielen können, falls es dort sportlich noch um etwas gegangen wäre. „Sie sind wieder fit, aber bei 100 Prozent ist niemand. Das kann auch kein Spieler sein nach einer so langen kräftezehrenden Saison. Jeder hat irgendwo ein Wehwehchen“, unterstreicht Jordan Neuman die Belastung für die Spieler.

Qual der Wahl für die Coaches

Doch natürlich wollen nun in der entscheidenden Saisonphase alle dabei sein und mithelfen, den Uni­corns den neuerlichen Einzug ins Halbfinale zu ermöglichen. Das Problem für die Trainer: Es ist nicht für alle Spieler auf dem Roster Platz, der 50 Namen umfasst. Sollten die Unicorns weiterkommen, haben sie auch im Halbfinale Heimrecht.

Info Schwäbisch Hall Unicorns – Berlin Rebels, Samstag, 17 Uhr

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Vorprogramm startet etwas früher


Die Zuschauer erwartet ein umfangreicheres Vorprogramm, als das sonst bei Unicorns-Spielen üblich ist. Das Pre-Game-Prozedere beginnt morgen bereits um 16.40 Uhr und beinhaltet unter anderem eine musikalische Überraschung. Die Verantwortlichen rechnen mit einem großen Zuschauer­interesse. as