Die Amerikaner lieben Wortspiele im Sport. Als die Unicorns ihren deutschen Meistertitel verteidigten war dies eine „back-to-back“-Meisterschaft. Nun können die Haller noch einen draufsetzen. Der dritte Titel in Folge wäre dann ein „threepeat“ – eine Mischung aus dem englischen Wort für drei (“three“) und wiederholen („repeat“).

Für das historische Triple stehen die Lions aus Braunschweig noch im Weg. Unicorns-Headcoach Jordan Neuman macht deutlich, dass dieser Gegner der schwierigste der ganzen Saison ist. „Die Lions spielen ganz anders als jedes andere Team. Sie sind sehr physisch und werfen nur ab und zu einen Pass. Sie sind auch mit einem 4-Yard-Lauf zufrieden und bewegen sich so langsam über das Feld.“

Schwäbisch Hall

Das ist eine Spielweise, die aus mehreren Gründen herausfordernd ist. Denn bei Laufspielzügen wird die Uhr nicht angehalten. So bleibt dem Gegner weniger Zeit, selbst Punkte auf die Anzeigetafel zu bringen. Möglicherweise erhält jedes Team nur sechs- bis achtmal den Ball. Und zudem ist die Haller Defense enorm gefordert. „Wir werden in der Defensive Line öfter rotieren“, erklärt Jordan Neuman – die Spieler der Unicorns sollen Pausen erhalten, um die ganze Partie über volle Leistung bringen zu können.

Viel Druck der Lions

Das Verletzungspech der Lions spielt für die Vorbereitung nur eine untergeordnete Rolle. Neuman geht davon aus, dass alle angeschlagenen Braunschweiger spielen werden. Die Information, dass Silas Nacita, der bis dato noch nicht für Braunschweig gespielt hat, dabei sein wird, ist den Hallern bekannt.

Jordan Neuman, der bei den Unicorns Headcoach und Offensive Coordinator in Personalunion ist, präpariert seine Offensiv­abteilung auf eine „hard hitting Defense“ der Lions. „Die Lions wollen viel Druck auf den Quarterback ausüben und damit einschüchtern.“

Um dieses Spiel des Gegners zu simulieren, waren im Training der Unicorns auch Spieler der zweiten Mannschaft und der U 19 im Einsatz. Einige davon werden als Dank für diese Hilfe auch die Fahrt nach Frankfurt antreten. Denn im Finale gibt es für den Roster, also den Kader eines Teams, nicht wie sonst üblich die Obergrenze von 50 Mann.

So kann auch Christian Hafels in der Teamzone dabei sein, auch wenn der 28-jährige Receiver immer noch verletzt ist. Hoffnung hat Jordan Neuman, dass es bei Defensive Tackle David Bada reicht, der zuletzt wegen seines Handbruchs nicht gespielt hat.

Allgemein gelten die Unicorns als leicht favorisiert, für Jordan Neuman indes ist „keiner der Underdog“. Rein statistisch trifft der Rekordmeister Braunschweig (elf Titel) auf das Team, das in diesem Jahrzehnt am häufigsten im German Bowl stand – für Schwäbisch Hall ist es die achte Teilnahme seit 2011.

Beim letzten Aufeinandertreffen der Unicorns mit den Lions im Jahr 2017 schüttete es kräftig. Diesmal sind die Wetteraussichten günstiger: 16 Grad, kein Regen. Für die Haller Offense, die oft mit Pässen agiert, ist das kein Nachteil. Zudem könnte das vergleichsweise gute Wetter auch den einen oder anderen Zuschauer mehr in die Commerzbank-Arena locken.

Info Schwäbisch Hall Unicorns – New Yorker Lions Braunschweig, Samstag, 18 Uhr, Commerzbank-Arena Frankfurt

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