Volleyball Genervte Favoriten

Intensiv bejubeln die Geißelhardter Volleyballer einen Punktgewinn. Die Zuschauer auf der Tribüne klatschen begeistert.
Intensiv bejubeln die Geißelhardter Volleyballer einen Punktgewinn. Die Zuschauer auf der Tribüne klatschen begeistert. © Foto: Ufuk Arslan
Mainhardt / Hartmut Ruffer 08.12.2018

Der Applaus der mindestens 150 Zuschauer in der Steinbühlhalle ist am Donnerstagabend warm und lang anhaltend. Die Spieler des SSV Geißelhardt stehen auf dem Spielfeld, müde, abgekämpft, aber stolz. Sie haben dem Drittligisten TV Rottenburg II einiges abverlangt, ehe der Favorit ins Viertelfinale einzieht.

„Natürlich war das eine Pflichtaufgabe für uns“, meint Rottenburgs Trainer Uwe Schröder nach dem Spiel, „aber es war kein Spaziergang. Geißelhardt hat zu Recht einen Satz gewonnen und Volleyball auf einem sehr guten Niveau gespielt.“

Das erkennen auch die Zuschauer, die nicht häufig zum Volleyball gehen. Der Landesligist spielt nicht nur mit enormem Kampfgeist, sondern kann auch spielerisch einige Akzente setzen. Vor zwei Jahren unterlag Geißelhardt im Pokal dem damaligen Regionalligisten MTV Ludwigsburg mit 1:3. „Gegenüber damals waren wir heute deutlich stärker. Wir haben flexibler gespielt und die Rottenburger manchmal ganz schön zum Laufen gebracht“, meint Kapitän Tobias Bauer. Ein zufriedenes Lächeln zeichnet sich auf seinem Gesicht ab. „Jeder hat alles gegeben. Wir haben in keinem Satz eine Abfuhr bekommen“, freut sich SSV-Trainer Alexander van Oijen. 19:25, 25:23, 19:25 und 21:25 heißt es aus Geißelhardter Sicht.

Dahlke lässt Publikum jubeln

„Das kotzt mich alles an!“, brüllt Rottenburgs Routinier Kai Kleefisch Mitte des zweiten Satzes und offenbart damit, dass sich der TV II den Spielverlauf etwas anders vorgestellt hat. Denn Geißelhardt führt im ersten Satz 13:11, ehe eine Auszeit von TV-Trainer Schröder die Wende zugunsten der Gäste bringt. Zuvor hatte Geißelhardt das eine oder andere Problem bei der Annahme der Aufschläge. „Die flattern massiv, unsere dagegen minimal. Das ist der Unterschied zwischen 3. Liga und Landesliga“, erklärt SSV-Trainer Alexander van Oijen. Doch die Geißelhardter stellen sich auf die Aufschläge immer besser ein – und kommen mit ihren Angriffen durch: Ronny Roll schlägt beispielsweise einen Ball zum 13:11 mit einer solchen Selbstverständlichkeit an dem Rottenburger Zweierblock vorbei, als ob er das jedes Wochenende machen würde. Kurz zuvor drückt Lukas Feuchter in der Luft stehend einen Ball so lässig in des Gegners Hälfte, dass sich selbst sein Trainer Alexander van Oijen ein Grinsen nicht verkneifen kann.

Doch Rottenburg macht in den wichtigen Momenten die Punkte, setzt sich ab und gewinnt verdient den ersten Satz. Dabei bekommen die Zuschauer auch schöne Angriffe der Gäste zu sehen. Im zweiten Durchgang bleibt es wieder lange ausgeglichen – und diesmal zieht der Drittligist nicht davon. Als Patrick Dahlke den Punkt zum 23:21 für Geißelhardt macht, schwillt der Lärmpegel deutlich an und erreicht seinen Höhepunkt, als Geißelhardt sich den Satz mit 25:23 holt. „Das macht auch den Reiz des Pokals aus. Wir sind so kleine Hallen gar nicht mehr gewöhnt“, berichtet Uwe Schröder. Dabei ist die Steinbühlhalle vergleichsweise groß. Erst am späten Abend vor dem Spiel entschied man sich beim SSV dazu, doch nicht in die kleine Mensahalle zu gehen. Angesichts von 150 Zuschauern die richtige Entscheidung. Diese hätten in die kleine Halle gar nicht reingepasst.

Grimmige Mienen

In Durchgang 3 kämpft Geißelhardt unverdrossen. Mal gelingt Spektakuläres, mal auch nichts. Rottenburg kann sich erst nach dem 17:15 sicher sein, dass es den Satz gewinnt. Mittlerweile wirken die Gesichtszüge deutlich grimmiger und entschlossener als noch im ersten Satz.

Im vierten Satz scheint den Gastgebern dann die Puste auszugehen. Rottenburg führt 17:9, „die haben das clever runtergespielt, auch wenn wir noch einmal eine kleine Luft bekommen haben“, so van Oijen. Bis auf 18:21 kommt Geißelhardt heran. Rottenburg hat Probleme mit den Sprungaufschlägen von Tobias Bauer, der sie mit enormem Tempo über das Netz prügelt. Dann fliegt aber ein Aufschlag ins Aus, Rottenburg lässt sich nun die Vier-Punkte-Führung nicht mehr nehmen.

Im bislang größten Spiel der Vereinsgeschichte hat sich der SSV gut in Szene setzen können. Den Schwung will Geißelhardt in den Heimspieltag am 16. Dezember mitnehmen. Dann kommen mit dem TSV Ellwangen und dem momentanen Spitzenreiter TV Hausen die unmittelbaren Konkurrenten um Platz 1 in der Landesliga.

Geißelhardt: Tobias Bauer, Patrick Dahlke, Dennis Ellinger, Lukas Feuchter, Joachim Greitzke, Jacob Krauth, Ronny Roll, Kai Schwab, Frank Weidner, Robin Vogel, Fabian Windmüller, Alexander van Oijen (Trainer).

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