Für einen winzigen Moment flitzt der Ball zwischen dem Korbring hin und her, um am Ende heraus- statt hineinzugehen. Danach gehen die Köpfe der Haller nach unten, während die Haiterbacher sich in die Arme fallen. Harald Debelkas Dreierversuch mit der Schlusssirene hätte die Regionalliga-Partie der Flyers in die Verlängerung schicken können. So aber gewinnen die Gäste aus dem Schwarzwald mit 91:88.

Die Enttäuschung im Lager ist nach Spielende spürbar. Alle wissen, dass man dieses Spiel in der Hand hatte. Im ersten Viertel dominieren die Gastgeber. Immer wieder kommen sie zu zweiten Wurfchancen, weil sie die Offensiv-Rebounds holen. Auf der Gegenseite treffen die Haiterbacher kaum einen Wurf – vor allem von der Dreierlinie –, auch wenn sie frei stehen. 29:11 führen die Mannen von Coach Sova Taletovic nach den ersten zehn Minuten.

Knappe Halbzeitführung

Der komfortable Vorsprung fängt im zweiten Durchgang aber zu schmelzen an. Haiterbach verteidigt nun aggressiver. Insbesondere Halls bester Spieler, Dalibor Cevriz, wird nun härter angegangen, was die Schiedsrichter das eine oder andere Mal diskutablerweise laufen lassen. Bei Cevriz’ Mitspielern läuft in dieser Phase nicht viel zusammen, lediglich Michael Heck trifft aus der Mitteldistanz. Mit 40:36 gehen die Mannschaften in die Halbzeitpause.

Mitte des dritten Viertels geht Haiterbach zum ersten Mal in Front. Es bleibt ein knappes Spiel, die Führung wechselt mit einem oder zwei Punkten zwischen den Teams. Bei 65:68 aus Haller Sicht wird Cevriz 0,2 Sekunden vor Viertelende gefoult, als er von der Mittellinie auf den Korb wirft. Der Slowene nimmt das Geschenk an und verwandelt alle drei Freiwürfe zum 68:68.

Zu diesem Zeitpunkt ist Cevriz schon als Aufbauspieler gefordert, da Ivo Garic bereits im dritten Viertel sein fünftes Foul kassiert. Nach dem fünften Foul ist die Partie für einen Spieler beendet. Das gleiche Schicksal ereilt dann Cevriz 4:30 Minuten vor Schluss. Hall führt zwar 84:77, muss das Spiel aber ohne den Topscorer, der alle Offensivaktionen selbst einleitet oder abschließt, über die Bühne bringen.

Schwäbisch Hall

Unglückliche Schlussphase

Zunächst scheint dies zu gelingen. Harald Debelka versenkt einen Wurf zum 86:79, Ivica Markovic erhöht zwei Minuten vor dem Ende durch zwei Freiwürfe auf 88:83. Haiterbach verkürzt anschließend. Halls Semir Gudzevic, dem an diesem Abend in der Offensive nicht viel gelingt, nimmt dann einen Dreier, bei dem er offen steht, aber dennoch landet der Ball nicht im Korb. Besser macht es auf der Gegenseite Slaven Ponjavic, der mit einem Dreier Haiterbach in Führung bringt (88:89). Unglücklich verläuft die Schlussphase vor allem für Ivica Markovic, der drei Turn­overs verursacht. Insgesamt vier Freiwürfe haben die Haiterbacher in der Schlussminute, wovon sie zwei versenken. Nur dadurch hat Debelka mit dem letzten Angriff noch die Chance, auszugleichen. Er dribbelt, von zwei Gegnern eingekreist, in die Ecke und muss aus dem Lauf heraus abschließen, was es immens schwer macht, kontrolliert zu werfen. Am Ende rasselt der Ball nur zwischen dem Ring und fällt nicht hinein.

Schwäbisch Hall

Zwei sind noch verletzt

„Ivo und Dalibor müssen da cleverer sein. Sie dürfen mit vier Fouls nicht so hingehen“, ärgert sich Flyers-Trainer Sova Taletovic nach dem Spiel. Ohne sie sei es in der Endphase schwierig gewesen. „Es war diese Woche auch mit dem Training schwer, weil einige in der Spätschicht arbeiten mussten. Das merkt man dann am Wochenende beim Spiel.“ Taletovic geht davon aus, dass Jozef La Rosa und Sergi Coll noch jeweils zwei bis drei Wochen verletzt fehlen werden. Mit vier Siegen und vier Niederlagen belegt Hall den sechsten Rang. Am Samstag geht es zum Tabellenfünften USC Freiburg.

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Schwäbisch Hall

So spielten sie


Schwäbisch Hall Flyers –
KKK Haiterbach

88:91

Hall: Dalibor Cevriz (35 Punkte/4 Dreier), Harald Debelka (11/3), Ivo Garic (2), Semir Gudzevic (4), Michael Heck (18/1), Ivica Markovic (15), Tim Seidl (3/1), Jonas Risinger, Jannis Frey, Stefan Pesic