Innerhalb kürzester Zeit hat Frank Habermann eine Banane verschlungen. Das eigentlich eher hellblaue T-Shirt ist vom Schweiß komplett dunkel. Die Anstrengung ist deutlich sichtbar. Wenige Minuten zuvor hat Habermann gegen Timo Dalm ein hochspannendes Match verloren. Mit sanfter Stimme gibt der STC-Cheftrainer eine Kurzanalyse. Die Chance zum Sieg habe er leichtfertig vergeben. Ein freundlicher Gruß und Habermann geht mit der Tasche auf den Schultern in Richtung Dusche.

Zuvor erleben die Zuschauer auf der STC-Anlage einen anderen Frank Habermann. Abseits des Platzes ein sehr zuvorkommender Mensch, ist er auf jenem ein Spieler, der seinen Emotionen oft freien Lauf lässt. Während sein Gegenüber Timo Dalm vom TC Weißenhof größtenteils stoisch sein Tennis spielt, braucht Habermann die Eigenansprache, um in diesem engen Match dranzubleiben.

Den ersten Satz in diesem Verbandsliga-Duell gewinnt Dalm im Tiebreak, dann liegt Habermann im zweiten Satz mit Break in Führung. „Wenn man nix kann, muss man eben aufschlagen können“, raunzt Habermann, als er mit einem harten Service seinen Aufschlag durchbringt. Die Zuschauer können sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, schließlich spielt Habermann alles andere als schlecht. Er hat seinen Kontrahenten, der eine Leistungsklasse höher eingestuft ist, am Rande einer Niederlage.

Schwieriger Halbvolley

Im Match-Tiebreak gelingt Habermann beim Stand von 3:2 ein extrem schwieriger Halbvolley, den die Zuschauer enthusiastisch feiern. Beim Stand von 9:7 hat Habermann zwei Matchbälle. Den ersten vergibt er durch einen vergleichsweise einfachen Returnfehler, den zweiten durch einen Doppelfehler. Da hilft auch kein Schimpfen mehr, Dalm siegt mit 13:11.

Gleichzeitig prügeln sich auf Platz Nummer 1 die beiden Spitzenspieler Filip Brtnicky (Hall) und Hendrik Jebens die Bälle um die Ohren. Das Tempo ist enorm hoch. Bei jedem Aufschlag gibt es ein krachendes Geräusch. Die Unterschiede im Spieltempo gegenüber den Partien auf den anderen Plätzen sind auch für ungeübte Beobachter leicht erkennbar. Jebens schlägt das ganze Match stark auf. Letztlich ist das der Grund, warum Brtnicky ihm gratulieren muss. Der tschechische Spitzenspieler des STC verliert wie Habermann im Match-Tiebreak. „Weißenhof gehört zu den Teams, die vorne mitspielen werden“, ist Habermann überzeugt. Ein Sieg wäre eine Überraschung gewesen, aber das 1:8 am Ende ist ein Vorgeschmack auf die zu erwartende harte Saison. Lediglich Felix Nestl, der auf Position 5 für Hall spielt, hat seinen Kontrahenten im Griff. Er gewinnt mit 6:3 und 6:1 gegen Constantin Pietsch.

Berreth verpasst Überraschung

Die Oberliga-Damen unterlagen beim TV Reutlingen mit 3:6. Dass der TV ein starker Kontrahent war, zeigte dessen Aufstellung. Die ersten fünf Positionen waren mit Spielerinnen der Leistungsklasse 1 oder 2 besetzt. Monika Keller holte den einzigen Einzelpunkt für Hall. Dorothee Berreth verpasste gegen Anke Wurst eine Überraschung. Mit ihrer unkonventionellen Spielweise brachte Berreth die Favoritin aus dem Rhythmus. Die Reutlingerin ist amtierende Mannschaftsweltmeisterin und drehte nach verlorenem ersten Satz noch einen 2:5-Rückstand im zweiten Durchgang, ehe sie im Match-Tiebreak siegte.

Auch Martina Sucha unterlag erst im finalen Durchgang. Die 37-jährige Slowakin spielte noch einmal für Hall, ersetzte die eigentliche Spitzenspielerin Petra Rohanova, die verhindert war. In den Doppeln lief es für Hall besser, zwei konnte der STC Hall für sich entscheiden. Heimspielpremiere für die Frauen ist am 24. Juni gegen den VfL Sindelfingen.

Landestitel für Monika Keller


Der STC Hall stellt eine baden-württembergische Senioren-Meisterin: Monika Keller siegte in der Altersklasse 30 mit 6:3 und 7:5 im Finale gegen Daniela Zepf (TC Onstemettingen).