Basketball Ein gebrauchter Abend für die Haller Flyers

Tim Seidl setzt zum Sprungwurf an. Der Ulmer Marius Stoll streckt sich dem Haller entgegen und versucht, den Wurf zu verhindern.
Tim Seidl setzt zum Sprungwurf an. Der Ulmer Marius Stoll streckt sich dem Haller entgegen und versucht, den Wurf zu verhindern. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Hartmut Ruffer 09.10.2018
Die Flyers unterliegen ihrem ersten Heimspiel der neuen Regionalliga-Saison BB Ulm mit 72:87. Die Haller wirken in einigen Situationen unkonzentriert und vergeben einfache Korbleger.

Auf der elektronischen Anzeigetafel leuchteten zur Halbzeit die Zahlen 36 und 47 auf. Die Haller Flyers lagen mit elf Punkten im Rückstand. Und das völlig zu Recht. Die Gäste zeigten, dass sie zu den Spitzenmannschaften der Regionalliga Baden-Württemberg gehören – zumindest, wenn sie in Bestbesetzung antreten.

Flyers-Abteilungsleiter Ottmar Moser hatte es im Vorfeld bereits befürchtet, dass die Ulmer mit „voller Kapelle“ anrücken würden. Das taten sie auch. Mit dabei waren unter anderem Marius Stoll und Nicolas Möbus, die auch im Kader des Bundesligisten Ratiopharm Ulm stehen. Zwar hatten die jungen Talente dort in dieser Saison noch keine Einsatzzeit, doch spielen sie auch zusätzlich in der Pro B bei der Orange Academy. Dass die jungen Spieler, die nahezu jeden Tag trainieren, hervorragend ausgebildet sind, war auch am vergangenen Samstag zu erkennen.

Hall zu zögerlich

Technisch und taktisch sah das Ulmer Spiel gut aus. Mehr allerdings war auch nicht vonnöten, denn die Haller machten ihnen das Leben vergleichsweise bequem. Zum einen war die Verteidigung längst nicht so entschlossen zupackend wie in den beiden Auswärtsspielen in Söflingen und Karlsruhe. Häufiger schafften es die Ulmer mit schnellen Pass-Stafetten einen ihrer Spieler zu einem freien Wurf zu bringen.

Zum anderen – und das war entscheidender – taten sich die Haller im Angriff schwer. Zwar konnten auch sie sich Gelegenheiten erspielen, doch im Abschluss waren die Flyers über weite Strecken des Spiels mangelhaft. Dalibor Cevriz war zwar mit 26 Punkten erneut Halls erfolgreichster Punktesammler, doch im ersten Viertel ließ er mehrere Gelegenheiten aus, darunter auch einfache Korbleger. Das ist für ihn sehr ungewohnt.

Hall führte nur einmal (2:0) und konnte nur einmal ausgleichen (5:5 nach einem schönen Spielzug, abgeschlossen durch einen Dreier von Tim Seidl). Danach liefen die Haller immer einem Rückstand hinterher. Schon nach zehn Minuten stand es 17:24. Hinzu kam, dass Aufbauspieler Ivo Garic schon kurz nach Beginn des zweiten Viertels sein drittes Foul kassierte. Headcoach Sova Taletovic musste ihn häufiger vom Feld nehmen. Nach dem Spiel war er gelassen. „Wir hatten heute keine Power. Das lag auch daran, dass wir nicht wie gewohnt trainieren konnten. Einige hatten Nachtschicht und die ganze Woche durchgearbeitet.“ Zudem sei Ulm in dieser Besetzung einfach stark.

Nach der Pause brach sich der Frust auch Bahn in Richtung Schiedsrichtergespann. Die Haller kassierten zwei technische Fouls, was Routinier Michael Heck dazu veranlasste, ein intensives Gespräch mit den Unparteiischen zu suchen. Die Mienen ließen darauf schließen, dass man sich einig darüber war, uneinig zu sein. Auch wenn einige Pfiffe mehr als diskutabel waren: Die Haller haben verdient diese Begegnung gegen den Ulmer Nachwuchs verloren.

So spielten sie

TSG Schwäbisch Hall –
BB Ulm

72:87

Flyers: Benedikts Beck, Dalibor Cevriz (26 Punkte), Ivo Garic (5/1 Dreier), Semir Gudzevic (2), Michael Heck (14/1), Jozef La Rosa (6), Sergi Marco Coll (5/1), Ivica Markovic (11), Stefan Pesic, Jonas Risinger, Tim Seidl (3/1).

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