Fechten Dreimal gegen Teamkollegen

Der Tscheche Simon Smrcek (rechts) hält Michael Trebis vom Mannheimer FC auf Distanz. Die A-Junioren-Degenfechter haben in der Hagenbachhalle um den Sieg beim zwölften Hoolgaascht-Turnier gekämpft.
Der Tscheche Simon Smrcek (rechts) hält Michael Trebis vom Mannheimer FC auf Distanz. Die A-Junioren-Degenfechter haben in der Hagenbachhalle um den Sieg beim zwölften Hoolgaascht-Turnier gekämpft. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Viktor Taschner 12.02.2018

Mit tänzelnden Schritten belauern sich die Konkurrenten. Geduld ist gefragt, um den richtigen Moment abzupassen, den Gegner mit einem schnellen Stoß zu überraschen. Dabei darf aber die Deckung nicht vernachlässigt werden. Wenn der Treffer sitzt, ertönt ein kurzer Piepton und eine grüne oder rote Lampe geht an.

59 junge Degenfechter stellen sich am Samstag der Konkurrenz in der Hagenbachhalle. Die meisten von ihnen gehören den A-Junioren an – das sind die Jahrgänge 2001, 2002 und 2003. Ein paar der Athleten sind noch B-Jugendliche der Jahre 2004 und 2005. Das Gros des Teilnehmerfelds stellen die bekannten Fechthochburgen der Umgebung: Heidenheim, Tauberbischofsheim, Ditzingen und Reutlingen. Dazu gesellen sich wie auch schon im Vorjahr Athleten aus dem Badischen wie Mannheim oder Heidelberg. Zum zweiten Mal ist das Hoolgaascht-Turnier ein Ranglistenturnier für ganz Baden-Württemberg

Die weiteste Anreise hat Simon Smrcek. Der junge Tscheche ficht für Lokomotiva Pilsen. „Ich bin im Internet auf dieses Turnier aufmerksam geworden“, sagt Smr­cek.  Er möchte den Wettbewerb in Hall als Formtest nutzen. „Die Qualität ist hoch“, sagt Smr­cek. Trotz der großen Konkurrenz hat er sich eine Top-8-Platzierung vorgenommen. Eigentlich hatte sich auch ein Vereinskollege von ihm für das Hoolgaascht-
Turnier gemeldet, aber er sei kurzfristig krank geworden, erzählt Smrcek. Auch ein kolumbianischer Starter muss seine Teilnahme wegen Krankheit kurzfristig absagen.

Heidenheim räumt ab

Nach dem Abschluss der Vorrunde bildet sich eine Traube bei Markus Hartelt, Vizepräsident des Fecht-Clubs Hall. Bei ihm am Turnierleitungstisch laufen die Ergebnisse zusammen. Anhand dessen errechnet Hartelts Laptop die Setzliste für die K.-o.-Runde. 48 Fechter bleiben im Rennen, die besten 16 der Vorrunde erhalten in der ersten K.-o.-Phase ein Freilos. Auch Smrcek als Achter hat dadurch mehr Pausen. In der Runde der letzten 32 trifft er auf den drei Jahre jüngeren Heidenheimer Vince Vogel. Der Tscheche wirkt zunächst unkonzentriert und lässt mehrmals auskontern. Mit 5:10 liegt er zurück, 15 Treffer braucht man für den Sieg. Smrcek lässt sich aber nicht beirren und gleicht zum 11:11 aus. Kurze Zeit später steht es 14:14, der letzte Treffer entscheidet. Am Ende hat Vogel das bessere Ende für sich. Für Simon Smrcek ist nach der Niederlage das Turnier beendet, für ihn geht es mit einem Juniorenturnier in Prag weiter.

Ohne Niederlage durchs Turnier marschieren Jakob Blum aus Heidenheim und Christopher Schmitt (Ditzingen). Im Finale zieht Blum sukzessive davon und sichert sich mit 15:9 den Turniersieg. „Ich habe mich heute von Anfang an gut gefühlt. Etwas komisch war es, dass ich in der K.-o.-Runde dreimal gegen einen Teamkollegen antreten musste. Das ist nicht so einfach, weil man oft zusammen trainiert und jeder den anderen kennt“, sagt Blum. Da er schon genügend Ranglistenpunkte gesammelt hat, ist das Hoolgaascht-Turnier ein guter Test für die deutschen Meisterschaften am 5. Mai in Osnabrück gewesen.

Bei den Damen am Sonntag sind 37 Fechterinnen auf der
Planch­e gewesen. Wie bei den Herren geht auch dort der erste Platz nach Heidenheim: Giulia Albrecht gewinnt im Finale gegen Anja Händler von der TSF Ditzingen. Zufrieden über den Turnierverlauf ist der Präsident des Fecht-Clubs Schwäbisch Hall, Manfred Hartelt. „Das Hoolgaascht-Turnier ist ohne Zweifel das Highlight für uns.“ Der Verein hat aktuell etwas mehr als 30 Mitglieder, davon 27 aktive Fechter. „Wir haben auch einen irakischen Flüchtling im Verein“, erzählt Hartelt. In der der Jugend sei der FC gut aufgestellt, „aber bei den Erwachsenen könnte es noch etwas mehr sein“, sagt der Präsident. Aufgrund der neuen Sportförderrichtlinie der Stadt habe der Verein den Mitgliedsbeitrag von 24 auf 72 Euro für Erwachsene erhöhen müssen. Bislang sei aber niemand aus dem Verein ausgetreten, so Manfred Hartelt.

Die Ergebnisse im Überblick

Herren-Einzel:
1. Jakob Blum (Heidenheim)
2. Christopher Schmitt (Ditzingen)
3. Janne Rosenau (Tauberbischofsheim) und Moritz Willrett (Ditzingen)

Herren-Mannschaft:
1. Heidenheimer SB 1, 2. TSG Reutlingen 1, 3. TSF Ditzingen 1

Damen-Einzel:
1. Giulia Albrecht (Heidenheim)
2. Anja Händler (Ditzingen)
3. Lina Zerrweck (Heidelberg) und Raphaelia Koiou (Böblingen)

Damen-Mannschaft: 1. Heidenheimer SB, 2. TSF Ditzingen, 3. Heidenheimer SB 2

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