Die Familie ist froh, dass der Sohn einige Zeit wieder in Braunsbach verbringt. Niklas Schehl ist bis Ende März auf Heimatbesuch. Der 20-Jährige leistet derzeit ein Orientierungspraktikum am Ganerben-Gymnasium in Künzelsau. Das gehört zu seinem polyvalenten Studium.

Mountainbiker aus Braunsbach Wenn die Beine „geil“ sind

Braunsbach

Niklas Schehl studiert in Freiburg – und hat als Mountainbiker in dieser Saison einiges vor. Vor Kurzem war er mit der deutschen U-23- und Elitenationalmannschaft im Trainingslager auf Mallorca. Während viele andere Deutsche die Insel zum Partyurlaub besuchen, hat Schehl dort in den insgesamt 16 Tagen Kilometer für Kilometer abgespult. Insgesamt waren es 1782 mit 22 214 Höhenmetern. Kurzfristig konnte Niklas Schehl seinen Aufenthalt auf der Baleareninsel verlängern. So schloss sich noch das Trainingslager mit der deutschen Juniorennationalmannschaft an. Wenn der Braunsbacher von diesen insgesamt mehr als zwei Wochen spricht, gerät er nahezu ins Schwärmen: „Es war eines der besten Trainingslager, die ich jemals hatte. Ich habe sehr gut trainiert.“

Bildergalerie Mountainbiker Niklas Schehl in Aktion

Was ihn besonders freut: Sein Körper kam mit der hohen Belastung sehr gut zurecht. „Ich habe mich auch noch am letzten Tag fit gefühlt.“ Für die Mountainbiker im deutschen Nationaltrikot ging es vor allem um Grundlagen. „Das heißt, es gab längere Einheiten, die wir mit einem Puls zwischen 130 und 150 gefahren sind“, erklärt Niklas Schehl.

Vertrag läuft bis 2020

Mit viel Optimismus geht er in die neue Saison. Die Bundesliga und der Weltcup beginnen im Mai. Zuvor startet Niklas Schehl, der bei seinem Team Bulls bis 2020 unter Vertrag steht, bei einem Rennen in Augsburg und gemeinsam mit seinem Bulls-Kollegen Leon Kaiser bei einem Etappenrennen in Kroatien. „Dort hoffe ich, die ersten UCI-Punkte zu holen.“ Diese sind wichtig, werden doch bei den Cross-Country-Rennen die Plätze der Startaufstellung nach der Menge der gesammelten Punkte vergeben.

Mitte April wird Niklas Schehl rechtzeitig zu Beginn des neuen Semesters wieder in Freiburg sein. Dort wohnt er in einer Sportler-WG. Die Uni ist in zehn Minuten erreichbar, genauso der Olympiastützpunkt der Mountainbiker. Mit David List ist einer der Mitbewohner ein weiterer Mountainbiker, der im deutschen U-23-Kader steht. Mit ihm versteht sich Niklas Schehl hervorragend. „Wir trainieren nicht nur zusammen, sondern kochen auch gemeinsam. Außerdem verbindet uns eine große Kaffeeleidenschaft“, fügt der 20-Jährige mit einem Schmunzeln hinzu.

Die Ziele für 2019 hat Niklas Schehl klar abgesteckt: Im Weltcup-Gesamtklassement will er eine Platzierung zwischen 30 und 15 erreichen. Bei den nationalen Titelkämpfen will er auf das Podest und sich für die Europa- und Weltmeisterschaften qualifizieren. Seine Gedanken gehen indes schon über das laufende Jahr hinaus. „Fernziel ist die WM 2020. Sie findet in Albstadt statt. Dann bin ich in meinem letzten Jahr der U-23-Altersklasse und will ganz vorne dabei sein.“

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Tagesablauf im Trainingslager


Durchgetaktet Niklas Schehl beschreibt das Trainingslager auf Mallorca. „Es gab drei Tage Training, einen Tag Ruhe, dann wieder drei Tage Training.“ Der Tag begann morgens um 7 Uhr. Zwischen 7.30 Uhr und 8 Uhr gab es Frühsport auf nüchternen Magen. „Meist war es ein bisschen joggen, vor allem aber Dehn- und Stabilisationsübungen und Rumpftraining.“ Um 8 Uhr war Frühstück, ab 10 Uhr saßen die Sportler im Sattel. „Zwei Stunden Grundlagentraining, zwei Stunden Pause, dann wieder zwei Stunden Grundlagentraining.“ Nach dem Abendessen gegen 18.30 Uhr folgte noch eine Besprechung mit dem Ausblick auf den folgenden Tag. Wenn Ruhetag war, bedeutete das auch Ruhe. „Ein Buch lesen, im Hotel bleiben“, umschreibt es Schehl, sowie gut und ausreichend schlafen. „Ich habe mittlerweile gelernt, dass der Schlaf eine wichtige Rolle für meine Fitness spielt.“ ruf