American Football Halbfinale: Deutscher GFL-Meister aus Hall zeigt seine Klasse

Schwäbisch Hall / Hartmut Ruffer 01.10.2018
Die Schwäbisch Hall Unicorns zeigen beim 23:7 über die Dresden Monarchs eine starke, gereifte Leistung. Im Endspiel treffen sie auf Frankfurt Universe.

Die Siegesserie der Haller Footballer geht weiter. Der Erfolg im Playoff-Halbfinale gegen den Zweiten der GFL Nord, die Dresden Monarchs, war der 33. Erfolg in Folge. Der bisherige Rekordträger, die Berlin Adler, hatten es vor fast drei Jahrzehnten auf 32 gebracht. Der 33. Sieg gegen Dresden war verdient, daran hatten weder die Zuschauer noch die beiden Head Coaches einen Zweifel.

„Wir kehren nach Berlin zurück“ rief Halls Head Coach Jordan Neuman seinen Spielern zu. In seinem Gesicht zeichnete sich nicht Ausgelassenheit, aber große Freude und Stolz ab – so wie bei vielen Hallern. Viermal standen sich die Unicorns und die Monarchs in einem Halbfinale gegenüber (2014 bis 2016 sowie 2018), viermal hieß der Sieger Schwäbisch Hall. Doch der jüngste Erfolg war der abgeklärteste. Die Mannschaft trat ruhig und in den meisten Phasen des Spiels sowohl in der Defense als auch in der Offense dominant auf.

„Die Defense war heute bärenstark“, meinte Quarterback Marco Ehrenfried. „Wenn du weißt, dass du eine so starke Verteidigung hast, dann musst du in der Offense nicht so viel Risiko eingehen. Es geht darum, Zeit und Raum zu gewinnen.“

Damit beschrieb Ehrenfried treffend genau das, was die Unicorns in der zweiten Halbzeit gemacht hatten. Zwar kam Dresden mit viel Engagement aus den Kabinen und konnte den ersten Drive auch mit einem Touchdown abschließen, doch mehr Punkte ließen die Haller nicht zu. Und in der Offense nahmen sie vor allem viel Zeit von der Uhr, machten aber auch Raumgewinn. Dass sie sich auch mal per Punt vom Ballbesitz trennen mussten, war kein Problem. Denn Dresden fand keine Mittel gegen die aufmerksamen Haller.

Starker erster Haller Drive

„Wir haben uns von äußeren Umständen ablenken lassen und deshalb zu viele Fehler gemacht“, meinte Dresdens Head Coach Ulz Däuber. Der Haller in Monarchs-Diensten wollte die „äußeren Umstände“ nicht näher erläutern. Die eigenen Fehler hingegen schon. Im ersten Drive kassierten die Monarchs nach einem gelungenen Kickoff-Return gleich zwei Strafen, so dass sie statt ungefähr von der Mittellinie von der 10-Yard-Linie ihren Angriff starten mussten. Im Anschluss leisteten sie sich auch noch einen Fumble, die Unicorns waren wieder im Ballbesitz.

Zu diesem Zeitpunkt führte Hall bereits 7:0. Ohne größere Gegenwehr marschierte Hall in seinem ersten Drive über das Feld und schloss mit einem Touchdown ab. Als Jordan Neuman davon erzählte, rang er mit den Worten, so glücklich war er darüber, dass keiner der Etablierten, sondern Ian Gehrke den Ball in der Endzone fing. „Das ist wahnsinnig toll und so viel wert“, meinte er zur Leistung seines Back-ups, „dieser Drucksituation gewachsen zu sein.“

Einer solchen hielt auch Nick Robitaille Stand. Nachdem Hall die Dresdner wieder gestoppt hatte – unter anderem mit einem Quarterback-Sack –, fing der US-Amerikaner einen langen Ball von Ehrenfried in der Endzone. Ulz Däubler sah davor einen Schubser Robitailles: „Ich rief laut ‚Push off!’ – und kassierte eine Strafe wegen unsportlichen Verhaltens.“

Hall schaffte es über das gesamte Spiel hinweg, Dresdens erfolgreichsten Punktesammler Mitchell Paige aus dem Spiel zu nehmen. Die letzte Dresdner Hoffnung machte unter dem frenetischen Jubel der 3204 Zuschauer Alexander Kreß zunichte. Der Defensive Tackle fing einen Pass von Dresdens Quarterback Norvell ab. Im Anschluss lief Danny Washington in die Endzone zum 23:7. Die Unicorns stehen zum siebten Mal in den vergangenen acht Jahren im Endspiel.

Folgen Sie dem Haller Tagblatt auf Instagram: @hallertagblatt

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel