Tischtennis Gnadentaler erleben Fluch des fünften Satzes

Lukas Kramer visiert im Duell mit Thorsten Schiek weit entfernt vom Tisch den Ball an. Im Hintergrund beobachtet sein Gnadentaler Teamkollege Valerij Rakov Kramers Partie, die dieser gewinnt.
Lukas Kramer visiert im Duell mit Thorsten Schiek weit entfernt vom Tisch den Ball an. Im Hintergrund beobachtet sein Gnadentaler Teamkollege Valerij Rakov Kramers Partie, die dieser gewinnt. © Foto: Achim Köpf
Michelfeld / Hartmut Ruffer 04.10.2018
Der TTC Gnadental liefert sich mit dem VfR Birkmannsweiler ein packendes Duell. Letztlich verlieren die Oberliga-Männer mit 6:9.

Sie hatten sich im Vorfeld einiges überlegt, die Spieler des TTC Gnadental. Gegen das Team des ehemaligen Mannschaftskollegen Peng Gao rechnete sich der TTC trotz Außenseiterposition einiges aus. Der Kniff mit der Umstellung in den Doppeln ging auf. Letztlich scheiterte der Coup nur an der schlechten Bilanz in den Entscheidungssätzen. Sieben Partien wurden nach fünf Durchgängen entschieden, nur zwei konnte Gnadental gewinnen.

Beinahe wäre fast noch eine achte dazugekommen. „Wenn ich den zweiten gewonnen hätte“, fluchte Daniel Horlacher vor sich hin, nachdem er Peng Gao zum Sieg gratulieren musste. Die Gnadentaler Nummer 2 war nahe dran. Hochkonzentriert und nahezu fehlerfrei spielte Horlacher im ersten Durchgang. Seine aggressiven Topspins platzierte er gut auf der Tischseite Gaos, der dadurch mehr als einmal nicht seine gefürchteten Abwehrbälle spielen konnte. Der Chinese in Diensten des VfR begann Ende des ersten Satzes zu fluchen – ein starkes Indiz dafür, dass er unzufrieden war.

Rakov verliert unglücklich

Im zweiten Satz führte Horlacher 7:4, als sich die Jalousien der Michelfelder Sporthalle an den Fenstern selbstständig machten und die Sonne hereinließen. Nach der kurzen Zwangspause war Gao stärker, Horlacher nicht mehr so dominant. Mit 10:12 ging der Satz an Gao, der auch die beiden folgenden für sich entschied. Horlacher ärgerte sich. Eine 2:0-Satzführung hätte er womöglich durchgebracht.

Am Nachbartisch kämpfte Valerij Rakov mit dem Tschechen Roman Zavoral. Der ehemalige Regionalligaspieler des VfR führte bereits 2:0, doch Rakov ließ nicht locker. Die beeindruckenden Rückhandduelle – teils stehen beide mehrere Meter hinter dem Tisch – fordern viel Kraft. Der Ukrainer in Gnadentaler Diensten aber schafft den Satzausgleich, verliert aber 10:12 im finalen Durchgang.

„Wenn das Spiel gekommen wäre...“, hört man häufiger auf der Tribüne unter den mindestens 70 Zuschauern. Sie ahnten nicht, dass sie es noch öfter sagen werden. Denn Rakov unterliegt im Spitzeneinzel auch Gao in fünf Sätzen. Auch Florian Saljani und Uwe Zeisberger ergeht es nicht besser. Nur Daniel Horlacher und Lukas Kramer können ihre Fünf-Satz-Partien gewinnen. Als Lukas Petermann seine Partie gegen Sahin Yildiz – natürlich nach fünf Sätzen verlor, stand der 9:6-Erfolg des VfR Birkmannsweiler fest.

Ein Einzelerfolg mehr für Gnadental und dessen Taktik wäre aufgegangen: denn der TTC hatte seine Doppel umgestellt, weil er davon ausgegangen war, dass der VfR wie üblich seine Doppel besetzt. So kam es auch. Gao bildete mit der Nummer 4 des VfR, Thorsten Schiek, das Spitzendoppel. Rakov und Horlacher waren das Doppel 1 des TTC, ein Novum. Normalerweise spielt der Ukrainer mit Saljani.

Bei einem Stand von 8:7 kommt es laut Reglement zum Duell der beiden Spitzendoppel. Der Kombination Rakov/Horlacher wurde im Vorfeld zugetraut, das Birkmannsweiler Dup Gao/Schiek zu schlagen. Doch letztlich fehlte ein Punkt, um das Schlussdoppel einsetzen zu können.

Gnadental ist am 13. Oktober zu Gast beim bislang punktlosen Schlusslicht Neckarbischofsheim.

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