Hallerinnen bei Junioren-DM Keesha Polk wird krank, Rubrech gewinnt Bronze

Rostock / Hartmut Ruffer 02.08.2018
Beide Hallerinnen schneiden bei den deutschen U-18-Meisterschaften gut ab: Stella Rubrech gewinnt Bronze im Stabhochsprung, Keesha Polk wird Siebte über 100 Meter Hürden.

Als Keesha Polk sich für den Vorlauf über die 100 Meter bereit machte, hielt sie kurz vor dem Startblock inne und hustete. „Sie hatte sich nur wenige Tage vor der DM eine Erkältung eingefangen“, berichtete ihr Trainer bei der TSG Schwäbisch Hall, Erich Quenzer. Schon das war nicht optimal für die 17-Jährige, die zudem zweieinhalb Wochen zuvor im Training schwer gestürzt war. Eine Woche konnte sie nicht trainieren. „Angesichts dieser widrigen Umstände war ihr Abschneiden sehr gut. Wir sind sehr zufrieden“, meinte Quenzer.

Polk, die im letzten Jahr im Halbfinale als Sechste in ihrem Lauf ausschied, trotzte auch den Temperaturen von 33 Grad in Rostock und erreichte das Finale. Bei allen Läufen blies den Läuferinnen ein unangenehmer Wind von der Ostsee entgegen.

Im Endlauf belegte Keesha Naomi Polk Rang sieben. „Eigentlich sollte sie noch am Sonntag über die 200 Meter starten. Doch direkt nach dem Hürdenfinale hatte sie große Atemprobleme. Da diese auch tags darauf nicht besser wurden, hat sie auf einen Start verzichtet“, erklärt Quenzer. Über die 100 Meter wäre die Hallerin auch qualifiziert gewesen, doch diese Strecke stand schon im Vorfeld auf der Streichliste. So viele Starts in so wenigen Tagen wären auch bei bester Gesundheit kontraproduktiv gewesen. Auch wenn Keesha Naomi Polk gerne mehr in Rostock gelaufen wäre, kann sie auf ein erfolgreiches Jahr mit mehreren starken Leistungen und Kreisrekorden zurückblicken. Im kommenden Jahr rückt sie in die Altersklasse U20 auf.

Fast immer im dritten Versuch

Stella Rubrech ist ein Jahr jünger als Keesha Naomi Polk, darf also auch 2019 noch in der U-18-Klasse starten. Die Stabhochspringerin der WGL Schwäbisch Hall gewann in Rostock Bronze – und das mit fremden Stäben. Beim letzten Test vor der DM in Backnang gab es neue Stäbe aus Stuttgart, die sich alle als zu weich erwiesen. „Ich habe mir von einer Kollegin aus Hessen Stäbe ausgeliehen“, berichtet Stella Rubrech. Dies war nicht nur eine sportlich faire Geste der Kontrahentin, sondern auch ein Teil des Puzzles, aus dem sich die Bronzemedaille zusammensetzt.

So sprang Rubrech in Rostock zum ersten Mal mit neuen Stäben. Bei ihrer Anfangshöhe von 3,40 Metern scheiterte sie im ersten Versuch. „Das passiert mir öfter, da habe ich mir keine Gedanken gemacht.“

Der Wind und die brennende Sonne setzten den Springerinnen zu. 3,50 und 3,60 Meter schaffte Stella Rubrech jeweils im dritten Versuch und sorgte so für mehr als angespannte Nerven im WGL-Lager. „Ich hatte extrem viel Glück“, bekannte sie. Die 3,70 Meter überwand Rubrech ebenfalls im dritten Versuch und konzentrierte sich bereits auf die 3,80 Meter, als zwei ihrer Kontrahentinnen an den 3,70 Meter scheiterten. Dem Hinweis ihres Vaters, dass sie nun eine Medaille habe, hielt sie ein „Kann nicht sein!“ entgegen. Doch er hatte Recht. Stella Rubrech gewann mit übersprungenen 3,70 Meter die Bronzemedaille.

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