Zwei bis dato ungeschlagene Teams, dazu noch ein Württemberg-Derby und eine diesmal bessere Zuschauerkulisse als noch bei den beiden ersten Heimspielen: Es war angerichtet im Optima-Sportpark für ein spannendes Duell zwischen den Schwäbisch Hall Unicorns und den Stuttgart Scorpions. Die Spannung hält an diesem Samstagnachmittag aber nur kurz an, zu deutlich ist die Dominanz der in Grün spielenden Einhörner. Mit 63:13 lassen die Unicorns keine Zweifel aufkommen, dass die Gäste aus der Landeshauptstadt eine Klasse schlechter sind als der deutsche Meister.

Xequille Harry mit Interception

Die Haller legen im ersten Viertel los wie die Feuerwehr. „Devin Benton hat beim ersten Spielzug des Gegners ein super Tackle gesetzt. Das hat uns alle noch mal aufgeheizt“, sagt Halls Headcoach Jordan Neuman. Bentons Aktion läutet die Jagd ein, die die Haller Verteidiger auf Stuttgarts groß gewachsenen Quarterback Michael Eubank machen. Mit viel Druck lassen die Unicorns dem gegnerischen Spielmacher kaum Zeit. Die Stuttgarter müssen den Ball im ersten Viertel früh abgeben, was die Haller konsequent nutzen. Der neue EU-Bürger Jadrian Clark (siehe links) bedient Nathaniel Robitaille zum ersten Touchdown (Extrapunkte alle von Tim Stadelmayr), dann fängt Cornerback Xequille Harry einen Scorpions-Pass ab und trägt den Ball zum 14:0 zurück. Die zwei weiteren Touchdowns noch im ersten Viertel macht Clark selbst (28:0). Wie fühlt man sich, wenn man vier Touchdowns im ersten Viertel kassiert, wird Scorpions-­Headcoach Jermaine Guynn gefragt. „Ja scheiße“, sagt der Amerikaner mit einem Lächeln, was auch bei den Anwesenden der Pressekonferenz für Lacher sorgt.

Zwar verkürzen die Gäste aus der Landeshauptstadt durch Eubank direkt zu Beginn des zweiten Viertels, aber mehr als ein Strohfeuer ist es nicht. Die Unicorns erdrücken mit ihrer Physis den gegnerischen Angriff. Halls Defense-Liner David Bada haut exemplarisch den Stuttgarter Quarterback so um, dass der Scorpions-Mann für einen kurzen Moment liegen bleiben muss.

Stammkräfte geschont

In der Offensive ist Jadrian Clark gut aufgelegt. Seine Pässe kommen genau auf seine Wide Receiver, auch wenn sie von Scorpions-­Verteidigern nah gedeckt sind. Wieder findet Halls Spielmacher Nate Robitaille in der Endzone, später auch noch Ari Adegbesan. Mit 49:6 geht es in die Halbzeitpause, als schon längst feststeht, wer in diesem Württemberg-Derby als Sieger vom Platz gehen wird.

Mit dem Erfolg in der Tasche und dem Spitzenspiel in Frankfurt vor der Brust lässt Neuman seine Starter in der zweiten Halbzeit fast komplett draußen. Die Back-ups der Unicorns erhalten so reichlich Einsatzzeit und wissen diese auch durchaus zu nutzen. Ersatz-Quarterback James Slack wirft zwei Touchdown-­Pässe auf Andre Feuerherdt und Benedikt Waag. Das 63:13 ist am Ende der 39. Unicorns-Sieg in Folge. Mit dem 40. könnten die Haller in Frankfurt den deutschen Rekord einstellen. Die Handballer des THW Kiel (2011/2012) haben diesen (noch) inne.

„Xequille Harry hat sein bestes Spiel gezeigt. Auch Jadrian Clark hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, lobt Headcoach Jordan Neuman. „Jetzt geht es zum Spitzenspiel nach Frankfurt. Wir alle wissen, was das heißt. Sie haben einen sehr, sehr guten Kader und keine großen Schwächen. Aber wir müssen uns auf uns konzentrieren“, gibt der Haller Trainer die Devise vor.

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So spielten sie


Schwäbisch Hall Unicorns –
Stuttgart Scorpions

63:13

Punkte für Hall: Nathaniel Robitaille (18), Tim Stadelmayr (9), Xequille Harry (6), Jadrian Clark (12), Aurieus Adegbesan (6), Andre Feuerherdt (6) und Benedikt Waag (6)
Viertel:
28:0/21:6/7:7/7:0
Alle Punkte:
7:0 – Nathaniel Robitaille – 19-Yard-Pass von Jadrian Clark (PAT Tim Stadelmayr)
14:0 – Xequille Harry – 34-Yard-Interception-Return (PAT Tim Stadelmayr)
21:0 – Jadrian Clark – 3-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)
28:0 – Jadrian Clark – 14-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)
28:6 – Michael Eubank – 4-Yard-Lauf (PAT blocked)
35:6 – Nathaniel Robitaille – 2-Yard-Pass von Jadrian Clark (PAT Tim Stadelmayr)
42:6 – Robitaille – 45-Yard-Pass von Clark (PAT Stadelmayr)
49:6 – Aurieus Adegbesan – 13-Yard-Pass von Jadrian Clark (PAT Stadelmayr)
49:13 – Michael Eubank – 2-Yard-Lauf (PAT Nijaz Hamulic)
56:13 – Andre Feuerherdt – 12-Yard-Pass von James Slack (PAT Tim Stadelmayr)
63:13 – Benedikt Waag – 12-Yard-Pass von James Slack (PAT Stadelmayr)