Die Sonne steht hoch am Samstagsmittag über der Reitanlage in der Breiteichstraße, aber eine leichte Brise weht über das Gelände. Der Wind sorgt für angenehme Wetterverhältnisse an diesem Tag des Haller Reitturniers. Zum 40. Mal geht die Veranstaltung schon über die Bühne, in diesem Jahr an drei Tagen. 350 Reiter nehmen an den verschiedenen Wettbewerben in Springen und Dressur teil.

Dass die Hitze im Vergleich zu den Vortagen etwas nachgegeben hat, erfreut sowohl die Tiere als auch die Reiter. „Die Hitze ist für die Pferde aber eigentlich kein Problem, weil sie viele Schweißdrüsen haben. Sie schwitzen über die Haut, im Gegensatz zu Hunden beispielsweise“, sagt Dr. Bernd Hohl, Tierarzt und selbst Teilnehmer bei der Dressur. Dennoch fehle es den Tieren natürlich, wenn man bei warmen Temperaturen in den Schatten geht und die Tiere nach der Belastung mit Wasser abkühlt.

Die Zuschauer genießen den schönen Sommertag auf der Reitanlage. Die meisten sitzen in der Nähe des Springparcours. Entspannte Popmusik, die in einer angenehmen Lautstärke aus den Lautsprechern zu vernehmen ist, lockert die Atmosphäre. Viele Bekannte und Verwandte der Teilnehmer sind da, um ihre Reiter zu unterstützen.

Einer der Gäste ist Rainer Meyer auf der Heide. Der gebürtige Westfale ist hauptberuflicher Reitlehrer und kümmert sich um zwei Schützlinge beim Springen. „Das Wetter ist sehr gut und auch der Boden ist top“, lobt Meyer auf der Heide die Bedingungen. Er selbst reite auch beim Turnier mit. Am Samstagmittag kümmere er sich aber um einen seiner „Lehrlinge“. Auf den Rhythmus und den Stil des Reiters komme es beim Springen an. „Mit das Wichtigste ist die Erfahrung, aber die erlangt man eben erst nach einer gewissen Zeit“, sagt Rainer Meyer auf der Heide. Die Reitanlage in Schwäbisch Hall kennt er aus dem Effeff, schließlich hat er dort vor ungefähr zehn Jahren noch als Reitlehrer gearbeitet. Mittlerweile gehört Meyer auf der Heide dem Gestüt Spitzenhof in Schöntal an.

Ruhiger als beim Springparcours geht es in der Dressurhalle zu. Statt Popmusik ist nur leise Klassik zu hören. Die Reiter versuchen, mit minimalen Bewegungen und Anweisungen ihre Pferde zu lenken. Nur dem geübten Auge fallen die kleinen Fehler auf, die für die Punktabzüge sorgen. Kathleen Brucker vom heimischen Reit- und Fahrverein Hall ist mit ihrer ersten Prüfung zufrieden. Bei der L-Klassenprüfung mit der Trense (Leistungsklasse 3 und 4) wird sie und ihr Pferd „Mausi“ Sechste. „Die Lektionen sind gut gelaufen, auch der Schritt“, sagt Brucker.

Rund 100 Helfer im Einsatz

Hinter dem reibungslosen Ablauf steckt viel organisatorische Arbeit. „Etwa 100 Leute machen mit, sonst würde es ja gar nicht gehen“, sagt Thomas Fellner, erster Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins. Oft wechselt er während des Turniers seinen Standort: Mal muss Fellner eine Siegerehrung der zahlreichen Wettbewerbe vornehmen, mal kümmert er sich um den Boden in der Abreithalle und gleich darauf Schreiber für die Richter anzufordern. „Ich muss alles im Blick haben“, sagt Fellner mit einem Lächeln im Gesicht. Das Turnier sei für den Verein ein Aushängeschild, macht Fellner deutlich. „Es ist gut, dass es nicht mehr so heiß ist. Manche Teilnehmer von außerhalb würden sonst Prüfungen sausen lassen, wenn ihre Pferde dafür vier Stunden im Hänger warten müssten“, verdeutlicht der Vereinsvorsitzende.

Platzierungen der Haller Reiter


Punktespringprüfung Kl. L: 2. Platz Sophia Erbe (RFV Hall) mit Pferd Carlotta 189

Springprüfung Kl. A**: 5. Platz Jana Bauer (RFV Hall) mit Cinderella 702

Stilspringprüfung Kl.A*: 1. Platz Jasmin Mack mit Chiquita 79

Dressurprüfung Kl.L**: 3. Platz Janna Nefzer mit First Choise; 5. Platz Kathleen Brucker mit Grandessa E

Dressurprüfung. Kl.L*-Trense: 5. Platz Janna Nefzer mit First Choise

Dressurreiterprüfung Kl.L: 2. Platz Kathleen Brucker mit Grandessa E

Alle Ergebnisse sind im Internet abrufbar: www.reitverein-schwaebisch-hall.de