Säbelfechten Anerkennende Worte

Madeleine Becker, Vienna Stapf, Lisa Gette und Julika Funke (von links) starteten bei den Weltmeisterschaften der Junioren und Kadetten in Verona.
Madeleine Becker, Vienna Stapf, Lisa Gette und Julika Funke (von links) starteten bei den Weltmeisterschaften der Junioren und Kadetten in Verona. © Foto: Privat
Verona / Dominik Behr 13.04.2018

Die 17-jährige Julika Funke musste sich erst im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale der Japanerin Misaki Emura mit 9:15 Treffern geschlagen geben. „Eine starke Leistung von Julika. Angesichts der aktuellen Doppelbelastung mit Leistungssport und Abitur bin ich sehr zufrieden mit ihrem Abschneiden“ sagte Trainer Vadym Shturbabin.

Auch Julika Funke blickt zufrieden auf ihren Einzelwettkampf zurück. „Bis zur Halbzeit sah es noch ganz gut aus, aber am Ende war Misaki einfach ein Stück besser.“ Die Japanerin Misaki Emura ist allerdings im November 1998 geboren und damit fast genau zwei Jahre älter als Funke.

Im vorherigen Turnierverlauf der Säbelfechterinnen überzeugte die angehende Abiturientin des Haller Erasmus-Widmann-Gymnasiums im Feld der 126 Teilnehmerinnen aus mehr als 30 Nationen mit Siegen gegen die Kasachin Smirnova (15:2), die Französin Poupinet (15:14) und die Italienerin Dalla Vecchia (15:11).

Lisa Gette und Madeleine Becker, ebenfalls beide vom Fecht-Club Würth Künzelsau belegten die Plätze 31 und 99. Neue Weltmeisterin wurde die Russin Olga Nikitina, die sich im Finale gegen Titelverteidigerin Natalia Botello aus Mexiko durchsetzte. Vienna Stapf belegte beim Wettkampf der Kadetten (U 17) Platz 72.

Team scheitert knapp

Beim Mannschaftswettkampf der Junioren gingen die drei Künzels­auer Fechterinnen gemeinsam mit Larissa Eifler (Dormagen) für Deutschland auf die Planche. Nach einem 45:27-Auftaktsieg gegen die Niederlande und einem 45:28 gegen die Türkei im Achtelfinale kam es im Viertelfinale zum Duell mit Korea. In einem engen Gefecht mussten sich die deutschen Mädchen am Ende mit 42:45 geschlagen geben und verpassten knapp das Halbfinale.

Im Gegensatz zum Ausscheiden im Einzel wurmt Julika Funke diese Niederlage mehr. „Das war ärgerlich für uns. Wir wussten zwar, dass Korea alles andere als ein schlechter Gegner ist, aber wir kannten die Gegnerinnen nicht. Bei den bisherigen Weltcups haben wir noch nie gegen sie gefochten.“

Nach einem 41:45 gegen Japan und einem 42:45 gegen Bulgarien landete das Quartett am Ende
auf Rang 8. Diese Niederlagen
waren zwar knapp, aber weit-
aus einfacher zu verschmerzen, da es nicht mehr um Medaillen ging. Bei zwei Siegen wäre das deutsche Team auf Rang 5 gelandet.

„Das Halbfinale war möglich und wir sind natürlich enttäuscht, dass wir es knapp verpasst haben“, äußerte sich Bundestrainer Vadym Shturbabin im Anschluss. „Aber alle vier Mädchen sind auch nächstes Jahr noch bei den Juniorinnen startberechtigt und wir werden bei der nächsten WM wieder voll angreifen.“

Für Julika Funke ist das Zukunftsmusik. Sie bereitet sich momentan intensiv auf das Abitur vor und trainiert deshalb auch so gut wie gar nicht. Eventuell wird sie bei der deutschen Meisterschaft der Aktiven in Künzelsau am Wochenende, 21. und 22. April, auf der Planche zu sehen sein. „Aber wenn, dann geht das nach dem Motto: hinfahren, fechten, heimfahren“, berichtet Julika Funke mit einem Schmunzeln. Denn die deutschen Meisterschaften liegen mitten zwischen den Abiturprüfungen.

Aktiven-DM findet in Künzelsau statt

Mit den deutschen Aktivenmeisterschaften in Künzelsau am 21. und 22. April steht bereits das nächste wichtige Turnier an. Bei den Männern werden auch die Olympiateilnehmer und Weltmeister Max Hartung, Benedikt Wagner und Matyas Szabo um den Titel „Deutscher Meister 2018“ fechten. Die Einzelwettkämpfe beginnen am Samstag um 9 Uhr. Das Finale findet um 16 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.