Volleyball „Was kann es Schöneres geben?“

Mario Schmidgall (links) beim Block. Auf diesem Bild trägt er noch das Trikot der Young Volleys Stars Friedrichshafen. In der kommenden Saison spielt der gebürtige Haller für den Bundesligisten TV Ingersoll Bühl.
Mario Schmidgall (links) beim Block. Auf diesem Bild trägt er noch das Trikot der Young Volleys Stars Friedrichshafen. In der kommenden Saison spielt der gebürtige Haller für den Bundesligisten TV Ingersoll Bühl. © Foto: Günter Kram
Mainhardt / Hartmut Ruffer 15.08.2017

Ich bin sehr glücklich“, meldet sich ein gut gelaunter Mario Schmidgall aus dem Schwarzwald. Seit vergangenen Freitag bereiten sich die „Bisons“, so der Spitzname der Volleyballer des TV Ingersoll Bühl, auf die neue Saison vor. Der Verein spielt in der 1. Bundesliga. Höher geht es in Deutschland nicht. Für die neue Spielzeit haben die Bühler Mario Schmidgall verpflichtet. Der 19-Jährige ist in Schwäbisch Hall geboren und hat seine Volleyball-Wurzeln beim SSV Geißelhardt.

2013 wechselte Schmidgall von der SG Waldenburg nach Friedrichshafen zu den Young Volleys. Vier Jahre lang trainierte er unter Profibedingungen am Bundesstützpunkt Volleyball-Nachwuchs, spielte mit einer Ausnahmegenehmigung mit den Young Volleys in der 2. Bundesliga Süd. Das Ziel: Spielerfahrung sammeln, sich weiterentwickeln und sich für andere Vereine interessant machen. Schmidgall, zuletzt Kapitän der Young Volleys, schaffte all das. In Friedrichshafen ging er zur Schule und trainierte jeden Tag. Anfang 2017 sagte er im HT-Interview: „Wir wollen professionelle Volleyballer werden.“ Der 2,06-Meter-Mann, der auf der Position des Zuspielers agiert, hat dieses Ziel wenige Monate später erreicht.

Der TV Ingersoll Bühl hatte bereits im Februar ein Auge auf den gebürtigen Haller geworfen. „Es gab mehrere Anfragen, aber Bühl hat von Anfang an großes Interesse gezeigt“, berichtet Schmidgall. Bei Spielen der Young Volleys saßen Bühler auf der Tribüne, schließlich gibt es eine Kooperation zwischen Bühl und dem Bundesstützpunkt Nachwuchs. Die Gespräche verliefen harmonisch. Schmidgall unterschrieb einen Drei-Jahres-Vertrag bei den Schwarzwäldern. „Mario bringt das nötige Fieber mit. Beeindruckt haben uns seine klaren Vorstellungen“, wird Bühls Geschäftsführer Manohar Faupel auf der Homepage der Young Volleys zitiert.

Wer Schmidgall kennengelernt hat, der weiß, dass das passt. Um seinen Traum vom Volleyball-Profi zu verwirklichen, hatte Schmidgall auch immer die Option Ausland in Betracht gezogen. Dass es nun sogar in relativer Nähe zu seiner Heimat geklappt hat, freut ihn, „aber ich wäre auch weiter weg gegangen.“ In Bühl hat er Anfang des Monats eine Wohnung bezogen, ist nun Profi. „Ich liebe Volleyball. Was gibt es Schöneres, als mit dem Ballsport, den man liebt, Geld zu verdienen?“, fragt er rhetorisch.

Auftakt vor 150 Fans

Vergangenen Freitag war in Bühl Trainingsauftakt, die neue Mannschaft wurde den rund 150 Fans vorgestellt. Es folgt eine intensive Vorbereitung auf kommende Bundesliga-Saison, die für den TV Bühl am 14. Oktober beginnt. „Wir werden dabei auch zwei, drei Vorbereitungsturniere spielen“, so Schmidgall.

Als junger Zuspieler weiß Schmidgall, dass er zunächst auf seine Chance warten muss. „Ich hoffe darauf, einige Einsatzzeit zu erhalten“, blickt der 19-Jährige auf die Saison. Auf seiner Position des Zuspielers hat Bühl den erfahrenen Olexandr „Sasha“ Dmytriiev verpflichtet. Der 30-Jährige kommt aus Charkiw in der Ukraine. „Von Sasha kann ich viel lernen“, freut sich Schmidgall auf seinen Mitspieler.

Befragt nach dem Spitznamen der Bühler, Volleyball-Bisons, muss Schmidgall schmunzeln. „Zottelig“ seien Bisons. Der Spitzname würde ganz gut passen, denn die Bisons kommen genauso vom amerikanischen Kontinent wie ein Teil der Coaches: Chef-Trainer Ruben Wolochin und Konditionstrainer Alexis Gomila sind Argentinier.

Mario Schmidgall möchte in der Bundesliga Fuß fassen. Sportliche Träume hat er weiterhin. „Für Deutschland bei Olympia spielen“ ist ein solcher. Mit seinem ersten Profivertrag ist er diesem Ziel ein Stück näher gekommen.

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