Seit vier Jahren spielt Monika Keller für den STC Schwäbisch Hall. Die 34-Jährige fühlt sich dort sehr gut aufgehoben. An diesem Sonntag will sie gegen Schwenningen mithelfen, dass die Frauen des STC eine Oberliga-Saison ohne Abstiegssorgen spielen können. Da Halls Spitzenspielerin Martina Sucha fehlen wird, wird Keller an Position 1 spielen.

Frau Keller, der STC Schwäbisch Hall hat von den drei bisherigen Partien eine gewinnen können. Schwenningen hat seine drei Spiele verloren. Deshalb hat diese Begegnung eine besondere Bedeutung. Inwieweit nimmt man als Sportlerin diese Tabellenkonstellation als besonders wahr?

Ich bin gespannt auf das Spiel. In der Tabelle stehen wir momentan nicht so gut da, aber wir haben gute Chancen – auch wenn Martina Sucha fehlen wird. Dass das ganze Team zuversichtlich ist, habe ich am vergangenen Sonntag gespürt. Wir haben uns nach der Niederlage in Waiblingen zusammengesetzt und bereits über das Schwenningen-Spiel gesprochen.

Beim Spitzenreiter in Waiblingen kassierte der STC Hall eine 0:9-Niederlage. Manchmal bildet das Endergebnis den Spielverlauf aber nicht richtig ab …

Das stimmt in diesem Fall ganz sicher. In vier Einzeln war es ganz eng, es ging jeweils in den Match-Tie-Break. Wir haben zwar alle verloren, aber es hätte ebensogut 4:2 für uns nach den Einzeln stehen können. Es hat das berühmte Quäntchen Glück gefehlt. In den Doppeln hat dann etwas die Spannung gefehlt, auch wenn wir es probiert haben. Es kam alles geballt.

In dieser Saison umfasst die Oberliga sieben Mannschaften. Wenn man bedenkt, dass der Meister aufsteigt und die letzten beiden absteigen, wird die Liga immer zur Hälfte neu besetzt. Da ist es fast schon erstaunlich, dass Hall seit drei Jahren in dieser Liga spielt. Wie empfinden Sie diesen stetigen Wechsel der Gegner?

Ich finde es klasse, jedes Jahr gegen andere Mannschaften zu spielen. Übrigens kann es sogar drei Absteiger geben, wenn aus der Württembergliga mehr als eine Mannschaft in unsere Oberliga absteigt. Prinzipiell habe ich keinen Gegner oder Platz, von dem ich sagen würde, dass ich dort nicht gerne spiele, weil die Umstände oder Verhältnisse für mich nicht stimmen. Die einzige Hoffnung, die ich vor Saisonbeginn immer habe, ist die, dass wir nicht allzu weit zu unseren Auswärtsspielen fahren müssen (lacht).

Während zuletzt die Spielzeiten in der Tennis-Oberliga jeweils im Eilzugtempo mit maximal einem freien Wochenende durchgepeitscht wurden, gab es in dieser Saison nach dem zweiten Spieltag eine sechswöchige Auszeit. Was passiert in dieser Phase?

Es wird sicher einige Spielerinnen gegeben haben, die Turniere gespielt haben. Bei uns war das aber nicht der Fall. Ich beispielsweise hatte schlicht nicht die Zeit dafür. Wir haben aber regelmäßig trainiert und so die Pause gut genutzt.

Sie sind seit vier Jahren beim STC, obwohl Sie in Fachsenfeld (Stadtteil von Aalen, Anm. d. Red.) wohnen. Es gäbe doch auch dort in der näheren Umgebung Tennisvereine – was veranlasst Sie, in Hall zu spielen?

Das Mannschaftsgefüge. Wir sind zwischen 21 und 37 Jahre alt und alle passen großartig zusammen. Ich freue mich wirklich darauf, mit den anderen sonntags auf dem Platz zu stehen und um die Punkte zu kämpfen. Wir haben ein tolles Verhältnis zueinander, können zusammen Witze machen und über die gleichen Dinge lachen. Wenn es für mich stimmt, bin ich gerne bereit, einige Dinge wie zum Beispiel die längere Anfahrt in Kauf zu nehmen.

Das klingt danach, dass es bei Ihren früheren Stationen nicht immer so gut gepasst hat.

In der Tat war es manchmal schwerfälliger, das Mannschaftsgefüge hat einfach nicht gepasst.

Sind Sie wegen der guten Stimmung geblieben, obwohl Hall vor drei Jahren aus der Württembergliga abgestiegen ist?

Ja. Wir haben ganz sicher keinen Freudentanz aufgeführt, dass wir runter mussten. Aber auch in der Oberliga gibt es gutklassige Spielerinnen.

Inwieweit können Sie sich auf Ihre jeweilige Gegnerin vorbereiten? Schließlich wechseln bei vielen Mannschaften häufig die Aufstellungen.

Manchmal fehlt die eine, manchmal die andere (lacht). Das macht das Vorbereiten schwierig. Gegen Waiblingen dachte ich, dass meine Gegnerin die neue Bezirkssiegerin ist, doch dann spielte diese auf Position 3. Ich lasse mich jetzt überraschen.

Gibt es in der Oberliga Spielerinnen, die Sie mit einer unorthodoxen Spielweise überraschen können?

(überlegt) Es gibt sehr viele junge Spielerinnen, die meist viel trainieren. Diese haben dann ein gutes Grundlinienspiel. Aber ich habe festgestellt, dass ich auch dank meiner Erfahrung immer noch sehr gut mithalten kann. Vor der Saison habe ich durch einige Turniere einen Motivationsschub erhalten. Ich habe gerade richtig viel Lust auf Tennis und hoffe, dass das noch lange so bleiben wird.

Steckbrief Monika Keller


Geburtstag: 25. April 1983
Geburtsort: Aalen
Wohnort: Fachsenfeld
Familienstand: ledig
Beruf: Trainerin bei einer Softwarefirma
Hobbys: Sport, Filme, Softball
Bisherige Stationen: TC Fachsenfeld, TC Aalen, TV Schwäbisch Gmünd, seit 2013 STC Schwäbisch Hall
Größte sportliche Erfolge: Württembergliga mit dem TV Schwäbisch Gmünd und mit dem STC Schwäbisch Hall, Europameisterschafts-Viertelfinale im Beachtennis