Missmutig legt Martin Eberst sein Gewehr in dem dafür vorgesehenen Koffer ab. „Ich habe es verkackt. Ich hab’ ins Klo gegriffen“, brummt er. Der Geifertshofener hat sein Duell mit Güglingens Nummer 3 Marlon Fried mit 376:378 Ringen verloren. Es ist das entscheidende Duell zwischen der Schützenvereinigung und dem SSV Güglingen. Es steht 1:3 und nur noch Miriam Bareiß steht am Schießstand. Alle anderen haben ihre 40 Schuss auf die zehn Meter entfernte Zielscheibe bereits abgegeben.
Eberst hatte gut begonnen, schoss in der ersten Zehner-Serie 96 Ringe, auch die zweimal folgenden 94 waren in Ordnung, doch in der letzten Serie schaffte er nur noch 92. „Die knappen Zehner, die ich vorher getroffen hatte, waren dann nur noch Neuner“, drückt er es in der Sportsprache aus.
Geifertshofen verliert den Wettkampf gegen Güglingen mit 1:4, doch das Resultat täuscht.
Es war knapp, sehr knapp. Letztlich ist das auch der Grund, warum Eberst so sauer auf sich
war. „Wenn ich gewonnen hätte, hätte Mimi mit Sicherheit den letzten Schuss auch in die 10 getroffen.“

Bareiß macht es spannend

Mit Mimi ist die 28-Jährige Miriam Bareiß gemeint. Ihre Gegnerin Mona Jesser war schon nach 17 Minuten mit ihren 40 Schuss fertig, hatte 379 Ringe vorgelegt. Nach dem 36. Schuss hatte Miriam Bareiß noch 40 Ringe Rückstand, musste also viermal genau die Mitte treffen, um noch ins Stechen zu kommen. Bareiß machte es spannend: 10, 10 und die 10. „Ich wusste, wie der Zwischenstand war“, sagte sie nach dem Wettkampf. Der letzte Schuss landete in der 9, die Zuschauer im Schützenhaus stöhnten kollektiv auf. Hätte Eberst gewonnen und Bareiß das Stechen erreicht, wäre dieses das entscheidende zum Aufstieg gewesen.
Trotz der 1:4-Niederlage konnte Franziska Kern lächeln. Sie war stolz auf ihre Leistung. 392 Ringe schoss sie. Ihre letzte Serie war mit 99 Ringen fast perfekt. Sie verlor nur, weil ihre Gegnerin Nele Stark ebenfalls überragend schoss. Die Güglingerin erzielte 394 Ringe. Sowohl Kern als auch Stark könnten mit diesen Ergebnissen auch in der Bundesliga ihre Duelle gewinnen. Stark schaffte in ihrer dritten Serie die perfekten 100 Ringe, erhielt dafür als Anerkennung von Geifertshofens 1. Vorstand Jürgen Bareiß eine Flasche Sekt.
Den Punkt für Geifertshofen holte Volker Bächle. Der Student schoss 380 Ringe. „Mein Ziel ist immer, das Duell gewinnen und mehr als 380 Ringe schießen.“ Das erreichte er sowohl gegen Güglingen als auch später gegen Niederstetten. Gegen den Landesliga-Absteiger lief es auch für Fabian Maurer gut. 386 Ringe bedeuteten nur ein Ring unter seiner persönlichen Bestmarke.
Mit dem 3:2-Erfolg gegen die SAbt Niederstetten schaffte Geifertshofen einen schönen Saison­abschluss, doch die große Anspannung fehlte. Denn zuvor hatte Rötenbach mit 3:2 gegen Güglingen gewonnen. Damit waren die Aufstiegschancen der SVng Geifertshofen dahin. Güglingen und Rötenbach werden in der kommenden Runde in der Verbandsliga schießen, Geifertshofen weiterhin in der Landesliga.

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