Basketball in Hall Auswärtsfans fordern: „Freibier für alle!“

Der Haller Harald Debelka wird von zwei Söflingern beim Korbwurf angegriffen.
Der Haller Harald Debelka wird von zwei Söflingern beim Korbwurf angegriffen. © Foto: Foto: Rolf Müller
Schwäbisch Hall / Hartmut Ruffer 14.01.2019
Beim 93:82-Erfolg des Regionalligisten TSG Hall gegen Söflingen streikt in der zweiten Halbzeit die Technik. Nicht nur deswegen wird das Spiel in Erinnerung bleiben.

Es gibt Sportveranstaltungen, die laufen völlig routiniert ab. Die Zuschauer werden mäßig unterhalten, der Favorit setzt sich durch und schon wenige Tage später ist fast alles vergessen, weil es wenig Außergewöhnliches gab. Das war am Samstagabend in der Halle 3 des Schulzentrums West nicht so. Eine intensive Partie geriet in der zweiten Halbzeit zeitweise zu Slapstick, weil die elektronische Anzeigetafel einen Wackelkontakt hatte. Mit Dalibor Cevriz, Harald Debelka und Ivo Garic mussten gleich drei Haller mit fünf Fouls vom Feld und doch siegten die Gastgeber.

55:45 stand es für Schwäbisch Hall zur Pause. Es war ein interessantes Basketballspiel mit zwei Teams, die zwar defensiv einige Lücken ließen, aber dennoch sehr körperlich agierten. Das bekam vor allem Dalibor Cevriz zu spüren, doch zum Ärger der Haller Fans pfiffen die Schiedsrichter nur selten. Dennoch erzielte der Slowene mit einem Dreier zum 12:11 die erste Haller Führung. Söflingen konterte ebenfalls mit einem Drei-Punkte-Wurf. Also musste wieder Cevriz ran: Erneuter Dreier, 15:14. Spektakulär war der Bodenpass des Spaniers Sergi Marco Coll auf Cevriz zum 22:16 kurz vor Ende des ersten Viertels. Erstmals konnten sich die Haller absetzen und sollten ihre Führung nicht mehr abgeben.

Seine vielleicht beste Halbzeit im Haller Trikot zeigte Ivo Garic. Der 22-Jährige hatte eine enorme Präsenz, und traute sich auch selbst zu werfen. Das 31:22 erzielte er mit dem Wurf, mit dem Dirk Nowitzki berühmt wurde: dem so genannten „Fade away“, bei dem der Schütze sich nach hinten fallen lässt und dann erst wirft.

Zuschauer kommentieren

Die Anspannung stieg, zudem zogen sich die Schiedsrichter Frank Niederig und Daniele Orlando weiterhin den Zorn der Haller zu. Dalibor Cevriz erhielt wegen Reklamierens ein Technisches Foul, kurz darauf auch Headcoach Sova Taletovic. Während die Zuschauer nun fast jeden Spielzug lautstark kommentierten, blieben die Spieler zunächst noch weitestgehend ruhig. Hall blieb vorne, weil es in den entscheidenden Momenten traf. Die starken Semir Gudzevic und Sergi Marco Coll sorgten dafür, dass der Vorsprung nicht schmolz.

Nach dem Wechsel führte Hall mit 14 Punkten, als Harald Debelka einen vergleichsweise leichten Korbleger vergab. Und dann streikte die Technik: Ab dem Stand von 70:58 fiel immer wieder die Anzeigetafel aus, teilweise alle fünf Sekunden. Was auch immer die Verantwortlichen taten, es fruchtete wenig. Das Eingabeboard wurde ausgewechselt, die Kabel festgehalten, eine andere Steckdose ausprobiert. Der Spielfluss war komplett dahin. Fünf Söflinger Fans, die für Stimmung sorgten, waren zunächst amüsiert und forderten „Freibier für alle!“ in den häufigen Unterbrechungen.

Dann waren sie wieder mächtig sauer, weil das Schiedsrichtergespann weiter großzügig auf beiden Seiten Fouls verteilte. Söflingen kassierte einige unsportliche Fouls, doch auch die Haller wurden mit vielen Pfiffen bedacht. Die Gesichter auf beiden Seiten waren zunächst von Unglaube gekennzeichnet, schließlich schimpften fast alle vor sich hin. Dalibor Cevriz, der früh vier Fouls hatte und deshalb das gesamt dritte Viertel auf der Bank saß, musste runter, genau wie Harald Debelka und Ivo Garic. Debelka kommentierte das Spiel mit einem Wort: „Krass!“

Protest legten die Gäste nicht ein, die Schiedsrichter vermerkten auf dem Spielbericht, den Ausfall der Anzeige. Der Staffelleiter entscheidet somit, ob die Flyers eine Strafe erhalten.

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So spielten sie

TSG Schwäbisch Hall –
TSG Söflingen

93:82

Flyers: Tim Seidl, Harald Debelka (10 Punkte, 1 Dreier), Ivo Garic (10), Stefan Pesic, Dalibor Cevriz (20, 2), Jonas Risinger, Benedikts Beck, Sergi Marco Coll (16), Ivica Markovic (2), Semir Gudzevic (23), Michael Heck (12)

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