Moment mal, bitte! „Eventuell Stehplätze ausgeben“

Fabian Maurer im Geifertshofener Schützenhaus. Seit dieser Saison schießt er in der ersten Luftgewehr-­Mannschaft der Schützenvereinigung.
Fabian Maurer im Geifertshofener Schützenhaus. Seit dieser Saison schießt er in der ersten Luftgewehr-­Mannschaft der Schützenvereinigung. © Foto: Ufuk Arslan
Bühlerzell / Hartmut Ruffer 12.01.2019
Luftgewehrschütze Fabian Maurer kann mit Geifertshofen in die Verbandsliga aufsteigen. Im Schützenhaus könnte es voll werden.

Die Tage sind bei Fabian Maurer häufig ausgebucht. Der IT-Engineer ist Jugendwart bei der Feuerwehr Bühlertann. Das sei eine Herzenssache, sagt der 20-Jährige. Zudem schießt er seit dieser Saison in der ersten Mannschaft der Schützenvereinigung Geifertshofen. Es begann mit einem kuriosen Schießen und endet an diesem Sonntag mit einer Konstellation, die spannender nicht sein könnte. Der Aufstieg in die Verbandsliga ist möglich.

Herr Maurer, der letzte Wettkampftag der Landesliga steht an. Geifertshofen hat den Heimvorteil, schießt zunächst gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Güglingen, später gegen den Hohenlohe-­Rivalen Niederstetten, der fast abgestiegen ist. Und vor diesem Duell trifft Güglingen auf den mit Geifertshofen punktgleichen Dritten Rötenbach. Spannender kann ein Saisonfinale nicht sein, oder?

Fabian Maurer: Es könnte nicht besser sein. Man darf vom „Tag der Wahrheit“ sprechen. Sehr wahrscheinlich wird es auf die Einzelpunkte ankommen, da wir mit Rötenbach sowohl in den Einzel- als auch in den Mannschaftspunkten momentan identisch sind.

Eventuell reicht ein Sieg, um in die Verbandsliga aufzusteigen. War der Mannschaft vor der Saison bewusst, dass es hochgehen kann?

Nein, überhaupt nicht. Wir sind selbst überrascht, dass es so gut läuft. Sicher hatten wir auch etwas Glück. Unser eigentliches Ziel war der Klassenerhalt.

Den haben sie längst schon sichergestellt. Stand Ende der vergangenen Runde fest, dass Sie in die erste Mannschaft für Heike Lochstampfer aufrücken werden?

Wir hatten zwei Schützen, die dafür infrage kommen. Matthias Bächle und ich. Wir haben uns an den Tisch gesetzt und darüber gesprochen. Da Matthias momentan beruflich in Karlsruhe ist und deshalb selten hier sein kann, haben wir gemeinsam entschieden, dass ich schießen werde.

Hat das Aufrücken für Sie etwas verändert?

Oh ja (lächelt)! Das waren ganz neue Gefühle für mich. Ich habe so viel wie nur irgend möglich trainiert. Da blieben weitere Hobbys teilweise auf der Strecke.

Der Auftakt in Rötenbach verlief unkonventioneller als gedacht. Was war passiert?

Die elektrische Anlage ist bei meinem Schießstand ausgefallen und das gleich zweimal. Somit musste das Duell gleich zweimal abgebrochen werden. Die Anlage funktionierte weiterhin nicht. So mussten wir das Duell auf Schießständen austragen, die noch mit der alten Seilzugtechnik funktionierten.

Heutzutage hat jeder höherklassig schießende Verein eine elektronische Anlage. Haben Sie vorher schon mal Erfahrungen mit der alten Technik gemacht?

In Geifertshofen gibt es das auch noch, wenn es auch nicht im Luftgewehr-Wettkampf benutzt wird. Der große Unterschied ist, dass die Abläufe ganz anders sind, da ja nach jedem Schuss die Zielscheiben erneuert werden müssen. Auch wenn ich im Stechen verloren habe, gewannen wir dennoch 3:2. Aber meine Landesliga-­Premiere wird mir mit Sicherheit immer in Erinnerung bleiben (lacht)!

Ab wann hat das Team gemerkt, dass der Aufstieg möglich ist?

Erst nach dem letzten Wettkampf, als wir uns der besonderen Konstellation bewusst wurden.

Ist der Ablauf bei einem Heimwettkampf anders, als wenn Sie mit dem Team auswärts schießen?

Nein. Der Unterschied ist natürlich, dass diesmal Freunde und Bekannte da sind. Vielleicht wird es auch voller sein, da es auch für Zuschauer so spannend ist. Eventuell müssen wir sogar Stehplätze ausgeben (lacht). Aber wir haben dennoch immer den gleichen Ablauf.

Wie sieht dieser aus?

Die Mannschaft kommt zusammen, wie motivieren uns gegenseitig. Dann geht jeder seinen Weg. Ich bin ungefähr eine halbe Stunde vor Beginn „im Tunnel“ und versuche, Atmung und Puls auf ein ruhiges Niveau zu bekommen.

Das könnte an diesem Sonntag schwieriger werden, oder?

(lacht) Das wird es mit Sicherheit. Das Schöne ist: Wir haben keinen Druck. Ich werde wie immer den Wettkampf im Kopf schon durchgehen, das gilt auch für den Atemrhythmus.

Der ist im Schießen besonders wichtig, da der Schütze sonst seine Waffe nicht ruhig halten kann. So können manche Schüsse vergleichsweise weit vorbeigehen. Wie sieht Ihr Rhythmus aus?

Ich atme zweimal und senke dann mein Gewehr ab. Wenn ich das dritte Mal ausatme, drücke ich ab. Man spürt, ob man gut gezielt hat. Fehlt dieses Gefühl, setze ich das Gewehr ab.

Beim Luftgewehrschießen auf höherem Niveau treffen die Schützen sehr häufig in die 10. Ist das nicht ein enormer Druck?

Das hängt auch davon ab, auf welcher Position man schießt. Wenn Franziska (Kern, Anm. d. Red.) eine 9 trifft, ist das eine mittlere Katastrophe, weil sie bei uns auf Position 1 schießt und damit immer auf die stärksten Gegner trifft. Ich schieße auf Position 5. Da habe ich den Luxus, dass ich mir schon mal einen kleinen Fehler erlauben darf.

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Steckbrief Fabian Maurer

Geburtstag: 22. Februar 1998
Geburtsort: Schwäbisch Hall
Wohnort: Bühlertann
Familienstand: ledig
Beruf: IT-Engineer
Hobbys: Schießen, Feuerwehr
Bisherige Stationen: seit 2012 Schützenvereinigung (SVng) Geifertshofen
Größte sportliche Erfolge: Teilnahme an den deutschen Meisterschaften (Kleinkaliber liegend) 2018 in München

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