Ja, er kann sich noch genau daran erinnern. „Es waren meine ersten Fußstapfen im Profi-Tennis. Das ist eine schöne Zeitreise für mich“, erzählt Nicolas Kiefer über seine Anfänge, als er auf das Turnier im Jahr 1994 angesprochen wird. Der damals 16-Jährige reist aus Hildesheim nach Schwäbisch Hall, um am Satellite-Turnier des TC Teurershof teilzunehmen. Kiefer, damals noch Schüler, kämpft sich durch die Qualifikation ins Hauptfeld. „Es war klar damals: Nur wenn es für mich in der Schule gut läuft, darf ich auch Tennis spielen.“ Der junge Kiefer gehört zu den vier, fünf Kaderspielern, die mit dem Deutschen-Tennis-Bund beim Schwäbisch Haller Turnier zugegen sind.

Im Hauptfeld schlägt Kiefer erst den Italiener Daniele Balducci. Im Achtelfinale trifft er auf den an Nummer 1 gesetzten Lars Koslowski (23), einem Bundesligaspieler aus Neuss. Kiefer verliert am Ende nur knapp mit 5:7 und 6:7. „Mit Lars habe ich später zusammengearbeitet“, sagt Kiefer mit einem Schmunzeln. Koslowski erreicht das Finale in Schwäbisch Hall, verliert aber gegen den Tschechen Jaroslav Bulant.

„Es gab drei Satellite-Turniere in vier Wochen. Da musste man 5 Circuit-Punkte sammeln, um an der Finalwoche teilzunehmen, bei der es dann um die ATP-Punkte ging. Nach drei Wochen hatte ich leider nur 4,5 Circuit-Punkte“, erinnert sich Kiefer. Seinen Weg in die Weltspitze hindert dies aber nicht. „1997 habe ich das Abitur bestanden, im gleichen Jahr das Viertelfinale in Wimbledon erreicht. Da habe ich realisiert, das könnte etwas mit einer Karriere werden …“ Er feilt an seinem Spiel, an der Taktik und legt kräftemäßig zu. Im Jahr 2000, nicht einmal sechs Jahre nachdem er in Schwäbisch Hall aufgeschlagen hat, steht Nicolas Kiefer auf Platz 4 der Tennis-Weltrangliste, seine beste Platzierung. Er gewinnt in seiner Karriere sechs ATP-Turniere im Einzel, drei im Doppel und zusammen mit Rainer Schüttler die Silbermedaille im Doppel bei Olympia 2004 in Athen.

Schwäbisch Hall

„1994 lag das Hauptaugenmerk auf der Schule. Später als Profi bin ich ans Limit gegangen und musste auch auf Sachen verzichten. Aber es war die richtige Entscheidung. Ich habe es nicht bereut“, so Kiefer. Heute ist er Experte und Markenbotschafter von Robinson, gibt seine Erfahrung als Berater und Trainer beim SCC Berlin an junge Spieler weiter, die es auch nach oben schaffen wollen. Dafür pendelt er regelmäßig von seinem Wohnort Hannover in die Hauptstadt. Außerdem spielt er beim SCC Berlin im Herren-40-Team um die Deutsche Meisterschaft. Zudem hat er vor kurzem seine Modelinie „NK“ für Tennis- und Freizeitbekleidung auf den Markt gebracht.

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