Moment mal, bitte! „Es macht mir Freude“

Der Gnadentaler Fabian Schmitzl beim Aufschlag.
Der Gnadentaler Fabian Schmitzl beim Aufschlag. © Foto: Ufuk Arslan
Michelfeld / Hartmut Ruffer 15.09.2018

Er ist Vorstand Tischtennis und Abteilungsleiter beim TTC Gnadental in Personalunion: Fabian Schmitzl. Der 31-Jährige hatte in den vergangenen Wochen genau wie andere Tischtennis-Abteilungsleiter viel zu tun. Denn an diesem Wochenende startet die Tischtennissaison.

Herr Schmitzl, nach den ganzen Vorbereitungen: Sagen Sie da „Endlich geht die neue Spielzeit los!“, weil es dann etwas ruhiger für Sie wird?

Fabian Schmitzl: (lächelt) Ruhiger wird es erst in rund einer Woche. Denn dann sind alle Mannschaftsführer mit den Utensilien versorgt. Im Jugendbereich ist es nach den Ferien erfahrungsgemäß etwas turbulenter, da die Kinder mit Schulbeginn teilweise schon die ersten Spiele haben. Außerdem müssen die Hausmeister mit den neuen Plänen versorgt werden und die neuen Trikots wollen auch verteilt sein. Aber um nicht missverstanden zu werden: Ganz so arg ist es für mich nicht.

Gibt es für die neue Saison Regeländerungen?

Die wichtigste ist wohl die Umstellung auf Plastikbälle. In dieser Saison darf man in den unteren Klassen letztmals mit Zelluloid spielen, deshalb stehen die Vereine nun vor der Herausforderung, ihre Bälle loszuwerden (lacht). Ab der Runde 2019/20 muss komplett mit Plastik gespielt werden.

Ist der Unterschied zwischen einem Plastik- und einem Zelluloidball groß?

Man merkt ihn. Das gilt auch für Nichtprofis. Ein Plastikball springt anders vom Tisch ab und reagiert anders auf die Art und Weise, wie man ihn anschneidet. Meiner Meinung nach gewöhnt man sich nach gut einer halben Stunde daran. Die echte Umstellung dauert vielleicht ein paar Wochen.

Gibt es weitere Änderungen?

Keine, die die Spieler direkt betreffen. Ich habe vor Kurzem eine Mail vom Verband erhalten. Weil unsere erste Mannschaft in der Oberliga spielt, sollen wir durch einen Steuerberater den wirtschaftlichen Betrieb überprüfen lassen. Insgesamt kamen dann drei Mails, alle mit der Priorität hoch (lächelt).

Ärgert man sich in diesen Momenten, dass man noch mehr Arbeit erhält?

Nein, so eine E-Mail tut nicht weh und man kann sie auch ein paar Tage liegen lassen. Unsere Steuerberaterin wird sich darum kümmern und man kann auch Vereine in der Umgebung fragen, die damit eventuell schon Erfahrung haben. Unangenehmer sind Dinge, die mehr Zeit kosten.

Welche sind das?

Letztlich sehr profane, beispielsweise, wenn ich einen Hallenschlüssel für den Mittwoch in den Schulferien benötige. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde ist gut, wir müssen beispielsweise keine Hallennutzungsgebühr zahlen. Aber es ist nun mal eine Behörde, und da können Dinge schon mal etwas länger dauern.

Viele Vereine suchen ehrenamtliche Mitarbeiter. Was sind die Gründe für Ihr Engagement beim TTC Gnadental?

Es macht mir Freude. Ein Großteil meines privaten Umfelds ist auch beim TTC. Ein Stück weit ist es sicher auch Idealismus. Das Entscheidende aber ist: Ich habe auch die Zeit dafür. Hätte ich Frau und Kind würde ich sicher anders argumentieren. Klar ist aber auch, dass ich diesen Job in zehn Jahren mit Sicherheit nicht mehr machen werde.

Anfang 2017 wurde der Tischtennisverband Baden-Württemberg auf den Weg gebracht. Wie steht es um die Fusion der drei Bezirke Württemberg-Hohenzollern, Baden und Südbaden?

Wenn ich richtig informiert bin, soll die sportliche Fusion zur nächsten Saison 2019/20 kommen. Für unseren Bezirk würde sich wenig ändern, da wir als Hohenlohe bereits jetzt schon mit Heilbronn und Ludwigsburg eine Einheit bilden. Allerdings ist die Fusion keineswegs sicher. Anscheinend gibt es in Baden derzeit nicht die erforderliche Mehrheit.

In der abgelaufenen Runde präsentierten sich die beiden Aushängeschilder des TTC Gnadental, Männer I und Frauen I, stark. Die Männer schafften souverän den Klassenerhalt in der Oberliga, die Frauen spielten als Aufsteiger eine gute Rolle in der Verbandsliga. Was sind Ihre Wünsche für die neue Runde?

Wenn es wieder so liefe, können wir mehr als zufrieden sein.

Stimmt es, dass der Tischtennis­sport Nachwuchsprobleme hat?

Fakt ist, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen rückläufig ist. Allerdings hat fast jede Sportart in diesem Bereich ein Minus. Der Rückgang betrifft auch die Re­gion Hohenlohe, selbst wenn wir vergleichsweise sehr gut dastehen. Prinzipiell liegen die „Hochburgen“ des Tischtennis in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Es gibt in Deutschland Bezirke, in denen es noch nicht mal eine Damen-Mannschaft gibt.

Ist es ein Vorteil, dass man beim Tischtennis „alt“ werden kann?

Von meinen Kumpels, die Fußball gespielt haben, ist jetzt keiner mehr aktiv. Kreuzbandrisse, Bänderverletzungen und einiges mehr haben dazu geführt. Diejenigen, die Tischtennis gespielt haben, spielen immer noch. Es kann also nicht so schlecht sein.

Mitunter entsteht aber das Gefühl, dass die Saison innerhalb kürzester Zeit durchgepeitscht wird. Teilweise gibt es gar Doppelspieltage...

Wer sagt denn, dass es für alle Ewigkeit so sein muss? Klar: Momentan ist fast jedes Wochenende ein Spiel und ich will meine Kumpels auch nicht hängen lassen. Aber es könnte ja auch neue Formate geben. In Bayern gibt es das Bavarian Race. Dort können Vereine unkompliziert TTR-relevante Turniere für maximal 16 Teilnehmer anmelden. Am Ende gibt es ein Endturnier, bei dem nicht nur die Punktbesten teilnehmen, sondern auch die Spieler, die im Vergleich die meisten Punkte aufgeholt haben. So etwas zielt auf den Breitensport und kommt gut an.

Steckbrief Fabian Schmitzl

Geburtstag: 19. Februar 1987
Geburtsort: Schwäbisch Hall
Wohnort: Schwäbisch Hall
Familienstand: ledig
Beruf: IT-Consultant
Hobbys: Tischtennis, Fahrrad fahren, Joggen, Orgel spielen
Bisherige Stationen: seit 1994 TTC Gnadental
Größte sportliche Erfolge: Aufstieg mit der zweiten Mannschaft des TTC Gnadental in die Bezirksliga (2007)

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