Moment mal, bitte! „Der Boden war nicht eben“

Heiko Difflipp beim Spielen im neuen Vereinsheim in Westheim.
Heiko Difflipp beim Spielen im neuen Vereinsheim in Westheim. © Foto: Ufuk Arslan
Rosengarten / Hartmut Ruffer 14.04.2018

Seit der Gründung des Poolbillardclubs (PBC) Schwäbisch Hall im Jahr 1989 ist Heiko Difflipp dabei. Der 45-Jährige ist zwar in dieser Saison nicht selbst aktiv, doch als Vorsitzender weiterhin mittendrin. Er berichtet über die Aufstiegschancen der ersten Mannschaft, über den Umzug des Vereins, und dass dieser bald einen neuen Namen erhält.

Herr Difflipp, an diesem Sonntag erwartet der PBC Hall den BC Dallau zum Spitzenduell in der Bezirksliga. Hall hat als Erster schon sechs Punkte Vorsprung. Reicht dieser, um am Saisonende den Aufstieg in die Landesliga zu feiern?

Heiko Difflipp: Davon gehe ich aus, denn der Vorsprung ist recht groß. Alles andere als der Aufstieg wäre eine Enttäuschung, denn wir haben auch dank der Neuen ein starkes Team. Norbert Rollbühler spielte zuvor in Aalen. Und mit Stefan Krüger haben wir ein relativ junges Talent in unseren Reihen.

Sie selbst pausieren. Warum?

Die Motivation war nicht mehr da, ich habe mich am Tisch nicht mehr wohlgefühlt. Dazu kam, dass die Ligastaffeln neu eingeteilt wurden. Wir müssen bis nach Bruchsal und Karlsruhe fahren. Da ist der komplette Sonntag vorbei. Ich habe 2016 meine Trainerausbildung gemacht und möchte das auch noch ausweiten.

Um Trainer sein zu können, braucht es auch Nachwuchs. Der PBC ist von der Mitgliederzahl betrachtet ein sehr kleiner Verein. Gibt es da überhaupt junge Spieler?

Es stimmt, dass wir mit 25 Mitgliedern nicht gerade groß sind. Doch seitdem wir mit dem Vereinsheim nach Westheim umgezogen sind, haben wir zwei Jugendliche gewinnen können. Und ich hoffe, dass es noch mehr werden.

Wie kam es zu dem Umzug von der Mauerstraße in Hall in die ehemalige Reutter-Schokoladenfabrik?

Uns wurde gekündigt, aber mit neun Monaten Vorlauf. So konnten wir die Saison in Ruhe zu Ende bringen. Die Vermieter wollten das Gebäude anders nutzen.

Da die Tische nicht gerade klein sind – wie findet man den neuen, passenden Raum?

(lächelt) Die Räume in Westheim waren ganz offiziell ausgeschrieben. Ein Mitglied hat das gelesen und uns darauf aufmerksam gemacht.

Als Sie sich das erste Mal dort umgeschaut haben, wie war Ihr Eindruck?

Der Raum, in dem wir jetzt sind, war ursprünglich für uns zu teuer, aber die Vermieter sind uns beim Preis entgegengekommen. Damals sah es ganz anders aus: Es war eine Produktionshalle mit Kacheln an der Wand. Der Boden war nicht eben, es gab viele Absätze.

Das klingt nach jeder Menge Arbeit…

Oh ja! Wir durften bereits ab März 2017 renovieren, obwohl der Mietvertrag erst ab April lief. Der Vermieter hat sich auch an den Kosten beteiligt. Alle Mitglieder haben nicht nur gespendet, sondern auch mit angepackt. Über Monate war alles ein Rohbau. Teilweise hatten wir acht Stunden gearbeitet und kaum eine Veränderung erkennen können.

Wie war der Augenblick, als Sie Monate später erstmals die Tische aufgestellt haben?

Das war für uns alle toll. Zudem haben wir einen Snookertisch von einem Mitglied gespendet bekommen. Den hätten wir in der Mauerstraße gar nicht aufstellen können. Wir haben jetzt auch Fenster, selbst wenn Sonnenlicht der Feind jedes Billardspielers ist (schmunzelt). Aber zum einen haben wir Vorhänge, zum anderen ist es schön, wenn wir nun lüften können. Ein paar Dinge wären noch zu erledigen gewesen, aber wie das so ist: Wenn die Tische stehen, ist die Arbeitsmoral im Keller (lacht). Dennoch sieht es einfach gut aus und wir sind auch ein Stück weit stolz auf unser neues „Baby“. Da wir nun in Westheim sind, werden wir den Verein auch in PBC Schwäbisch Hall-Rosengarten umbenennen. Im Laufe dieses Jahres wird das geschehen.

Ist mit dem neuen Vereinsheim auch eine erhöhte Trainingsintensität zu verbuchen?

Sagen wir es so: Das wird leider nicht von allen so beherzigt (lächelt). Einige wollen einfach nur spielen. Fakt aber ist: Wie in jeder Sportart muss man natürlich auch beim Billard trainieren. Natürlich sind Hinweise von besseren Spielern hilfreich und notwendig, aber man kann sich im Gegensatz zum Fußball oder Football auch drei Stunden alleine beschäftigen. Für jede Problemstellung gibt es passende Übungen und Lösungen.

Kommt frischer Wind in die Billard-Welt?

In Deutschland ist eine größere Popularität spürbar, wenn auch natürlich auf bescheidenem Niveau. Das hat auch etwas mit der German Tour zu tun, die es seit drei Jahren gibt. Für diese Tour kann jeder sein Turnier anmelden, dafür gibt es Ranglistenpunkte. So kann man sich für das German-Tour-Finale qualifizieren. Dort spielen 300 Qualifikanten über fünf Tage zusammen mit Weltklassespielern um mehr als 21 000 Euro Preisgeld. Das ist natürlich ein Erlebnis.

Wie soll es mit dem PBC weitergehen?

Die erste Mannschaft soll in die Landesliga aufsteigen. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass wir junge Spieler gewinnen, mit denen wir etwas aufbauen können. Zunächst in der zweiten Mannschaft und dann nach und nach oben bei der ersten einbauen. Unser Altersdurchschnitt beträgt momentan rund 40 Jahre. Da darf sich gerne nach unten etwas tun, denn: Es soll und muss mit dem Verein weitergehen.

Steckbrief Heiko Difflipp

Geburtstag: 26. November 1972
Geburtsort: Schwäbisch Hall
Wohnort: Vellberg
Familienstand: verheiratet
Beruf: Ingenieur
Hobbys: Billard, Karten- und Gesellschaftsspiele, Wandern
Bisherige Stationen: seit 1989 PBC Schwäbisch Hall
Größter sportlicher Erfolg: Qualifikation zur Landesmeisterschaft

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