Schach-Bundesliga „An allen Brettern stärker“

Irina Bulmaga beim öffentlichen Simultanspielen anlässlich des 80-jährigen Bestehens des SK Schwäbisch Hall. Die 23-jährige Rumänin spielt seit dem Bundesliga-Aufstieg für das Haller Frauenteam.
Irina Bulmaga beim öffentlichen Simultanspielen anlässlich des 80-jährigen Bestehens des SK Schwäbisch Hall. Die 23-jährige Rumänin spielt seit dem Bundesliga-Aufstieg für das Haller Frauenteam. © Foto: Guido Seyerle
Schwäbisch Hall / Hartmut Ruffer 28.04.2017
Die Frauen des SK Schwäbisch Hall benötigen drei Siege, um erstmals Deutscher Meister zu werden.

Noch haben die Unicorns ein Alleinstellungsmerkmal. Die Footballer sind bislang die einzigen Vertreter Schwäbisch Halls, die in einer Mannschaftssportart Deutscher Meister geworden sind. Das kann sich am kommenden Montag ändern. Die Frauen des SK Schwäbisch Hall gehen mit einem Punkt Vorsprung auf den schärfsten Rivalen OSG Baden-Baden in die zentrale Endrunde. Dort sind drei Begegnungen zu absolvieren.

Das Restprogramm meint es gut mit den Hallerinnen. Am Sonntag und Montag treffen sie auf die SG Augsburg und auf den FC Bayern München. Beide Teams befinden sich in akuter Abstiegsgefahr, haben jeweils lediglich eine Begegnung gewinnen können. Allein ein Unentschieden gegen Hall wäre für die beiden bayerischen Vertreter schon eine mittelgroße Sensation. Zu deutlich sind die Leistungsunterschiede – geht man zumindest nach den Elo-Zahlen der Protagonistinnen, die die ungefähre Spielstärke abbilden.

Gute Erinnerung

So steht vor allem die Samstagspartie im Fokus. Gegner ist der Tabellenfünfte aus Deizisau. „Ein unangenehmer Gegner, den wir auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen dürfen“, meint Gregor Krenedics, der Teammanager der Haller Frauen. In der vergangenen Spielzeit gewann Hall diese Begegnung mit 4:2, allerdings waren einige Partien stark umkämpft. Krenedics stellt aber auch klar, dass er sein Team in einer guten Position sieht. „Wir sind an allen Brettern stärker besetzt, sollten also einen Vorteil haben.“

Die Spielvorbereitung ist wie immer ein wichtiger Bestandteil. Insofern ist Deizisau ein dankbarer Konkurrent, da die ersten vier Bretter bislang fast immer gleich besetzt waren. Das erleichtert es den Haller Spielerinnen, sich auf ihre jeweiligen Gegnerinnen einzustellen. Umgekehrt ist das für Deizisau nicht so einfach: 14 Namen hat Hall für diese Saison gemeldet, 13 kamen bislang zum Einsatz. Zudem findet zeitgleich die russische Meisterschaft statt. Für die vielen starken Russinnen ist das fast schon ein Pflichttermin. Mit Alina Kashlinskaya und Karina Ambartsumova stehen nur zwei aus der großen Schach-Nation im Haller Kader. Ob sie dennoch in Berlin dabei sind, verrät Krenedics natürlich nicht.

Nachdem Hall zuletzt zweimal Vize-Meister wurde, soll in der deutschen Hauptstadt der ersehnte Titel Wirklichkeit werden. Rechnerisch könnte Bad Königshofen noch Meister werden. Der SC hat drei Punkte Rückstand auf Hall, spielt in Berlin aber noch gegen den Zweiten Baden-Baden. Die OSG wiederum muss auch noch gegen den Vierten Rodewisch antreten – ein Punktverlust ist für Halls schärfsten Rivalen also denkbar. Dagegen kann Hall unter normalen Umständen nur gegen Deizisau in Schwierigkeiten kommen. Gregor Krenedics weiß um die gute Ausgangsposition seiner Mannschaft. Den Schampus für die Meisterfeier hat er allerdings nicht im Gepäck. Mit einem Lächeln meint er: „Da würden wir kurzfristig etwas managen können. Außerdem ist die Hotelbar ja nicht weit entfernt.“

Info SK Schwäbisch Hall – SF Deizisau, Samstag, 14 Uhr

SG Augsburg - SK Schwäbisch Hall, Sonntag, 14 Uhr

SK Schwäbisch Hall – FC Bayern München, Montag, 10 Uhr