Ein spannendes Spiel auf Augenhöhe hatte man am Samstag in der Frankfurter PSD-Bank-Arena erwartet. Es kam anders. Die Schwäbisch Hall Unicorns mussten sich zwar mehr als in den vorherigen Spielen strecken, am Ende gelang ihnen aber ein klarer 31:0-Erfolg gegen Frankfurt Universe.

Es war die Neuauflage des letztjährigen German Bowls. Beide Mannschaften waren noch ohne Niederlage in das Spiel gegangen und insbesondere die Frankfurter waren hochmotiviert, die Scharte vom Endspiel im Oktober 2018 auszuwetzen. 2800 Zuschauer sahen dann aber eine Partie, der die Gäste aus Hall schnell ihren Stempel aufdrückten.

Ein großes Fragezeichen gab es bei den Hallern bezüglich ihres Top-Receivers Tyler Rutenbeck. Unter der Woche war er noch krank, fühlte sich am Samstag alles andere als gut und absolvierte vor dem Spiel auch nur ein sehr kurzes Warm-Up. Mit drei Touchdowns avancierte er aber am Ende zum Topscorer, der mit seinem Quarterback Jadrian Clark bestens harmonierte.

Auch Clark erwischte einen guten Tag: Vier Touchdownpässe und einige Läufe, darunter ein 40-Yard-Lauf, mit dem er den Touchdown zum 24:0-Zwischenstand vorbereitete, gingen auf sein Konto.

Profitiert hat die Haller Offense davon, dass der wohl beste Frankfurter Verteidiger Fernando Lowery verletzt pausieren musste. Außerdem entschieden sich die Gastgeber dafür, die Haller Receiver Robitaille und Rutenbeck meist in Doppeldeckung zu nehmen. Das eröffnete den Unicorns Spielräume für das Laufspiel, die Jerome Manyema und Maurice Schüle sehr gut nutzten.

Aufhorchen lässt auch, dass die Unicorns-Defense dem starken Universe-Angriff keine Punkte erlaubte. Trotz einiger verletzungsbedingter Ausfälle war man in der Lage, die Frankfurter Offense auf Distanz zu halten. Universe-Quarterback Steven Cluley sah sich permanent unter Druck gesetzt und Halls Alexander Kress konnte ihn sogar dreimal im Backfield zu Boden bringen. Eine besonders starke Leistung zeigten auch Linebacker Tobias Löffler und Defense Back Niclas Merk. Letzterer musste für Goran Zec einspringen, der sich früh in der ersten Hälfte verletzte.

Hall gelang es mit einem sehr guten Mix aus Lauf- und Passspielzügen bereits in der ersten Hälfte mit 21:0 vorzulegen. Sämtliche Extrapunkte sowie ein 43-Yard-Fieldgoal erzielte Tim Stadelmayr. Dabei hatte sich Frankfurt Mitte des zweiten Viertels an der Haller 7-Yard-Linie eine große Chance erspielt. Diese wurde aber durch Tobias Löffler per Passinterception vereitelt.

Obwohl Frankfurt im zweiten Viertel den Eindruck machte, sich auf die Haller Offense eingestellt zu haben, waren es nach der Pause erneut die Haller, die zu Punkten kamen. Ein 15-Yard-Pass auf Rutenbeck sorgte für das 24:0. Eine Vorentscheidung in diesem Spiel, denn Frankfurt konnte den Hebel auch danach nicht umlegen. Der Touchdownpass auf Rutenbeck zehn Minuten vor Spielende zum 31:0 besiegelte dann endgültig den Haller Erfolg in der Main-Metropole.

Halls Head Coach Jordan Neuman sagte nach der Partie: „Obwohl wir vier Touchdowns mit Pässen gemacht haben, freue ich mich am meisten über unser Laufspiel. Das hat heute wirklich toll funktioniert. Außerdem hat unsere Defense ein extrem gutes Spiel abgeliefert.“

Mit dem Erfolg gegen Universe haben sich die Schwäbisch Hall Unicorns nun den 40. Sieg in Folge erspielt. Sie stellen damit den Siegesserien-Rekord in einer deutschen Bundesliga ein, den bislang nur die Handballer des THW Kiel hielten.

Was für die Unicorns als Mannschaft gilt, das gilt auch für Jordan Neuman als Headcoach: Seit er im Herbst 2016 die Mannschaft als Cheftrainer übernommen hat, hat er noch kein Spiel verloren.

„Das ist nicht alleine mein Verdienst“, sagt der frühere Unicorns-Quarterback. „Die entscheidenden Faktoren dafür sind die Grundlage, die mein Vorgänger Siegfried Gehrke geschaffen hat, die Spieler, die hart für diese Erfolge arbeiten, und die gesamte Unicorns-Organisation, die uns allen die Möglichkeit gibt, so gut Football zu spielen, wie wir es in Schwäbisch Hall tun können.“

Die Chance, eine neue Rekordmarke von 41 Erfolgen in Serie zu setzen, haben die Haller am 15. Juni bei ihrem Gastspiel in Stuttgart. Am kommenden Wochenende sind sie spielfrei.

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Crailsheim

So spielten sie


Frankfurt Universe – Schwäbisch Hall Unicorns

0:31

Punkte für Hall: Nathaniel Robitaille (6), Tim Stadelmayr (7), Tyler Rutenbeck (18)

Viertel: 0:14 / 0:3 / 0:7 / 0:7

Alle Punkte: 0:7 – Nathaniel Robitaille – 60-Yard-Pass von Jadrian Clark (PAT Tim Stadelmayr)
0:14 – Tyler Rutenbeck – 7-Yard-Pass von Jadrian Clark (PAT Tim Stadelmayr)
0:17 – Stadelmayr – 43-Yard-Fieldgoal
0:24 – Tyler Rutenbeck – 15-Yard-Pass von Clark (PAT Stadelmayr)
0:31 – Tyler Rutenbeck – 25-Yard-Pass von Clark (PAT Stadelmayr)