Vier Augen haben das Hindernis fest im Blick. Mit hohem Tempo galoppiert das Duo auf die Stangen zu. Dann setzt das Pferd zum Sprung an. Im Idealfall überqueren der Reiter und das Tier die Hindernisse so, dass die Stange nicht runterfällt. Landet der Balken auf dem Boden, erhält der Reiter vier Strafpunkte. Direkt nach der Landung hat das Duo gleich das nächste Hindernis im Blick, um den richtigen Anlauf zu wählen. Rund zehn Hürden müssen die Sportler beim Haller Reittturnier überwinden.

90 Helfer im Einsatz

„Das Wetter ist heute ideal“, sagt Thomas Fellner, Vorsitzender des gastgebenden Reit- und Fahrvereins Schwäbisch Hall. Im Gegensatz zur brütenden Hitze des Vorjahres müssen dieses Mal weder Reiter noch Pferde kräftig schwitzen. „Wir haben rund 1000 Starts insgesamt mitSpringen und Dressur. Die 350 Reiter kommen aus dem Regierungsbezirk Stuttgart und Tübingen sowie dem Landkreis Ansbach“, umreißt Fellner das Teilnehmerfeld. Trotz des guten Wetters seien nur rund 60 Prozent der vorangemeldeten Teilnehmer erschienen, was einem durchschnittlichen Wert entspricht. „Vielleicht spielt die Heuernte da eine Rolle, die dieses Jahr erst jetzt eingefahren wird“, vermutet Fellner. Circa 90 ehrenamtliche Helfer hat der Haller Reit- und Fahrverein an den drei Turniertagen im Einsatz, verrät der Vorsitzende.

Bildergalerie Gäule heben ab

Einer dieser Helfer ist im März in Hollywood im Fokus gestanden. Nun steht Oscar-Gewinner Gerd Nefzer neben dem Sprungparcours. Wenn eine Stange gerissen wird, hebt er sie auf und legt sie wieder in die Halterung. „Seitdem ich 15 bin, bin ich Mitglied hier im Reitverein“, erzählt Nefzer. Vor rund zehn Jahren hat er mit dem Springreiten aufgehört. „Es kommt auf das Teamwork an. Und auf Erfahrung bei Pferd und Reiter“, weiß Nefzer (52). Seine Familie unterhält zwei Pferde. Seine Frau Regina und seine Tochter Janna nehmen selbst an Dressurprüfungen teil. „Das Wichtigste ist das ehrenamtliche Engagement. Wenn man Mitglied ist, sollte man ein Wochenende helfen können, um die Jugend und die Kinder zu unterstützen“, so Gerd Nefzer.

Mutter fiebert mit

In der Dressurhalle nebenan kommt es besonders auf die kleinen Details an. Die Zuschauer dort verharren fast regungslos auf ihren Plätzen, um die Pferde nicht unnötig abzulenken. Dass trotzdem „Gefahren“ lauern, muss Inka Bauer in der Klasse M* auf Trense feststellen. „Ich habe eine 6,1-Wertung erhalten. Leider kam eine Fliege während der Prüfung angeflogen, die uns gestört hat“, erzählt die 17-Jährige von den Pferdefreunden Wilhelmsglück. Im Zuschauerbereich fiebert ihre Mutter Martina Fechter-Bauer mit. Inka Bauer hat auf dem Pferdehof der Familie, der auch als Pferdepension dient, vier eigene Pferde und noch weitere Jungpferde. 39 Tiere leben auf dem Hof. In Schwäbisch Hall tritt sie mit ihrer Stute „For Your Eyes Only“ an. „Ich reite fast jeden Tag, das gehört für mich einfach dazu.“

Platzierungsergebnisse der Haller Reiter


Punktespringprüfung Klasse L
6. Sophia Erbe mit ­Cavallino

Stilspringprüfung Kl. A* mit Standard­anforderung
2. Jana Bauer mit Kyrill
8. Meike Däuber mit Doctor Watson
9. Jenny Moser mit Rio 242

Glücksspringprüfung Kl.A**
7. Jenny Moser mit Sweetheart 15

Dressur Kl. M*
5. Dr. Bernd Hohl mit Rhynia 2

Dressur Kl. L*-Trense
3. Emilia Céline Henze mit Macao 39

Dressur Kl.A**
4. Cassandra Schaaf mit Didgeridoo 22

Dressur Kl. A*
5. Hannah Maria Kütterer mit Macao 39
7. Emilia Céline Henze mit Salieri 25

Dressur Kl.L
3. Regina Nefzer mit Found a Star